Polizei vor Ort – aber kaum im Einsatz

Hunderte feiern am Wochenende auf Stuttgarts Straßen

Müll liegt überall auf den Stufen des Zentralcampus. Im Hintergrund steht ein großer Müllcontainer, trotzdem liegen überall leere Flaschen, gebrauchte Pappbecher.
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Der Zentralcampus am Samstagmittag: Die Überreste der Feierlichkeiten vom Freitagabend sind noch deutlich erkennbar, trotz extra aufgestellter Müllcontainer.
  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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Endlich Sommer, endlich niedrige Inzidenzen, endlich Party! So scheinen sich das am Wochenende Hunderte in Stuttgarts Innenstadt gedacht zu haben.

Um Mitternacht wurden die Plätze in Stuttgart von der Polizei gesperrt. Zuvor hatten in Stuttgart am Marienplatz und auch an anderen Orten in der Landeshauptstadt hunderte Menschen gemeinsam gefeiert. Dass die Inzidenzen in Baden-Württemberg fallen, macht sich immer mehr bemerkbar.

Stuttgart: Hunderte Menschen feiern in der Stadt

Von rund 400 Jugendlichen, die sich zum Feiern, Trinken und Tanzen getroffen haben, schreiben die Stuttgarter Nachrichten und die Stuttgarter Zeitung übereinstimmend. Obwohl der Platz um Mitternacht gesperrt wird, bemühen sich um 23.30 Uhr noch viele bei REWE darum, ihren Alkoholvorrat aufzustocken. Einige sind betrunken, mancher muss sich bereits übergeben. In Stuttgart kam es kürzlich erst zu Konflikten zwischen Feiernden und der Polizei.

Aber die Stuttgarter Zeitung schreibt: „„Es ist eigentlich friedlich hier“, gibt ein Mitarbeiter von MKS Security Auskunft. Zweimal habe man bei Handgreiflichkeiten einschreiten müssen. Insgesamt seien es etwas weniger Feierende als am Wochenende zuvor. Die meisten von ihnen seien zugänglich. Am Freitag hätten sie den Marienplatz geräumt, ohne dass es Ärger gegeben habe.“

Junge Leute feiern in Stuttgart – Polizei äußert sich zum Wochenende

Was allerdings ein Problem sei und bisher kaum Beachtung gefunden hatte: Wildpinkeln. Vor allem Anwohner hatten sich zuletzt sehr daran gestört, dass die Jugendlichen ihr Geschäft quasi an Ort und Stelle verrichteten. Ebenfalls unschön: Es werden jede Menge Müll und Scherben hinterlassen. Ein junger Mann gibt zu: „Die Leute sind ja eigentlich alle lustig drauf. Aber das ist krank viel Müll!“

Um Mitternacht werden die Menschen weniger, die Security fordert dazu auf, den Platz zu verlassen. Je lichter die Reihen, desto mehr sind die Hinterlassenschaften zu sehen. Immerhin: Die Polizei, die für alle Fälle angerückt ist, kann sich im Hintergrund halten und muss nicht eingreifen. Die meisten verlassen den Platz ohne Diskussion.

Erst nach Mitternacht sprechen die Beamten mit ein paar Grüppchen, die noch unterwegs sind, an. Besonders an der Stadtbahnhaltestellen sind noch einige anzutreffen. Aber die Stimmung bleibt entspannt, denn tatsächlich warten die meisten nur auf ihre Bahn. Die Polizei gibt an, dass die Nacht ohne besondere Zwischenfälle verlief: Kleinere Bagatelldelikte und Auseinandersetzungen hatten ein Eingreifen erfordert, ansonsten alles still. Auch am Feuersee, wo sich viele Jugendliche getroffen und gefeiert hatten, war es friedlich geblieben.

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