Großeinsatz für die Polizei in Stuttgart

Corona-Demos in Stuttgart: Stadt warnte vor Verkehrs-Chaos – Sperrungen

  • Anna-Maureen Bremer
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Osterruhe? Damit kann die Stadt Stuttgart nicht rechnen. Mehrere Corona-Demos sind angekündigten. Hundertschaften der Polizei sind bereits angefordert.

Die Medien berichten fortlaufend von steigenden Infektionszahlen in Baden-Württemberg, die Situation in vielen Krankenhäusern ist angespannt, der Impfstoff knapp. Dass bei großen Menschenansammlungen das Ansteckungsrisiko noch höher ist, scheint vielen egal zu sein. Denn: In Stuttgart sind am Samstag des Osterwochenendes gleich mehrere Demonstrationen angemeldet. Auf dem Wasen werden 2.500 Demonstranten und „Querdenker“ erwartet (Stand 1. April).

Wie echo24.de* berichtet, warnt die Stadt bereits Mitte der Woche, dass es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen könne. „Betroffen seien vor allem die Innenstadt, der Cityring und Bad Cannstatt“, das berichtet die Stuttgarter Zeitung. Zudem muss die B14 für den Demo-Zug gesperrt werden. Klare Auflagen seien den Anmeldern der Demonstrationen ausgesprochen worden. Die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen sei angemahnt worden.

Stuttgart: Demonstrationen an Ostern – Tausende Corona-Gegner erwartet

Die Stadt rät Passanten in Anbetracht einer dritten Pandemie-Welle dennoch, die Innenstadt zu meiden. Ordnungsbürgermeister Clemens Maier sagte außerdem: „Ich appelliere deshalb an alle, sich an die Corona-Hygieneregeln zu halten.“ Es müsse sich außerdem jeder überlegen, ob er sich einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen wolle.

Teilnehmer einer „Querdenken“-Demonstration in Berlin (Archiv).

Während sich die einen über das Vorgehen der Politik in der Pandemie beschweren oder deren Existenz gar nicht anerkennen, warten andere ungeduldig auf ihren Impftermin. Sobald deren Corona-Impfstoff zugelassen ist, lässt das Tübinger Unternehmen CureVac seine Corona-Impfdosen in Heidelberg produzieren.

Im Einsatz sind am Samstag die Stuttgarter Polizei, die Unterstützung erhält von der Bereitschaftspolizei, der Einsatzhundertschaft, Beweissicherungseinheiten, Kommunikationsteams und Polizeireitern. Für die Polizisten ist der Einsatz bei derartigen Demonstrationen eine Herausforderung. Polizeipräsident Franz Lutz sagte, die Einsatzkräfte stünden regelrecht zwischen den Stühlen. „Während einige Demonstrationsteilnehmer ihnen zuriefen, dass sie sich schämen sollten, unbescholtene Bürger wegen Corona zu schikanieren, forderten Passanten die Polizisten auf, gegen Maskenverweigerer hart durchzugreifen“, schreibt die Stuttgarter Zeitung weiter.

Alle Demos, die für Samstag in der Landeshauptstadt angemeldet sind, befassen sich mit der Corona-Pandemie. Die größte Demonstration wird von den „Querdenkern“ auf dem Wasen geplant. In der Stadt gibt es außerdem drei kleineres Demos. Im Vorfeld gab es von der Stadt Kooperationsgespräche mit den Anmeldern. 2.500 Teilnehmer erwarten die „Querdenker“* zu einer der angemeldeten Kundgebungen. Die Demonstration auf dem Wasen ist für den Nachmittag von 16 bis 19 Uhr angedacht.

Demonstrationen in Stuttgart: Osterwochenende wird von „Querdenkern“ genutzt

Eine „IMPFormations-Kundgebung zum Haftungsausschluss einer freien Impf-Entscheidung“ erwartet Stuttgart mit rund 250 Personen auf dem Parkplatz Rotebühlhof beim Finanzamt. Der Start dieser Kundgebung ist auf 11 Uhr angesetzt. Wann sie enden soll, ist noch nicht bekannt.  

„Die Politik versagt, die Gastronomie stirbt“, ist das Motto einer weiteren Demonstration, die am Börsenplatz von 13 bis 17 Uhr stattfinden soll. Die Veranstalter erwarten hier rund 50 Teilnehmer. Das war‘s aber noch nicht. Das „Osterprogramm“ in Stuttgart geht am Wilhelmsplatz weiter: „Friedliche Standkundgebung für Grundrechte und Menschenwürde auf Basis des Grundgesetzes“ - so lautet die Anmeldung zu dieser Kundgebung. Hier wird mit etwa 200 Teilnehmern gerechnet. Für weitere Kundgebungen liegen der Stadt Anmeldungen vor, sie sind aber noch nicht bewilligt. *echo24.de und bw24.de sind Teil von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt

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