Schlechte Nachrichten zu Weihnachten

Daimler in Stuttgart kündigt tausende Arbeitsverträge! So reagiert der Betriebsrat

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Die Daimler AG in Stuttgart kündigt Tausenden Mitarbeitern ihre 40-Stunden-Verträge. Ab März 2021 sollen die Betroffenen nur noch 35 Stunden pro Woche arbeiten.

Dass Daimler aus Stuttgart einen harten Sparplan fährt, ist nichts Neues. Doch die jetzt angekündigten Sparmaßnahmen dürften vielen Mitarbeitern sauer aufstoßen. Konkret geht es nämlich um die Personalkosten, die der Konzern aus Stuttgart senken will. Die Daimler AG will tausende 40-Stunden-Verträge zum 31. März 2021 kündigen und so Gehälter einsparen. Die betroffenen Mitarbeiter bekommen ab April neue Arbeitsverträge mit nur noch 35 statt 40 Arbeitsstunden pro Woche. Mit der Tarifregelung ist das vereinbar. Trotzdem kritisiert der Betriebsrat von Daimler die neue Sparmaßnahme scharf.

Daimler AG kündigt tausende Verträge: Das sagt der Betriebsrat dazu

Die betroffenen Daimler-Mitarbeiter müssen laut Stuttgarter Zeitung mit Gehaltskürzungen um bis zu 12,5 Prozent rechnen. Aus Sicht von Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht ist das eine Sparmaßnahme, „die wir jetzt nicht brauchen können“. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Maßnahme der Daimler-Führung nicht zielführend. Man solle erst mal die Wirkung der bereits vereinbarten Sparmaßnahmen aus der Gesamtbetriebsvereinbarung zur Reduzierung der Arbeitskosten abwarten. Die voreilige Kündigung der 40-Stunden-Verträge bezeichnet Brecht als „unkoordinierten“ Schritt.

NameDaimler AG
HauptsitzStuttgart
Anzahl der Mitarbeiter298.655 (Stand: 2019)
Umsatz172,7 Milliarden Euro (Stand: 2019)
Vorstandsvorsitzender Ola Källenius (Seit Mai 2019)

Die neue Sparmaßnahme will die Stuttgarter Daimler AG laut eigener Aussage zum 1. April 2021 umsetzen. Der Gesamtbetriebsratschef kritisiert diesen Zeitplan scharf. „Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen müssen solche bitteren Pillen kurz vor Weihnachten schlucken“, erklärt er. Das passe nicht zu der vom Vorstand verlangten Unternehmenskultur. Zudem sei die Maßnahme nicht förderlich für einen vertrauensvollen Umgang untereinander. Laut der Konzernführung ist eine „niedrige vierstellige Anzahl“ von Daimler-Mitarbeitern von der Arbeitszeitreduzierung betroffen.

Daimler AG kündigt Tausende Verträge: Diese Mitarbeiter sind betroffen

Die Kündigung von mehren Tausend 40-Stunden-Verträgen betrifft Daimler-Mitarbeiter in vielen verschiedenen Bereichen. Betroffen sind unter anderem Beschäftige bei der Mercedes-Benz AG, der Daimler Truck AG und der Gastronomie GmbH Deutschland. Führungskräfte der Ebene vier und fünf sowie Funktionsträger in gesetzlich vorgeschriebenen Funktionen sind laut der Stuttgarter Daimler AG von der neuen Sparmaßnahme ausgenommen. Das betrifft auch Daimler-Mitarbeiter der betriebsinternen Feuerwehr, der Arbeitssicherheit, die Rettungssanitäter oder Mitarbeiter der werksärztlichen Dienste.

Immer wieder kommt es zu neuen Sparmaßnahmen in der Daimler AG. Doch auch andere Großkonzerne müssen ihren Gürtel enger schnallen. Zuletzt berichtete echo24.de über die Sparmaßnahmen bei Bosch in Stuttgart. Mit ein Grund für die harten Sparmaßnahmen sind die Umsatzeinbrüche in der Corona-Krise. Aber auch der Wandel zur Elektromobilität stellt die großen Konzerne im Automobilsektor in Deutschland vor neue Herausforderungen. Viele Unternehmen investieren in die grüne Zukunft. Mitarbeiter im alten Verbrenner-Sektor haben in solchen Zukunftsplänen oftmals das Nachsehen.

Daimler AG kündigt Tausende Verträge: So rechtfertigt sich die Konzernspitze

Aktuell berichtet auch die Stuttgarter Zeitung über die Kündigung der 40-Stunden-Verträge in der Stuttgarter Daimler AG. Die Konzernspitze verteidigt ihre Entscheidung. Im Zuge der Restrukturierung und der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise seien Einsparungen nötig, erklärt eine Daimler-Sprecherin. Zudem hätten sich Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat bereits im September auf eine Gesamtbetriebsvereinbarung mit Sparmaßnahmen verständigt. Die Kündigung der 40-Stunden-Verträge bezeichnet die Daimler-Sprecherin in der Stuttgarter Zeitung als „weitere Maßnahme zur Reduzierung der Personalkosten“. Mehrere tausend Daimler-Mitarbeiter werden sich also auf harte Zeiten einstellen müssen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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