Kandidat für Baden-Württemberg

Stuttgart: Fernsehturm könnte zum UNESCO-Welterbe ernannt werden

Sonnenuntergang stuttgart
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Der Stuttgarter Fernsehturm könnte schon bald zum UNESCO-Welterbe werden. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Der Fernsehturm in Stuttgart könnte schon bald zum UNESCO-Welterbe werden – die Stätte ist eine von zwei Kandidaten für Baden-Württemberg.

Der 217 Meter hohe Fernsehturm in Stuttgart war der weltweit erste seiner Art – nun könnte er zum UNESCO-Welterbe ernannt werden, wie *echo24.de berichtet. „Nach einer Bauzeit von 20 Monaten wurde der Stuttgarter Fernsehturm am 5. Februar 1956 eingeweiht. Er wurde zu einem Prototyp, den man auf der ganzen Welt nachbaute und weiterentwickelte – von Frankfurt über Dortmund bis Johannesburg und Wuhan in China“, heißt es auf der Seite des Stuttgarter Fernsehturms.

Der SWR Fernsehturm ist laut einer Pressemitteilung einer von zwei Vorschlägen, die Baden-Württemberg bei der Kultusministerkonferenz für die deutsche Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe einbringt. Die Kultusministerkonferenz entscheidet dann voraussichtlich Ende 2023, welche Einreichungen auf die deutsche Vorschlagliste gesetzt werden.

Deutschland kann bei der UNESCO jährlich die Aufnahme einer Stätte in die Welterbeliste beantragen. Diese Stätte muss zuvor mindestens ein Jahr auf der Vorschlagsliste eingetragen gewesen sein. Es kann also noch eine Weile dauern, bis der Fernsehturm Weltkulturerbe wird.

BauwerkStuttgarter Fernsehturm
Wie hoch ist der Stuttgarter Fernsehturm?Der Fernsehturm in Stuttgart ist 217 Meter hoch.
Wie viel hat der Bau des Fernsehturms in Stuttgart gekostet?4,2 Millionen DM
Wie lange hat der Bau des Stuttgarter Fernsehturms gedauert?Der Bau des Stuttgarter Fernsehturms hat 20 Monate lange gedauert.
Wie alt ist der Fernsehturm in Stuttgart?Der Fernsehturm wurde am 5. Februar 1956 eingeweiht.

Stuttgart: Fernsehturm könnte UNESCO-Welterbe werden – die Geschichte

Heute gehört der Fernsehturm zu den Wahrzeichen der Landeshauptstadt Stuttgart. Von der Aussichtsplattform kann die Stadt überblickt werden und die Weinberglandschaft des Neckartals bewundert. Ursprünglich wollte der Süddeutsche Rundfunk seine Antennen auf einen 200 Meter hohen, mit Drahtseilen gesicherten Eisen-Gittermasten stellen. Der berühmte Stuttgarter Brückenbauer und Statiker Professor Fritz Leonhardt schlug hingegen den Bau eines optisch ansprechenderen Betonturm vor, der zudem vielseitig genutzt werden kann.

Neu an seiner Idee war nicht nur die Konstruktion, sondern vor allem der Vorschlag, den Bau auch touristisch und gastronomisch zu nutzen. So entstand der historische Turm mit seinem fast kreiszylindrischen Korb, der nicht nur Sendetechnik, sondern auch eine Aussichtsplattform und Gaststätte beherbergt. Die Baukosten von 4,2 Millionen Mark konnten bereits nach fünf Jahren durch die Eintrittsgelder kompensiert werden.

Was ist ein UNESCO-Welterbe?*

1972 wurde von der Generalkonferenz der UNESCO die „Internationale Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ verabschiedet. Sie legt den Schutz eines Kultur- oder Naturgutes, das einen „außergewöhnlichen universellen Wert“ besitzt, in die Obhut der gesamten Menschheit.

Mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichtet sich jedes Land, die innerhalb seiner Landesgrenzen gelegenen Denkmäler zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Als Gegenleistung bekommen die Mitgliedstaaten der UNESCO Fachberatung zur Erhaltung Ihrer Denkmäler, die Entwicklungsländer auch finanzielle Hilfen.

*Quelle: UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.

Ist der Stuttgarter Fernsehturm bald ein UNESCO-Welterbe?

Das Stuttgarter Wahrzeichen wurde bereits des Öfteren ausgezeichnet – eine Anerkennung als UNESCO-Welterbe wäre eine willkommene weitere. Der Fernsehturm hat am 19. November 1959 den Paul-Bonatz-Architekturpreis erhalten, 1986 wurde der Turm in das Denkmalbuch der Stadt Stuttgart eingetragen.

Am 11. Juli 2009 wurde der Fernsehturm in Stuttgart als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet. Damit würdigt die Bundesingenieurkammer den Entwerfer des Turms, dem es gelungen ist, „dem 15 Meter breiten Turmkopf die Schwere zu nehmen und ihn gleichsam schweben zu lassen“, hieß es. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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