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Passant entdeckt Querdenker-Aktion in der Stuttgarter Innenstadt – „so eine Frechheit“

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Von: Nadja Pohr

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Mehrere Zettel wurden auf der Königstraße in Stuttgart aufgehängt. Darauf zu lesen waren „Nachrichten“ von vermeintlichen Impfopfern.
Mehrere Zettel wurden auf der Königstraße in Stuttgart aufgehängt. Darauf zu lesen waren „Nachrichten“ von vermeintlichen Impfopfern. © Screenshot Twitter @Mafahuga

In der Stuttgarter Innenstadt sorgte die Aktion eines Verschwörungstheoretikers für Aufsehen. Im Netz zeigten sich einige Passanten entsetzt davon.

Kurz nachdem das Coronavirus in Baden-Württemberg 2020 Einzug gehalten hat, gründete sich die Initiative „Querdenken“ in der Landeshauptstadt Stuttgart. Seither kritisiert und hinterfragt die Gruppierung Corona-Maßnahmen sowie Impfempfehlungen und ruft immer wieder zu Demonstrationen in ganz Deutschland auf, berichtet BW24.

Jüngst kam es bei einer Mahnwache der Querdenker in der Stuttgarter Innenstadt zu unschönen Szenen. Jugendliche, die dort vor Ort waren und kritische Fragen stellten, wurden von einer Rednerin beleidigt. Im Netz zeigen sich die User fassungslos. Am Mittwoch (9. November) kam es erneut zu einem Protest eines Verschwörungstheoretikers - diesmal im Stillen. Auch davon zeigte sich ein Passant entsetzt.

„So eine Frechheit“: Passant kritisiert Querdenker-Aktion in der Stuttgarter Fußgängerzone

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter macht ein Fußgänger seine Meinung dazu deutlich: „Ich bin absolut entsetzt. Ich laufe gerade durch die Königstraße und sehe das hier“, schreibt er. Mitten in der Fußgängerzone auf der Königstraße in Stuttgart hängen über einige Meter einlaminierte Zettel. Darauf zu lesen sind „Nachrichten“ von vermeintlichen Impfopfern. Hinter der Aktion, die sich „Galerie des Grauens“ nennt, steckt der rechtsextreme Verschwörungstheoretiker Peter Ganz. Hin und wieder bleiben Passanten stehen und blicken auf die Zettel. Die Theorien scheinen die Menschen zu interessieren.

„So eine Frechheit. Wie kann das da länger als zehn Minuten stehen, mit all den Lügen der Querdenker“, kritisiert der User und verlinkt dabei auch die Polizei Stuttgart. Der Twitter-Account der Dienststelle entgegnet daraufhin jedoch, dass es sich bei der Aktion um eine Versammlung handelt, die von der Stadt genehmigt wurde. „Wenden Sie sich bei Fragen, Kritik oder Anregungen an die Stadt Stuttgart“, verweisen die Beamten im Netz.

„Da kann man nur den Kopf schütteln“: Stuttgarter sind fassungslos über krude „Ausstellung“

Auch andere Stuttgarter bringen wenig Verständnis für die krude „Ausstellung“ auf. „Habe das auch gesehen und bin sehr enttäuscht“, schreibt ein Nutzer auf Twitter. „Ich bin Stuttgarterin und bin auch sehr empört über die geschmacklosen Lügen der Querdenker. Was müssen wir uns noch alles von den Querdenkern gefallen lassen?“, fragt sich eine weitere Userin. „Da kann man nur den Kopf schütteln“, äußerte eine Dame beim Blick auf die Zettel, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet. Andere verweisen in den Kommentaren auf Twitter allerdings auch auf die Meinungsfreiheit in Deutschland, weshalb eine solche Aktion völlig legitim sei.

Fragwürdig ist dabei jedoch auch das gewählte Datum des „Künstlers“ Peter Glanz, der kein Geheimnis aus seiner Gesinnung macht. So wählte der bekennende Höcke-Fan, der zudem enge Kontakte zur Neonazi-Szene pflegt, ausgerechnet den 9. November für seinen Protest - der Tag, an dem sich die Reichspogromnacht, in der Nazis hunderte Juden ermordeten, jährt. Ohne Hintergedanken scheint die Aktion jedenfalls nicht stattgefunden zu haben.

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