Polizei wartet auf neue Einsatzfahrzeuge

Peinlich-Polizei in Stuttgart: Beamte kommen mit Mietwagen zum Einsatz

Polizei überwacht Verweilverbot am Max Eyth See
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Peinlich-Polizei in Stuttgart: Beamte müssen mit Mietwagen zum Einsatz!
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Stuttgart: Peinlich und teuer! Beamte müssen mit Mietwagen zum Einsatz rauschen. Und es könnte richtig teuer werden für den Steuerzahler.

Einen Streifenwagen stellt man sich definitiv anders vor - wohl auch die Beamten der Ortspolizei der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Ganz aktuell sind einige von ihnen aber nicht mit dem klassischen Einsatzfahrzeugen mit blau-weiß-gelber Markierung unterwegs. Der Grund dürfte den Verantwortlichen eher unangenehm sein.

Bei einem Einsatz am Max-Eyth-See in Stuttgart - echo24.de berichtete zuletzt über Überlaute Musik, wildes Gegröle, nächtliche Ruhestörung - rauschte die Polizei mit einem Mietwagen an. Wie die Bildzeitung-Zeitung schreibt waren die Beamten mit einem Mercedes-Van vor Ort.

Polizei Stuttgart: Mietwagen statt Einsatzfahrzeuge

Der Haken dabei: Der Van ist schwarz, hat ein Wiesbadener Kennzeichen und kein Blaulicht und keine Sirene auf dem Dach. Als Einsatzfahrzeug ist er nur durch einen Magnet-Streifen mit „Polizeibehörde“ zu erkennen - die Peinlich-Polizei von Stuttgart.

Aber warum muss die Polizei in Stuttgart mit einem Mietwagen zum Einsatz? Gegenüber bild.de erklärt Rathaus-Sprecher Martin Thronberens: „Der städtische Vollzugsdienst benötigt neue Fahrzeuge. Dazu wird derzeit eine Ausschreibung vorbereitet. Bis die neuen Fahrzeuge eintreffen, nutzt der Vollzugsdienst zwei Mietwagen einer Wiesbadener Mietwagenfirma.“

Die Peinlich-Polizei von Stuttgart und die Kosten für den Steuerzahler

Die Schlafmützigkeit bei der Streifenwagenbestellung könnte noch teuer werden für den Steuerzahler. Von der Stadt Stuttgart gab‘s zu den anfallenden Kosten keine genauen Angaben. Laut Bild-Recherche kostet ein vergleichbarer Mietwagen bei der Firma Sixt „für Privatkunden 63 Euro pro Tag“.

Bund der Steuerzahler

Der Bund der Steuerzahler Deutschland e. V. ist ein eingetragener Verein. Sein Ziel ist die Senkung von Steuern und Abgaben sowie die Verringerung von Bürokratie, Steuerverschwendung und Staatsverschuldung. Immer im Herbst veröffentlicht der BdSt sein Schwarzbuch „Die öffentliche Verschwendung“. Darin erhebt der Verein regelmäßig den Vorwurf, dass die öffentliche Hand jährlich viele Milliarden Euro fehlinvestiere.

Und bis sich die Polizeibehörde über die neuen Fahrzeuge freuen darf wird‘s noch dauern, wie die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Rose von Stein in dem Beitrag erläutert: „Zwischen Ausschreibung für neue Fahrzeuge und Lieferung kann ein halbes Jahr verstreichen.“

Ein guter Grund für den  Bund der Steuerzahler Baden-Württemberg ganz genau hinzu schauen. Der Vize-Vorsitzende Eike Möller erklärte bereits, dass wenn ein „nicht optimal aufgestelltes Fuhrparkmanagement bei der Ortspolizei die Steuerzahler mehr Geld kostet als nötig, wäre das ärgerlich.“

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