Ist ein Elektrobus die Brandursache?

Großbrand in Stuttgart: Busdepot zerstört – Unternehmen mit Hammer-Maßnahme

Größtes Feuer in Stuttgart seit über 15 Jahren: Busdepot der SSB brennt komplett aus - Über 20 Fahrzeuge, Auch Elektrobusse, werden von Flammen zerstört
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Größtes Feuer in Stuttgart seit über 15 Jahren: Ein Busdepot der SSB brennt komplett aus – unter den 20 Fahrzeuge war auch ein Elektrobus.
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  • Violetta Sadri
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Bei einem Großbrand in einem Busdepot in Stuttgart wurden 25 Busse zerstört. War der Auslöser ein Elektro-Bus? Daimler steht nun im Fokus.

Update vom 9. Oktober: Insgesamt 25 Busse wurden bei einem Großbrand in einem Stuttgarter Busdepot der SSB zerstört. Nun steht einer der Elektrobusse von Daimler im Fokus – möglicherweise könnte dieser den Brand verursacht haben. Vermutlich ist das Feuer durch einen technischen Defekt beim Laden des Elektrobusses entstanden. Zuerst lag der Verdacht auf einem anderen Elektrobus von Volvo, dieser soll es aber nicht gewesen sein.

Nun reagieren andere Verkehrsbetriebe und ziehen Elektrobusse aus dem Verkehr. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, nimmt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) vorsorglich acht Daimler-Elektrobusse des gleichen Typs wie in Stuttgart außer Betrieb – bis die Brandursache in Stuttgart geklärt ist.

Großbrand in Stuttgart: 25 Busse zerstört – Daimler plötzlich unter Verdacht

Update vom 8. Oktober: Nach dem verheerenden Brand im Stuttgarter Busdepot der SSB steht nun Daimler im Fokus. Brandermittler und Gutachter haben am Donnerstag die ausgebrannte Stelle noch einmal untersucht und sind zum Entschluss gekommen, dass einer der Elektro-Gelenkbusse der Mercedes-eCitaro-Flotte eventuell der Grund sein könnte. Vor allem auch, weil er im Bereich der Brandausbruchstelle gestanden haben soll.

Der zuerst in Verdacht geratene Volvo-Elektrobus hat nach Aussagen des schwedischen Herstellers nichts mit dem Brandausbruch zu tun. „Der Bus ist einer hohen Hitzeeinwirkung ausgesetzt gewesen, es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Bus Feuer gefangen hätte“, sagt Gerd Schneider, der Geschäftsführer der Volvo Busse Deutschland. Den größten Schaden soll es an der Front gegeben haben. Die Hochleistungsakkus befänden sich jedoch auf dem Dach.

Daimler im Fokus: Ist der eCitaro von Mercedes der Auslöser des Brandes im Stuttgarter Busdepot?

Obwohl der verdächtige Mercedes-Bus und die Halle noch nicht näher untersucht wurden, sagte die Polizeisprecherin Ilona Bonn: „Brandauslöser könnte der Ladevorgang eines Elektrobusses gewesen sein.“ Denn: Experten des Landeskriminalamtes und der Kriminaltechnik der Polizei haben Daten des Brandmeldesystems ausgelesen. Heraus kam, dass die Temperatursensoren über dem Elektrobus zuerst ausgelöst wurden. Die Ermittler gehen demnach von einem technischen Defekt aus. Dennoch sind weitere Untersuchungen notwendig. Zuerst müsse jedoch die Einsturzgefahr des Busdepots behoben werden.

Der vollelektrische eCitaro-Gelenkbus in der SSB-Flotte steht nicht zum ersten Mal im Fokus. Im Frühjahr 2021 wurden 30 Busse aus Wiesbaden und Stuttgart zurückgerufen. Der Grund: Probleme bei den Feststoffhochvoltakkus. Die Sprecherin von Mercedes-Benz Buses möchte sich nicht an den „Spekulationen beteiligen“. Bestätigen kann sie nur, dass ein eCitaro vom Brand zerstört wurde. Sie bestätigt zudem, dass bei dem Busdepot-Brand am 5. Juni in Hannover ebenfalls der Typ eCitaro betroffen gewesen sei. Bei dem Brand am 1. April in Düsseldorf gab es keine Mercedes-Busse im Fuhrpark.

Großbrand in Stuttgart: 25 Busse zerstört – war DAS der Auslöser?

Update vom 6. Oktober: Nun ist es eine Woche her, dass im Stuttgarter Busdepot der SSB 25 Busse ausbrannten - da gibt es endlich erste Erkenntnisse, was eigentlich passiert ist. In einer Sitzung des baden-württembergischen Landtags erklärte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwoch, das Feuer habe - nach jetzigem Kenntnisstand - bei einem Elektrobus begonnen. Ein „technischer Defekt“ habe das Inferno ausgelöst, berichtete Strobl, doch was genau geschehen sei, könne man bisher nicht sagen.

