50-Jähriger steht vor Gericht

Stuttgart: Mann will sich an Mädchen (8) vergreifen – Passantin verhindert perfiden Plan

Ein Mann soll in Stuttgart versucht haben, ein achtjähriges Mädchen zu entführen – vermutlich, um es missbrauchen zu können. Eine Passantin verhinderte das.

Die Polizei hat im Juni diesen Jahres in Stuttgart einen 50 Jahre alten Mann festgenommen. Er soll mutmaßlich versucht haben, ein achtjähriges Mädchen zu entführen. Jetzt steht der 50-Jährige wegen versuchten schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht. Der Mann sprach die Achtjährige am 19. Juni, einem Freitagnachmittag, unter einem Vorwand an. Das Mädchen war laut Polizei gerade auf dem Heimweg von seiner Schule.

Anfangs war das acht Jahre alte Mädchen noch gemeinsam mit Mitschülerinnen unterwegs, dann allein. Ein Mann trat laut Stuttgarter Nachrichten (Artikel hinter der Bezahlschranke) an das Kind heran und sagte: „Jetzt hab ich dich.“ Er behauptete, er sei vom Gesundheitsamt und müsse überprüfen, ob die Leute Masken tragen. Der 50-Jährige soll das Mädchen am Handgelenk gepackt haben.

Stuttgart: Passantin verhindert mögliche Entführung der Achtjährigen

Die Achtjährige wehrte sich vehement, was glücklicherweise eine aufmerksame Passantin bemerkte. Sie sprach den Mann an, ob er der Vater des Kindes sei. Die 41-jährige Frau reagierte sofort, als sie feststellte, dass die Achtjährige sich in möglicher Gefahr befand und zwischen den beiden keine familiäre Beziehung bestand. Sie stellte sich bei dem Vorfall in Stuttgart zwischen den Mann und das Mädchen.

Die Zeugin handelte richtig: Sie holte sich direkt Hilfe bei weiteren Passanten, die sofort die Polizei alarmierten. Die Frau kümmerte sich um das Kind, der Mann versucht zu fliehen. Durch die Hinweise der Zeugen gelang es der Polizei eigenen Angaben zufolge, den Unbekannten wenige Tage später nahe dem Tatort in seiner Wohnung festzunehmen. 

Schreckliche Funde bei Wohnungsdurchsuchung weisen auf geplanten Missbrauch hin

Bei einer Wohnungsdurchsuchung und einer Durchsuchung des Rucksacks des Mannes fanden die Beamten mehrere Gegenstände, die auf einen möglichen geplanten sexuellen Missbrauch des Mädchens hinweisen. Das teilte die Polizei bereits im Juni mit. Vor dem Landgericht in Stuttgart wurde es jetzt konkreter: Der 50-Jährige soll unter anderem Fesselutensilien, ein Messer, Klebeband und Überraschungseier dabei gehabt haben.

Weitere Ermittlungen erhärteten im Juni den Verdacht gegen den Mann. Der 50-Jährige wurde im Sommer auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt. Der Richter erließ einen Haftbefehl. Zunächst saß der Angeklagte in Untersuchungshaft, wurde dann allerdings bis zum Prozessbeginn vorläufig in einer Psychiatrie untergebracht.

Laut Stuttgarter Nachrichten soll der Mann sowohl bei der Polizei wie auch beim psychiatrischen Gutachter den Vorwurf weitgehend gestanden und von sexuellen Fantasien berichtet haben. Der Prozess wird am 9. Dezember fortgeführt.

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