Nachfolger für Manfred Bischoff steht fest

Ex-BMW-Chef Bernd Pischetsrieder soll neuer Aufsichtsrats-Boss bei Daimler werden

Daimler bekommt einen neuen Aufsichtsrats-Chef: Der ehemalige BMW-Chef Bernd Pischetsrieder soll im März der Nachfolger von Manfred Bischoff werden.

Bei Daimler gibt es in Zukunft einige Veränderungen, nicht nur in Bezug auf den heiß diskutierten Stellenabbau. Nach sieben Jahren als Vorstandschef von BMW und weiteren vier Jahren an der Spitze von VW, soll nun der 72 Jahre alte Bernd Pischetsrieder Aufsichtsrat-Chef bei Daimler werden. Vorausgesetzt, die Daimler-Hauptversammlung stimmt im März nächsten Jahres zu.

Der ehemalige BMW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder soll auf der Hauptversammlung am 31. März Nachfolger des langjährigen Daimler-Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Bischoff werden, teilte Daimler in einer Pressemitteilung am Donnerstag mit. Als Nachfolger des 78-jährigen Bischoff war ursprünglich der langjährige Vorstandschef Dieter Zetsche diskutiert worden, der jedoch nach anhaltender Kritik von Investorenseite im September einen Rückzieher gemacht hatte.

Überraschend ist die Ernennung des 72-jährigen Pischetsrieders als Nachfolger auch, weil zuletzt spekuliert worden war, ob Noch-Siemens-Chef Joe Kaeser den Posten des Aufsichtsrats-Chefs übernehmen könnte.

Ehemaliger Daimler Aufsichtsrats-Chef ist von seinem Nachfolger begeistert

Laut Pressemitteilung lobt Bischoff, dessen Amtszeit abläuft, seinen Nachfolger: „Bernd Pischetsrieder ist einer der international anerkanntesten Automobilexperten. Seine Expertise und sein Erfahrungsschatz sind für die Daimler AG von herausragender Bedeutung“, betonte Manfred Bischoff.

Der neue Chef beim Daimler Aufsichtsrat: Pischetsrieder war lange BMW- und VW-Chef

Bern Pischetsrieder war von 1993 bis 1999 Chef bei BMW. 2002 wechselte Pischetsrieder allerdings an die Spitze des VW-Konzerns und verblieb dort bis 2006. Von 2013 bis 2019 leitete er zudem den Aufsichtsrat des Rückversicherers Munich Re. Dem Daimler-Aufsichtsrat gehört der gebürtige Münchner bereits seit 2014 an. Nun soll er Aufsichtsrats-Chef werden.

Aber nicht nur im Aufsichtsrat gibt es personelle Veränderungen bei Daimler: Als neue Mitglieder für das Kontrollgremium wurden laut Deutscher Presseagentur die Cisco-Managerin Elizabeth Centoni, Shell-Chef Ben van Beurden und BASF-Chef Martin Brudermüller nominiert.

Daimler steht in der Kritik: Mitarbeiter initiiert Postkarten-Protestaktion

Generell sieht es momentan nicht sehr rosig aus für das Unternehmen und auf den neuen Aufsichtsrats-Chef wird jede Menge Arbeit zukommen. Im Zuge einer Protestaktion übergaben der Gesamtbetriebsrat und IG Metall dem Vorstand am Donnerstag in Stuttgart 50.000 Postkarten, gefüllt mit Wünschen und Forderungen der Mitarbeiter.

Die Betriebsräte und IG Metall hatten sich zuletzt immer offener gegen die aktuelle Konzernführung positioniert. Dem Management wird vorgeworfen, mit den Beschäftigten nicht gut umzugehen. Einer der größten Streitpunkte ist derzeit die Zukunft des Motorenwerks in Untertürkheim, Stuttgart. Bereits im Juli kündigte Daimler überraschend an, das Smart-Werk im französischen Hambach verkaufen zu wollen. Die Pläne wurden allerdings über den Haufen geworfen, zu Freuden des Betriebsrates und der Mitarbeiter. Der Stellenabbau in Untertürkheim bleibt dennoch aktuell.

Mit einer Postkarten-Protestaktion machen die Mitarbeiter von Daimler ihren Ärger Luft.

Hoch in der Kritik steht eine weitere Aktion: Daimler möchte seinen Mitarbeitern einen Corona-Bonus von bis zu 1.000 Euro zahlen. Doch vielen könnte das eher wie ein Hohn statt einer gut gemeinten Wohltat vorkommen, angesichts des Sparkurses im Unternehmen und die tausenden Stellen, die gestrichen werden sollen.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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