Großbrand in Stuttgart: 25 Busse zerstört - Brandursache tatsächlich geklärt?

Doch ob der E-Bus somit auch schuld an der Zerstörung hat, ist damit immernoch nicht geklärt. Wie ein Sprecher gegenüber dem SWR erklärte, könnte das Feuer „aus unterschiedlichen Gründen auch in der Nähe der Fahrzeuge ausgebrochen sein“. Genauere Untersuchungen soll des demnach frühestens am Donnerstag geben.

Auch die Polizei ist bisher nicht sicher, was die Brandursache war. Eine Sprecherin sagte dem SWR zudem, man könne überhaupt nicht sagen, ob es sich bei der Brandursache nun tatsächlich um einen technischen Defekt oder gar Brandstiftung handle. Noch hätten die Brandermittler den Brandort aus Sicherheitsgründen nicht betreten. Die ausgebrannte Abstellhalle im Stuttgarter Osten sei immer noch einsturzgefährdet.

Großbrand in Stuttgart: 25 Busse zerstört - Glück im Unglück?

Update vom 2. Oktober, 12 Uhr: Ein gigantisches Feuer hat es am Donnerstagabend in einem Busdepot der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) gegeben – insgesamt 25 Busse wurden dabei zerstört, wie der Vorstandssprecher Thomas Moser mitteilte. „Das ist eine Lage, die wir noch nie hatten.“ Alle seien sehr betroffen, aber zum Glück wurde niemand ernsthaft verletzt.

In der seitlich offenen Halle machte am Donnerstagabend die Brandmeldeanlage auf das Feuer aufmerksam. Auch ein Mitarbeiter hatte es auf dem Dach eines Busses entdeckt. 60 Fahrzeuge konnten noch rechtzeitig aus der Halle im Stadtteil Gaisburg herausgefahren werden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Sie wurden auf dem Festgelände Wasen in unmittelbarer Nähe abgestellt. Dort ist zurzeit Platz, da das Cannstatter Volksfest aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfindet.

Großbrand in Stuttgart: 25 Busse zerstört – Schadenshöhe und Ursache bislang unbekannt

Als das Feuer ausbrach, waren viele Busse noch im Einsatz. Die SSB sprach von großem Glück. Wäre der Brand mehrere Stunden später ausgebrochen, wäre das Depot voll gewesen und mehr Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt, die Brandermittler der Polizei konnten die einsturzgefährdete Halle noch nicht betreten. Anzeichen für eine vorsätzliche Tat gab es nach Angaben einer Sprecherin nicht. Wie hoch der Sachschaden ist, steht noch nicht fest, es wird allerdings von einer Summe im Millionen-Bereich ausgegangen.

Die beiden Mitarbeiter der Buswerkstatt, die mit Verdacht auf Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt wurden, konnten noch am Abend wieder entlassen werden. Zahlreiche Mitarbeiter der SSB sind aus ihrer Freizeit gekommen, um zu helfen. Auch einige SSB-Mitarbeiter, die in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sind, halfen bei der Brandbekämpfung. „Ich danke allen Beteiligten, der Feuerwehr, unseren Kolleginnen und Kollegen sehr herzlich für ihren schwierigen Einsatz“, so Thomas Moser.

Großbrand in Stuttgart: Busverkehr läuft weiter – SSB erhält viel Unterstützung

Der Brand führe laut Moser zu keiner größeren Beeinträchtigung des Linienbetriebs in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. „Wir können den fahrplanmäßigen Betrieb auf unseren Buslinien im Großen und Ganzen aufrechterhalten - wenn es zu einzelnen Ausfällen kommt, bitten wir unsere Fahrgäste um Verständnis“, sagt Vorstandssprecher Moser.

Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB)

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ist das Verkehrsunternehmen der Landeshauptstadt Stuttgart, eingebunden in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS). Die SSB betreiben 19 Stadtbahnlinien und 47 Buslinien.

Die SSB prüfe, zusätzliche Busse anzumieten. Auch andere Verkehrsunternehmen hätten ihre Hilfe angeboten. Moser: „Dieses kollegiale Mitdenken ist für uns ein sehr wohltuendes Zeichen.“ Insgesamt hat die SSB 270 Busse in Stuttgart im Einsatz und zwei weitere Betriebshöfe. Nach dem Brand im Busbetriebshof Gaisburg läuft der Buslinienverkehr der SSB im fahrplanmäßigen Taktverkehr weiter. Auf den Linien 42 und 65 kam es zum Ausfall einzelner Zusatzfahrten. Fallweise Einschränkungen sind weiterhin möglich.

