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Stuttgart: Beamten droht Kälte im Büro! Dicke Socken statt heizen

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Von: Dominik Jahn

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Neues Schloss Stuttgart
Auch im Neuen Schloss in Stuttgart: Beamten droht Bibber-Winter im Büro! © dpa/ Bernd Weissbrod

Stuttgart mit düsterer Heizkostenprognose für den kommenden Winter. Minister stellt klare Forderung zum Sparen im Büro.

Alle müssen sparen. Nach den gestiegenen Spritpreisen, klettern auch die Gaskosten immer weiter. Wie echo24.de berichtet gab es bereits im April 2022 düstere Prognosen für die Entwicklung rund um Gas und Strom. Mit Blick auf den kommenden Winter werden auch fürs Land Baden-Württemberg die Sorgenfalten immer tiefer. Beamten droht ein Bibber-Winter im Büro.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt, rechnet das Land wegen der immer geringeren Mengen russischer Gaslieferungen mit explodierenden Heizkosten für eigene Gebäude. Dem Bericht nach machte man im Jahr 2021 noch 17 Millionen Euro für die Gasversorgung der etwa 8.000 Landesgebäude locker. Man geht von einer Verdreifachung des Gaspreises aus. Laut eines Sprechers des Finanzministeriums „wären für 2023 rund 51 Millionen Euro an Kosten für die Gasversorgung zu erwarten“.

Stuttgart: Finanzministerium rechnet mit extremen Anstieg für Gaskosten

Doch in der Landeshauptstadt Stuttgart hat man wohl inzwischen auch diese Annahme wieder verworfen. Aus dem Finanzministerium kommen bereits andere Rechenspiele mit den Gaskosten. So würden neuere Hochrechnungen für den Gaseinkauf Kosten ergeben, die „vier bis fünf Mal so hoch sein werden als im Jahr 2021“.

Die Kosten könnten damit für 2023 auf 85 Millionen Euro klettern. Die zusätzlichen Ausgaben für Fernwärme sei dabei noch gar nicht mit drin in der Rechnung. Die Folgen der drohenden Winter-Heizkosten bekommen am Ende wohl die Beamten im Büro zu spüren.

Extreme Gaskosten im Winter: Beamte in Stuttgart brauchen wohl dicke Socken

Einsparungen würden laut der Deutschen Presse-Agentur besonders auch die Büros der Landesbediensteten in Stuttgart treffen. Die Heizung soll dann auf Sparflamme laufen. Höchstens 18 Grad - es droht ein echter Bibber-Winter für Beamte. Aus dem Ministerium heißt es gegenüber der dpa: „Man sei offen dafür, wenn der Bund die Arbeitsstättenverordnung entsprechend ändern würde. Bisher liegt der Standard bei leichten Büroarbeiten bei 20 Grad“.

Aktuell werde an einem „Maßnahmenbündel“ gearbeitet, „um für Herbst und Winter vorbereitet zu sein“. Die Entwicklung rund um den extremen Anstieg der Gaskosten, hatte Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz kurz nach dem Ausrufen der Alarmstufe im Notfallplan angesprochen. Daher wurde dann auch von der Landesregierung in den Eckpunkten für den Doppeletat 2023/24 ein Risikopuffer in Höhe von einer Milliarde Euro eingebaut.

Stuttgart: Bibbern im Büro gehört dazu - Minister stellt klare Forderung

Die Wärmeversorgung für die Büros in den Landesgebäuden laufe dem Bericht zufolge „zum großen Teil über landeseigene oder von Dritten betriebene Nah- und Fernwärmenetze. Die Wärmeerzeugung erfolge vor allem über Kraft-Wärme-Kopplung“. Der Sprecher des Ministeriums erklärt dazu: „Erdgas wird als Hauptenergieträger mit einem Anteil von rund 50 Prozent genutzt.“

Zwar sei die Versorgung zum aktuellen Zeitpunkt gesichert, allerdings „ist die Beschaffung von Erdgas an der Energiebörse bereits deutlich erschwert“, macht Bayaz schon im Mai 2022 deutlich. Zudem brachte der Minister das gesetzte Ziel der Landesverwaltung nochmals auf den Tisch, dass man bis 2030 klimaneutral sein solle. Bayaz gegenüber der dpa: „Die Landesgebäude sollen gemäß den Beschlüssen des Landtags schnellstmöglich auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung umgestellt werden. Dies gilt in besonderem Maße in Anbetracht der aktuellen Energiekrise.“

Er macht klar, auch ein Bibber-Winter für Beamte im Büro gehört in Krisenzeiten dazu: „Mittels vieler kleiner Maßnahmen in den einzelnen Gebäuden kann in der Summe aller Liegenschaften ein erheblicher Anteil an Energie eingespart werden.“

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