Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt

Stuttgart: Volle Intensivstationen durch Migranten? Experte erklärt Zahlen

Die Zahl der Intensivpatienten in Baden-Württemberg steigt rasant. Den Krankenhäusern in Stuttgart und Kliniken der Region fällt vor allem die Herkunft der Patienten auf.

Derzeit scheinen die Corona-Zahlen nicht einfach zu steigen, sondern regelrecht zu explodieren, wie echo24.de im aktuellen Corona-Ticker für Baden-Württemberg berichtet. Auch die Belegung der Intensivstationen im Südwesten mit Covid-19-Patienten ist besorgniserregend. Laut Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart befinden sich 308 Corona-Patienten auf den Intensivstationen des Landes (Stand: 4. November), und die Zahl steigt stetig weiter.

Sollte die Zahl der Intensivpatienten wiederholt auf über 390 steigen, drohen mit der Alarmstufe weitere Einschränkungen. Die Corona-Verordnung sieht in diesem Fall landesweit die 2G-Regel mit Zugangsbeschränkungen etwa in Restaurants oder Museen für Ungeimpfte vor.

Nach einer Prognose der Uniklinik Freiburg für das LGA könnte dies bereits Mitte November der Fall sein, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Aber wer liegt eigentlich auf den Intensivstationen? Sind es hautpsächlich Ungeimpfte, wie viele Medien berichten? Die Stadt und Region Stuttgart liefert auf diese Frage eine eigene Antwort und auch eine Erklärung.

Stuttgart: Viele Patienten auf Intensivstationen sollen Migrationshintergrund haben

Auch in Stuttgart und der Region füllen sich allmählich die Intensivstationen der Krankenhäuser. Dabei stellen die Krankenhäuser offenbar vermehrt fest, dass auffällig viele Patienten einen Migrationshintergrund haben, wie die Stuttgarter Nachrichten (Artikel hinter Bezahlschranke, Anm. der Red.) berichten. Dieses Phänomen sei schon vor Beginn der Impfkampagne beobachtet worden und daran habe sich auch jetzt nichts verändert.

„Im Klinikum Stuttgart wird ein überproportionaler Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund auf den Covid-Intensivstationen und den Covid-Normalstationen versorgt“, sagt Vorstandsvorsitzender Jan Steffen Jürgensen der Stuttgarter Nachrichten. Das ließe sich auch unabhängig von der Reisesaison beobachten. Auch im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus und den Kliniken der Region sehe die Lage ähnlich aus.

Stuttgart: Corona-Patienten mit Migrationshintergrund – Kliniken haben Erklärung

Laut StN gäbe es dafür eine einfache Erklärung. Oft seien es die Lebens- und Wohnumstände der Menschen, die eine Ansteckung begünstigen. Im Detail: Menschen mit Migrationshintergrund lebten häufig auf engerem Raum zusammen und arbeiteten in Berufen mit höherem Ansteckungsrisiko.

Dazu kämen aber auch andere Faktoren, zum Beispiel auch Sprachbarrieren und Heimatbesuche. Speziell in den Balkanländern seien die Impfquoten niedrig und „die Inzidenzen explodieren“, heißt es beim Klinikverbund Südwest in Sindelfingen. Dieses brisante Thema sei laut StN bereits mehrfach während der Pandemie aufgekommen, wegen Rassismusvorwürfen jedoch schnell wieder fallengelassen worden.

Intensivstationen: Überdurchschnittliche viele Corona-Patienten mit Migrationshintergrund?

Eine verlässliche Diskussionsgrundlage gibt es nicht. Hinzu kommt, dass nicht alle Kliniken diese Beobachtungen stützen können oder wollen. So teilten die Heilbronner SLK-Kliniken auf Nachfrage von echo24.de mit, dass sie zu diesem Thema keinerlei Angaben machen. Denn: „Für uns steht die Behandlung, Versorgung und Betreuung aller Menschen im Vordergrund, die unsere Hilfe benötigen. Fragen zur Nationalität und/oder zu etwaigen Migrationshintergründen sind dabei völlig unerheblich.“ Darüber hinaus geht es auch um den Schutz von sensiblen persönlichen Patientendaten, erklärte ein Sprecher der Kliniken.

Die Nationalitäten und die Herkunft der Intensivpatienten werden nämlich nicht erfasst. „Das Landesgesundheitsamt hat keine Informationen über die Herkunft von Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen, da die Nationalität und Herkunft nach dem Infektionsschutzgesetz nicht meldepflichtig ist“, sagt eine Sprecherin des zuständigen Regierungspräsidiums Stuttgart. 

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