Erpresser saß seite April in U-Haft

Prozess um Daimler-Erpressung: Mann jagte Mercedes A-Klasse in die Luft - Urteil gefallen!

  • Violetta Sadri
    vonVioletta Sadri
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  • Jason Blaschke
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Am Stuttgarter Landgericht muss sich ein Daimler-Erpresser wegen räuberischer Erpressung und einer Sprengstoffexplosion verantworten. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Update vom 29. Oktober, 15.35 Uhr: Das Urteil im Prozess um die versuchte Daimler-Erpressung ist gefallen. Der Angeklagte wurde zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 31-Jährige räumte ein, insgesamt 11 Erpresser-Schreiben verfasst zu haben. Einmal forderte er von Daimler 25 Millionen Euro, ein anderes Mal drei Millionen.

Er drohte Daimler in seinen Briefen bei Nichtbezahlung Quecksilber in Fahrzeugen zu verteilen. Einen Mercedes jagte er dann in die Luft, um seine Forderungen zu untermauern. Seit April sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Nun wurde er unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung verurteilt. Sechs Jahre und neun Monate forderte die Staatsanwaltschaft, fünf Jahre die Verteidigung.

Update vom 29. Oktober, 12 Uhr: Am heutigen Donnerstag soll das Urteil gegen den Daimler-Erpresser fallen. Der 31-Jährige hatte in gegenüber seinem Rechtsanwalt gestanden, den Automobilhersteller zwischen Dezember 2019 und April 2020 erpresst zu haben. Der Angeklagte forderte unter einem Pseudonym in E-Mails Geld von Daimler und drohte bei Nichtzahlung mit Anschlägen. In einem Fall ging es um 25 Millionen Euro. Im Frühjahr sprengte der Mann tatsächlich in Berlin eine A-Klasse, um die Forderungen zu untermauern. Die Staatsanwaltschaft beantragte sechs Jahre und neuen Monate Haft für den Angeklagten. Die Verteidigung fordert eine Strafe von fünf Jahren Haft, berichtet sueddeutsche.de.

Prozess um Daimler-Erpressung in Stuttgart: Mann (31) jagte Mercedes A-Klasse in die Luft

Erstmeldung vom 2. Oktober: Ein 31-jähriger Mann soll in Berlin eine Mercedes A-Klasse in die Luft gejagt und mit Quecksilber- und Bombenanschlägen auf weitere Mercedes-Fahrer gedroht haben. Sein Ziel: Von Daimler 25 Millionen Euro erpressen. Lange Zeit hatte der Mann die Daimler AG und die Polizei auf Trab gehalten. Jetzt sitzt der mutmaßliche Daimler-Erpresser in Untersuchungshaft und muss sich für seine Taten verantworten. Am Donnerstag begann der Prozess am Landgericht Stuttgart, es wurde zunächst nur die Anklage der Staatsanwaltschaft verlesen. Zuletzt lebte der Mann in Berlin, wo auch der Sprengstoff-Anschlag verübt wurde.

Stuttgart: Prozess um mutmaßlichen Daimler-Erpresser am Landgericht

Die erste Forderung an Daimler in Höhe von 25 Millionen Euro soll der Angeklagte unter seinem Pseudonym Karlheinz A.V. verschickt haben. Das Erpresserschreiben war kurz vor Weihnachten 2019 bei Daimler in der Landeshauptstadt Stuttgart eingegangen. In diesem Schreiben soll der mutmaßliche Erpresser behauptet haben, in vier Mercedes-Fahrzeugen Quecksilber angebracht zu haben und Anschläge auf die Fahrer verüben zu wollen. Der Mann soll zudem erklärt haben, dass er Fahrzeuge so öffnen könne, dass es niemand merke, heißt es in der umfangreichen Anklage der Staatsanwaltschaft Stuttgart.

In Berlin soll der mutmaßliche Daimler-Erpresser einen Mercedes A-Klasse in die Luft gejagt haben. (Symbolbild)

Anfang Januar bekam die Daimler AG in Stuttgart eine weitere E-Mail des mutmaßlichen Erpressers. Darin bezeichnete der Angeklagte die angeblich präparierten Mercedes-Fahrzeuge als „fahrende Zeitbomben“. In weiteren E-Mails an die Daimler AG verlangte der ausgebildete Tiefbaufacharbeiter und Bürokaufmann laut Anklage der Staatsanwaltschaft Stuttgart unter anderem auch die Auszahlung der Forderung in einer Kryptowährung und eine Abschlagszahlung. Die Daimler AG mit Sitz in Stuttgart sei zum Schein auf die Schreiben des Mannes eingegangen, erklärte ein Staatsanwalt am Donnerstag.

Stuttgart: Mutmaßlicher Daimler-Erpresser jagte Mercedes in die Luft

Laut Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte der mutmaßliche Daimler-Erpresser mit der Tötung von unbeteiligten Mercedes-Fahrern gedroht, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Die Daimler AG hatte im Zuge der Erpressung sogar Bilder einer Pistole und einer Nagelbombe erhalten. Der Höhepunkt der Daimler-Erpressung ereignete sich Anfang März in Berlin. Dort soll der Angeklagte unter einer A-Klasse beim Treptower Park eine Rohrbombe deponiert und gezündet haben. Der Mercedes sowie umliegende Fahrzeuge wurden teilweise schwer beschädigt, berichtet der Staatsanwalt am Donnerstag in Stuttgart.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft dem Mann versuchte räuberische Erpressung und das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor. Bei einer Verurteilung drohen dem mutmaßlichen Daimler-Erpresser mehrere Jahren Haft. Eines ist sicher: Der Fall des 31-Jährigen ist kurios, bei Daimler jedoch nicht selten. In der Vergangenheit wurde der Autohersteller aus Stuttgart bereits mehrfach erpresst. Zuletzt machte im Mai ein Fall aus Nordrhein-Westfalen Schlagzeilen. Dort soll ebenfalls ein 21-Jähriger Daimler erpresst haben. echo24.de hatte über diesen Erpressungsversuch berichtet.

Stuttgart: Daimler ist häufiger Opfer von schweren Erpressungsversuchen

Im Falle des 31-Jährigen aus Berlin ist kein Mensch verletzt oder getötet worden. Anders im Erpressungsversuch aus Nordrhein-Westfalen (NRW). Denn der Erpresser von damals soll Ermittlungen zufolge ein fahrendes Auto mit einer schweren Betonplatte getroffen haben. Zwei weitere Male verfehlten große Steine die Autos nur knapp.  Anschließend soll der Daimler-Erpresser aus NRW eine sechsstellige Summe von der Daimler AG in Stuttgart gefordert haben. Eine Unternehmenssprecherin von Daimler erklärte gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur, dass in jedem Fall von Erpressung sofort die Polizei eingeschaltet werde.

Im Fall des mutmaßlichen Daimler-Erpressers aus Berlin lehnte die Daimler AG in Stuttgart laut Anklage die Forderung nach Zahlung des Geldbetrags in einer Kryptowährung ab. Der Stuttgarter Autohersteller habe schließlich die Kommunikation mit dem 31-Jährigen eingestellt. Anfang April wurden der mutmaßliche Daimler-Erpresser und ein mutmaßlicher Komplize in Berlin festgenommen. Gegen den zweiten Mann laufen die Ermittlungen noch. Er ist auf freiem Fuß. Der 31-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Das Verfahren geht am kommenden Dienstag weiter. Der Prozess ist zunächst bis zum 29. Oktober terminiert.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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