Zu viele Corona-Neuinfektionen

Überlastung des Gesundheitsamts in Stuttgart – wieder Bundeswehr-Antrag

  • Violetta Sadri
    vonVioletta Sadri
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Die Coronavirus-Zahlen steigen wieder erschreckend schnell. Im Kampf gegen das Virus hilft die Bundeswehr den Ämtern aus. Stuttgart bittet jetzt um mehr Soldaten.

Die Coronavirus-Zahlen entwickeln sich derzeit dramatisch in ganz Deutschland. Täglich werden Neuinfektionen im fünfstelligen Bereich gemeldet. Damit steigt auch die Zahl der belegten Betten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser. Aufgrund des kritischen Infektionsgeschehens haben Bund und Länder sich auf einen Teil-Lockdown ab dem 2. November geeinigt. Sollten die Infektionszahlen weiterhin so rapide steigen, könnten Krankenhäuser überlastet werden. Schon jetzt stoßen immer mehr Gesundheitsämter an ihre Grenzen. Das Problem: Es fehlt Personal.

Coronavirus-Infektionen steigen! Soldaten helfen im Gesundheitsamt - Stuttgart braucht wieder mehr Personal

Die Infektionsketten können nicht mehr genau zurückverfolgt werden. Einige Städte und Landkreise in Baden-Württemberg haben daher schon die Bundeswehr zur Hilfe geholt. Unter anderem auch Heilbronn. Seit rund zwei Wochen arbeiten sechs Soldaten der Bundeswehr im Landratsamt in Heilbronn. „Die Soldaten sind noch bis zum 4. Dezember, also während des gesamten Lockdowns, im Einsatz“, erklärt der Pressesprecher des Gesundheitsamts Heilbronn, Manfred Körner, auf Anfrage von echo24.de.

Auch in Stuttgart steigen die Infektionszahlen stark weiter. Deshalb hatte die Stadt die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Im Stuttgarter Gesundheitsamt arbeiten derzeit 60 Soldaten. Ihre Aufgabe: die Nachverfolgung von Infektionsketten. Doch das Gesundheitsamt stößt nun erneut an seine Grenzen und braucht weiteres Personal. Die Stadt stellte einen weiteren Amtshilfeantrag an die Bundeswehr - weitere 80 Soldaten sollen dazukommen.

Coronavirus: Stuttgarter Gesundheitsamt braucht mehr Bundeswehr-Soldaten - Personal stößt an Grenzen

Mit den steigenden Zahlen wird es auch immer schwieriger, Infektionsketten nachzuverfolgen. Rund 75 Prozent der Betroffenen können nicht mehr sagen, wo sie sich mit dem Virus infiziert haben könnten. So steigt in diesem Bereich der Arbeitsaufwand. Derzeit sind rund 242 Menschen in diesem Bereich im Einsatz, davon 112 Mitarbeiter des Gesundheitsamts, 60 Soldaten und weitere 70 Mitarbeiter aus anderen Ämtern, berichten die stuttgarter-nachrichten.de.

Allein in Stuttgart wurden in den vergangenen sieben Tagen 858 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Am Montag kamen 117 Fälle dazu. Dadurch, dass das Personal mit den Aufgaben ausgelastet ist, wird es für Betroffene immer schwieriger, das Gesundheitsamt telefonisch zu erreichen. Daher komme es zu Beschwerden, erklärt Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts. Deshalb gibt es Pläne, das Personal für die Hotline aufzustocken. Ab Anfang nächster Woche soll es wieder ein Bürgertelefon geben.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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