Stadt steht vor einem Rätsel

Kettensägen-Massaker bei Stuttgart - anders als Sie denken, aber extrem rätselhaft

In einer Collage ist eine Kettensäge vor dem Satellitenbild eines Waldstücks zu sehen.
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Bei Stuttgart wurden Bäume mit professionellem Equipement illegal gerodet.
  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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In Fellbach bei Stuttgart kommt es zu einem Kettensägen-Massaker der ganz anderen Art. Die Stadt steht vor einem Rätsel.

In Fellbach bei Stuttgart steht man vor einem Rätsel. Schon zum zweiten Mal hat ein Unbekannter ein Massaker - offenbar mit einer Kettensäge - verursacht. Die Stadt stellt nun Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei - und hofft auf Mithilfe bei der Lösung des Mysteriums, wie echo24.de* berichtet.

Fellbach/Stuttgart: Kettensägen-Massaker - anders als sie denken, aber extrem rätselhaft

„Wir können nicht nachvollziehen, wer sich hier austobt“, erklärt Gundis Steinmetz, zuständige Mitarbeiterin im Fellbacher Stadtplanungsamt für das Kettensägen-Massaker im Nordosten von Stuttgart*. Am Rand der Steppenheide auf dem Fellbacher Kappelberg hat ein Umweltschänder illegale Rodungen vorgenommen. Wie Bildplus berichtet, fielen dem Unbekannten offenbar Hunderte Bäume und Sträucher zum Opfer.

RegionStuttgart
StadtFellbach
Gebietnahe Steppenheide auf dem Kappelberg

Demnach ging der Umweltschänder beim Natur-Massaker wohl mit einer Kettensäge zu Werke. „Die Schnitte erfolgten mit professionellem Arbeitsgerät“, bestätigt auch Gundis Steinmetz. Nur warum - das ist in Fellbach bei Stuttgart noch völlig unklar. Ein Versehen konnte laut Bildplus längst ausgeschlossen werden.

Fellbach/Stuttgart: Unbekannter greift zur Kettensäge - Massaker nahe Naturschutzgebiet

Denn: Der Unbekannte hatte im Sommer schon einmal zur Kettensäge gegriffen. Auf der Plattform der Steilkante in Richtung Fellbach war schon damals Gebüsch zusammengeschnitten worden. Mitte November dann wurde der Umweltschänder zum Wiederholungstäter. Diesmal nahm er sich einen Bereich östlich der unter Naturschutz stehenden Heidelandschaft vor.

Das Schnittgut wurde in Fellbach einfach liegen gelassen.

Der wirtschaftliche Schaden durch das Kettensägen-Massaker in Fellbach sei begrenzt, heißt es von der Stadt bei Stuttgart. Doch der Arbeitsaufwand, der jetzt mit den anstehenden Aufräumarbeiten verbunden sei, „bringt die weiteren Planungen durcheinander und ist nicht zu unterschätzen“. Das Schnittgut hatte der Unbekannte nämlich auch nicht etwa als Brennholz mitgenommen, sondern einfach vor Ort liegen lassen.

Fellbach/Stuttgart: Unbekannter ließ nach illegalen Rodungen Schnittgut einfach liegen

Die sogenannte Steppenheide auf dem Fellbacher Kappelberg gilt als artenreiches Biotop. Sie ist laut Angaben der Stadt stark gefährdet und hochgradig geschützt. Unliebsame Büsche und Sträucher werden normalerweise durch die Beweidung mit Ziegen ferngehalten.

Im Dezember sollte das Naturschutzgebiet in Fellbach bei Stuttgart von der Stadt um etwa 3.000 Quadratmeter erweitert werden. Doch nicht in dem Gebiet, in dem der Unbekannte mit seiner Kettensäge wütete. „Es bleibt der Stadt nichts anderes übrig, als das Schnittgut zu beseitigen“, sagt Steinmetz, die im engen Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Naturschutzbund steht.

Fellbach/Stuttgart: Rätsel um Kettensägen-Massaker - Stadt hofft auf Hinweise

Hinnehmen, will man das nun schon zweite Kettensägen-Massaker in Fellbach bei Stuttgart nicht. Neben der Anzeige bei der Polizei, hofft man, das Rätsel um den unbekannten Naturschänder mithilfe der Bevölkerung lösen zu können.

„Arbeiten in diesem Gebiet sind nicht ungewöhnlich, wahrscheinlich haben viele die Rodung für normale Pflegemaßnahmen gehalten.“

Beatrice Soltys, Bürgermeisterin in Fellbach

Fellbachs Bürgermeisterin Beatrice Soltys ruft daher Spaziergänger, Freizeitsportler und Wengerter auf, sich beim Stadtplanungsamt zu melden, wenn die illegalen Rodungen beobachtet worden sind. „Arbeiten in diesem Gebiet sind nicht ungewöhnlich, wahrscheinlich haben viele die Rodung für normale Pflegemaßnahmen gehalten“, vermutet Soltys. Noch ein drittes Mal soll der Unbekannte nicht zur Kettensäge greifen können.

Der rätselhafte Unbekannte aus Fellbach ist übrigens nicht der Einzige, der illegal mit einer Kettensäge* hantiert. Im Sommer hatte es nahe Stuttgart einen ganz anderen Vorfall mit dem gefährlichen Arbeitsgerät gegeben. *echo24.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

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