Anhaltende Demonstrationen, Verkalkulierung und Baufortschritt

Stuttgart 21: Baustelle, Kosten, Montagsdemos - Chronologie eines Milliarden-Projekts

  • Julia Thielen
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Stuttgart 21 ist eines der umstrittensten Bauprojekte Deutschlands. Schon zehn Jahre wird in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs geackert. Eine Chronologie.

Stuttgart 21 ist eines der umstrittensten Bauprojekte in Deutschland. Es zählt zu den größten Bauvorhaben im Infrastrukturbereich des Landes Baden-Württemberg. Das Projekt konzentriert sich auf zwei Bereiche. In einem geht es darum, den Bahnknoten Stuttgart mit dem neuen, unterirdischen Hauptbahnhof anders zu ordnen. Flughafen Stuttgart und Messe sollen an den Regional- und Fernverkehr angeschlossen werden. Der zweite Bereich hat zum Ziel, eine neue Schnellfahrtstrecke zwischen dem Bahnknoten Stuttgart 21 und Wendlingen-Ulm zu bauen.

Stuttgart 21: Anfänge des Milliardenprojekts sind bereits 1985 zu finden

Mittlerweile sind seit Baubeginn von Stuttgart 21 zehn Jahre vergangen. Der offizielle Start war am 02. Februar 2010. Die erste Idee dazu ist aber schon viel älter.

Milliardengrab: Die Baustelle des Bahnprojekts Stuttgart 21.

Die Anfänge des Milliardenprojekts liegen bereits 35 Jahre zurück. Die Planung ist auch heute noch nicht komplett abgeschlossen. 2025 soll das Gesamtprojekt für den Betrieb bereit sein.

