Verstoß gegen die Corona-Verordnung

Illegale Coronaparty in Stuttgart: Drastische Konsequenzen für die Veranstalterin

  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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  • Lisa Klein
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In Stuttgart feierte in der Nacht zum Sonntag eine 23-Jährige ohne Einhaltung der Corona-Regeln ihren Geburtstag. Die rücksichtslose Coronaparty wird Folgen haben.

Mit drastischen Konsequenzen muss eine 23-Jährige rechnen, die in der Nacht zum Sonntag in der Landeshauptstadt Stuttgart in einem Mehrfamilienhaus im Heusteigviertel in der Innenstadt eine illegale Party gefeiert hat. Die Polizei hat bei einem Einsatz insgesamt 15 Teilnehmer vorgefunden. Alle Partygäste sowie die 23 Jahre alte Veranstalterin der Geburtstagsfeier werden aufgrund des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz und die derzeit gültigen Corona-Auflagen mit Teil-Lockdown angezeigt.

Stuttgart: Geheime Party im Kohlenkeller

Eigentlich war alles perfekt geplant – das dachten zumindest die Feiernden. Möglichst unauffällig schlichen sich die Partygäste im Dunklen mit Taschenlampen ausgestattet in den Untergrund eines Mehrfamilienhauses. Die Party fand tief unten in einem früheren Kohlenkeller statt. Was darf allerdings auf keiner guten Party fehlen? Richtig: die Musik. Genau die wurde den Gästen letztendlich zum Verhängnis.

Denn die wummernde Musik war nicht nur im Partykeller, sondern auch auf der Straße vor dem Haus zu hören. Daraufhin gingen bei der Polizei nicht nur ein, sondern gleich mehrere Anrufe ein. Ursprünglich war nur von einer Ruhestörung die Rede. Vor Ort stellte sich allerdings heraus, dass es mit dem runterdrehen der Lautstärke nicht getan war. Wieder einmal zeigt sich, dass ein bloßer Appell an die Vernunft scheinbar nicht ausreicht. Dabei sollten die steigenden Neuinfektionen in Baden-Württemberg Mahnung genug sein.

Das Aus für die illegale Coronaparty in Stuttgart

Die Geburtstagsfeier wurde am frühen Sonntagmorgen um 0.50 Uhr von den Polizeibeamten gestoppt. Die Corona-Auflagen wurden bei der Party nicht beachtet. Keiner trug eine Maske und der Sicherheitsabstand wurde ebenfalls nicht eingehalten. Abgesehen davon, dass sich im privaten Raum derzeit nur zwei Haushalte treffen dürfen und höchstens zehn Personen.

Diese Regeln gelten derzeit laut der aktuellen Corona-Verordnung:

  • Treffen oder Feiern im privaten oder öffentlichen Raum mit maximal zwei Haushalten oder wenn alle miteinander verwandt1 sind. In allen Fällen gilt: höchstens zehn Personen.
  • Schank- und Speisegaststätten, Bars, Shisha und Raucherlokale, Clubs sowie Kneipen aller Art werden geschlossen. Abholung oder Lieferung von Speisen ist erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind verboten.
  • Überregionalen touristische Ausflüge sind verboten, Übernachtungsangebote nicht für touristische Zwecke gestattet, das gilt auch für Campingplätze. Geschäftliche, notwendige Reisen bleiben erlaubt.
  • Schulen, Kitas, Weiterbildungseinrichtungen und Spielplätze bleiben geöffnet.
  • Der Einzelhandel bleibt unter Hygieneauflagen geöffnet. Maximal eine Kunde pro 10 mVerkaufsfläche.

Laut Polizei wurden auf der Geburtstagsfeier bei 15 Personen die Personalien erhoben und Anzeigen erstattet. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es noch mehr Teilnehmer gab, die bereits vor dem Polizeieinsatz gegangen waren. Die erwischten Partyteilnehmer sind zwischen 20 und 53 Jahre alt. Auf sie warten nun Bußgeldbescheide.

Illegale Coronaparty in Stuttgart: Bis zu 10.000 Bußgeld

Die Coronaparty ist angesichts der bundesweit steigenden Neuinfektionen grob fahrlässig. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bereits erneut an die Bevölkerung gerichtet, mit dem dringendem Appell, Kontakte noch weiter einzuschränken. Inzwischen steigt auch die Zahl der Neuinfektionen bei Kindern an. Nicht nur Merkel ermahnt und warnt, auch ein Professor der Charité betont, wie ernst die Situation ist. Große Sorgen bereiten den Infektiologen derzeit mögliche schwere Weihnachts-Folgen und Hotspots im Kreis der Familie.

Laut des aktuellen Bußgeldkatalogs des Landes vom 3. November kostet die Veranstalter eine solche Party 500 Euro sowie jeden Teilnehmer 250 Euro. Allerdings haben die Ämter hier einen Spielraum für Einzelfallentscheidungen. Der Rahmen reicht dabei bis zu 10.000 Euro Bußgeld.

Einsatz der Bundespolizei zur Unterstützung der Pandemiebekämpfung

Seit 2. November wird der Einsatz der Bundespolizei im Krampf gegen die Corona-Pandemie weiter intensiviert. In dem Zeitraum vom 09. bis zum 15. November waren laut einer Pressemitteilung der Polizei allein in Baden-Württemberg rund 2.500 Bundespolizisten unterwegs. Eingesetzt wurden die Beamten in Bahnhöfen, Zügen, auf Flughäfen und an den Landesgrenzen zur Kontrolle der Einhaltung der Corona-Auflagen.

Vor allem auf Bahnhöfen und in den Zügen hat die Bundespolizei die Präsenz deutlich erhöht – im Fokus steht der morgendliche und abendliche Berufsverkehr auf der Schiene. Dort überwacht die Bundespolizei die Einhaltung der Tragepflicht eines Mund-Nasen-Schutzes. In Zweifelsfällen informieren die Kräfte die Gesundheitsämter und Bußgelder werden verhängt.

Wo muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden?

- bei der Nutzung des öffentlichen und des touristischen Personenverkehrs
- in Arztpraxen
- in Einkaufszentren und Ladengeschäften sowie auf Märkten
- in Friseursalons 
- in Beherbergungsbetrieben
- in den auf der Grundschule aufbauenden Schulen
- innerhalb von Fußgängerbereichen, es sei denn, es ist sichergestellt, dass der Mindestabstand nach eingehalten werden kann

Bei den Kontrollen im Rahmen der Pandemiebekämpfung stellte die Bundespolizeidirektion Stuttgart seit dem 2. November 2020 insgesamt 5.450 Personen ohne erforderliche Mund-Nasen-Bedeckung fest. 

Rubriklistenbild: © Sophia Kembowski/dpa

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