Die SSB ist bestrebt, dass die Kunden von etwaigen Auswirkungen so wenig wie möglich betroffen sind. Alle stattfindenden Fahrten werden in der elektronischen Fahrplanauskunft (EFA) angezeigt. Die SSB empfiehlt ihren Fahrgästen, sich jeweils vor Antritt der Fahrt über dieses System zu informieren, heißt es auf der Webseite des Nahverkehrsunternehmens.

Großbrand in Stuttgart: 20 Busse zerstört – Busverkehr beeinträchtigt

Update vom 1. Oktober, 9 Uhr: In einem Busdepot der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) hat es am Donnerstagabend einen gigantischen Großbrand gegeben. Insgesamt 210 Feuerwehrleute waren vor Ort im Einsatz, mehrere Menschen wurden verletzt, mindestens 20 Busse der SSB sind verbrannt.

„Am Abend des 30. September kam es zu einem Großbrand im Bus-Betriebshof Gaisburg der SSB. Ein Mitarbeiter bemerkte gegen 19.40 Uhr den Brand in der Abstellhalle. Er meldete den Brand sofort. Werkstattmitarbeiter und anwesende Fahrer fuhren zahlreiche Busse aus der Halle und brachten sie in Sicherheit“, teilt der SSB mit. Dass mindestens 20 Busse komplett ausgebrannt sind, hat auch Auswirkungen auf den Busverkehr in Stuttgart.

Großbrand in Stuttgart: 20 Busse zerstört – so läuft der Busbetrieb weiter

Neben dem Fehlen von etwa 20 Bussen ist vor allem die Logistik ein Problem, denn das Ausrücken der Busse muss neu organisiert werden. „Aufgrund des gestrigen Großbrands im SSB-Busbetriebshof Gaisburg ist heute auf den SSB-Buslinien mit Beeinträchtigungen, Fahrplanabweichungen und Fahrtausfällen zu rechnen. Bitte informieren Sie sich vor Fahrtantritt in der elektronischen Fahrplanauskunft (EFA) über ihre geplante Fahrt“, heißt es vonseiten der SSB. Betroffen sind insgesamt 16 Buslinien: X1, X2, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 50, 52, 56, 61, 62, 91, 92, 99.

Großbrand in Stuttgart: 210 Feuerwehrleute im Einsatz – Busdepot brennt aus

Erstmeldung vom 1. Oktober, 6.50 Uhr: Es ist das größte Feuer in Stuttgart seit über 15 Jahren: Eine riesige Rauchsäule steigt in den Stuttgarter Nachthimmel auf, über dem Osten der Stadt kreist ein Polizeihubschrauber, Explosionen sind zu hören. Bei einem Großbrand auf einem Betriebsgelände der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) sind am Donnerstagabend (30. September) mindestens 20 Busse vollständig zerstört worden. Insgesamt seien 210 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen, um die Flammen zu löschen, teilte die Feuerwehr am Freitagmorgen mit.

Den Angaben zufolge wurden sechs Angestellte der SSB ärztlich versorgt. Zwei von ihnen erlitten leichte Verletzungen und kamen mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Ob ein technischer Defekt zum Ausbruch des Brandes geführt habe oder Brandstiftung, müsse noch ermittelt werden. Anzeichen für eine vorsätzliche Tat gab es der Polizei zufolge jedoch nicht. Auch die Höhe des Schadens war zunächst unklar – inzwischen ist die Rede von einem Schaden in Millionenhöhe.

Großbrand in Stuttgart: Mehrere Verletzte – 20 Busse der SSB ausgebrannt

Augenzeugen meldeten das Feuer laut einer Polizeisprecherin gegen 20 Uhr. Beamte sperrten den Bereich daraufhin weiträumig ab, ein Polizeihubschrauber unterstütze den Einsatz aus der Luft. Der Großbrand hielt auch Anwohner des Industriegeländes im Stadtteil Gaisburg in Atem. Diese waren dazu aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Klima- und Lüftungsanlagen auszuschalten und das betroffene Gebiet zu meiden. Am frühen Freitagmorgen wurde die Warnung wieder aufgehoben, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Ob der Brand Auswirkungen auf den Busbetrieb in Stuttgart haben werde, sei noch unklar, teilte ein SSB-Sprecher am Freitagmorgen mit. Zuvor hatte der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart mitgeteilt, dass auf SSB-Buslinien zu Betriebsbeginn mit Beeinträchtigungen zu rechnen sei. Zuletzt hat es einen großen Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus in Stuttgart gegeben – Anfang September waren dort 86 Einsatzkräfte vor Ort, ein Mann starb im Feuer.

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