JahrEntwicklung auf Stuttgart 21-Baustelle
1985Als Fortsetzung der Neubaustrecke Mannheim-Stuttgart wird die Strecke Plochingen-Günzburg als dringendes Vorhaben in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen.
1986 – 1991Verschiedene Verläufe von Verkehrswegen werden untersucht. Verkehrswissenschaftler Professor Heimerl schlägt 1988 die H-Trasse vor: eine Verbesserung der Schienenverbindung zwischen Stuttgart und Ulm. Die Strecke soll entlang der Autobahn A 8 verlaufen und der neue Bahnhof unterhalb des Kopfbahnhofs liegen. Der langsamere Güter- und Regionalverkehr soll so vom schnellen (Fern-) Reiseverkehr getrennt werden. Die Alternative sieht so aus: Unterhalb des Kopfbahnhofs sollen die Gleise durch einen Tunnel bis Plochingen führen, die Filstal-Strecke soll ausgebaut werden.
Ende 1991Die Deutsche Bahn legt die bisherigen, teilweise überarbeiteten, Varianten vor.
1992In einem Kabinettsbeschluss entscheidet sich die Landesregierung für die H-Trasse. Der Gemeinderat Stuttgart fordert in einem einstimmigen Beschluss: Der Hauptbahnhof soll an seinem Standort bleiben, der Fernverkehr soll nicht ausgelagert werden.
1993 – 1994Das Projekt zum Neu- und Ausbau der Strecke wird in das Bundesschienenwegeausbaugesetz aufgenommen.
1994Das Projekt Stuttgart 21 wird zum ersten Mal auf der Landespressekonferenz vorgestellt. Es wird gemeinsam präsentiert vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Heinz Dürr, dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel, dem Bundesminister für Verkehr, Matthias Wissmann und dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, Manfred Rommel. Ebenfalls anwesend ist der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Hermann Schaufler.
1995 Am 16. Januar wird die Machbarkeitsstudie vorgestellt. Im Stuttgarter Rathaus gibt es dazu anschließend eine Ausstellung. Eine öffentliche Ideenwerkstatt ermöglicht es jedem Bürger und jeder Bürgerin, Vorschläge für das Projekt einzureichen. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung präsentiert.
Anfang November werden das Vorprojekt und die Rahmenvereinbarung abgeschlossen. Die Bundesrepublik Deutschland, das Land Baden-Württemberg, die Landeshauptstadt Stuttgart, die Region Stuttgart und die Deutsche Bahn haben eine Finanzierungsvereinbarung.
Ende Dezember werden die Ergebnisse des Vorprojektes in einer Ausstellung präsentiert.
1996Der Stuttgarter Gemeinderat fasst den Beschluss zur Ausschreibung für das städtebauliche Rahmenkonzept. Zehn Planungsbüros aus unterschiedlichen Städten stellen ihre Ideen zur Planung vor. Diese werden gemeinsam mit der Gutachterkommission weiterentwickelt.
Anfang März beginnen Umweltuntersuchungen. Auswirkungen der Bauarbeiten auf Wasser und Tiere sollen untersucht werden. Der Stuttgarter Oberbürgermeister und der Gemeinderat stellen sich Projektkritikern.
Ende 1996 wird der erste Band zu den Umweltuntersuchungen vom Amt für Umweltschutz veröffentlicht.
1997Die Erhaltung des Kopfbahnhofes wird mehrheitlich abgelehnt. Eine von der Deutschen Bahn AG beauftragte Studie bestätigt, dass ein Durchgangsbahnhof verkehrlich einen höheren Wert hat, als der Erhalt des Kopfbahnhofs.
Die Ausschreibung für den Realisierungswettbewerb des neuen Hauptbahnhofs beginnt im Februar. 128 Planungsbüros nehmen an der Ausschreibung teil, vier Entwürfe werden vorgestellt. Als Sieger geht der Ingenhoven-Entwurf hervor.
Im Juli wird der Verein „Forum Stuttgart 21“ gegründet. Er soll für eine bessere Bürgerinformation sorgen. Ein Informationszentrum soll im Bahnhofsturm gegründet werden.
Die Dauerausstellung wird Mitte Juni im Forum des Turms des Stuttgarter Hauptbahnhofs eröffnet.
1999Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Johannes Ludewig, spricht sich gegen Stuttgart 21 aus. Es kommt zum Planungsstopp. Grund hierfür sei die fehlende finanzielle Unterstützung der Landesregierung.
Mitte Mai beschließt der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn, dass die Projektplanung fortgesetzt wird. Im Juni wird die weitere Zusammenarbeit vom Land Baden-Württemberg, der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart mit der Deutschen Bahn AG vereinbart. Verhandlungen über die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens folgen.
2005Die Baugenehmigung für Stuttgart 21 wird vom Eisenbahn-Bundesamt erteilt.
2006Ein Grundsatzbeschluss für Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm wird vom Landtag gefällt.

Stuttgart 21: Kritik an Mega-Baustelle wird lauter, Finanzierung aber parallel genehmigt

2007 werden von der Landesregierung zum ersten Mal Planungsfehler eingeräumt. Die Kosten für das Bauprojekt Stuttgart 21 seien höher als bisher angenommen. Der kalkulierte Preis steigt von 2,8 Milliarden Euro auf 3 Milliarden Euro.

Mit Folie abgedeckte Kelchstützen auf dem Gelände des geplanten Tiefbahnhofs in Stuttgart.

Projektgegner wollen einen Bürgerentscheid: 67.000 Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger sprechen sich gegen Stuttgart 21 aus. Der Gemeinderat von Stuttgart lehnt den angestrebten Bürgerentscheid aufgrund von rechtlicher Unzulässigkeit mehrheitlich ab.

JahrEntwicklung auf Stuttgart 21-Baustelle
2007Das „Memorandum of Understanding“ wird von allen Projektpartnern unterzeichnet. Es ist ein wichtiger Meilenstein zur Finanzierung des Projekts. Der Landtag stimmt dem „Memorandum of Understanding
2008Die erste Sitzung des Lenkungskreises Stuttgart 21 findet statt.
Der deutsche Bundestag verabschiedet den Haushalt 2009 und bewilligt die finanziellen Mittel für das Milliardenprojekt.
2009Im April wird die Finanzierungsvereinbarung durch alle Projektpartner unterzeichnet.
Die Proteste der Bürger gegen das Großprojekt nehmen zu. Am 26. Oktober findet die erste Montagsdemo mit vier Teilnehmern statt.
Nach einer aktualisierten Kostenrechnung stimmt der Lenkungskreis den Projektkosten von rund 4,1 Milliarden Euro zu.

Stuttgart 21: Als Stuttgart nach Bauchstart den „Schwarzen Donnerstag“ erlebt

Auch wenn 2010 der offizielle Baustart von Stuttgart 21 eingeläutet wurde - die Proteste gegen das Milliardenprojekt lassen bis heute nicht nach. Besonders dramatisch wurde es am 30. September.

Der «schwarze Donnerstag»: Im September 2010 eskaliert ein Polizeieinsatz gegen die Stuttgart-21-Gegner. Dietrich Wagner wurde später als prominentestes Opfer des Schwarzen Donnerstags bekannt. Das Bild, wie er mit blutenden Augen aus dem Schlossgarten geführt wird, ging um die Welt. Er verlor ein Auge und erblindete fast völlig. 

Dieser ging als „Stuttgarts Schwarzer Donnerstag“ in die Geschichte ein, weil zahlreiche Menschen, unter ihnen Demonstranten und Polizisten verletzt wurden. Ein Gerichtsurteil des Verwaltungsgerichts Stuttgarts machte 2015 deutlich: Der teils brutale Polizeieinsatz mit Wasserwerfern, Pfefferspray und Schlagstöcken war nicht rechtmäßig.

JahrEntwicklung auf Stuttgart 21-Baustelle
2010Am 02. Februar beginnt offiziell der Bau von Stuttgart 21.
Anfang Oktober werden im Schlossgarten die ersten Bäume gefällt als Vorbereitung für das Grundwassermanagement. Begleitet wird diese Maßnahme von heftigen Protesten mit mehr als 100.000 Gegnern. Es werden beim Polizeieinsatz mehr als 160 Menschen verletzt. Dieses Ereignis bekommt später den Namen „Schwarzer Donnerstag“.
Es beginnen Verhandlungen zur Schlichtung zwischen Befürwortern und Gegnern des Projekts. Die Verhandlungen werden live übertragen und die Unterlagen können von jedem eingesehen werden.
2011Im März kommt es bei den Landtagswahlen zu einem Regierungswechsel. Ein grün-rotes Bündnis regiert nun mit Winfried Kretschmann als Ministerpräsident. Die Grünen wollen Stuttgart 21 verhindern, die SPD ist Befürworter. Die Koalition einigt sich auf eine Volksabstimmung über das Milliardenprojekt.
Es kommt zu einem Bau- und Vergabestopp durch die Deutsche Bahn bis zur Regierungsbildung. Am 14. Juli werden die Bauarbeiten offiziell wieder aufgenommen.
Ein Stresstest wird durchgeführt und Ende Juli vorgestellt. Laut diesem Bericht erhält das Projekt grünes Licht. Dennoch schlägt der Schlichter Dr. Heiner Geißler einen Kompromiss vor, um den Frieden in Stuttgart zu wahren: eine Kombination aus Kopf- und Tiefbahnhof. Dieser Vorschlag wird von der Deutschen Bahn abgelehnt.
2012Die Polizei räumt den Schlossgarten, damit die Baumfällungen und -verpflanzungen beginnen können.
Im Filder-Dialog zum Filderbereich mit der Flughafenanbindung wird gemeinsam mit Bürgern und Projektpartnern diskutiert. Unterschiedliche Varianten werden besprochen. Die Variante „Flughafenbahnhof unter der Flughafenstraße“ wird intensiver geprüft.

Stuttgart 21: Milliardenprojekt wird immer teurer - Deutsche Bahn und Landesregierung im Zwist

Ursprünglich sollte Stuttgart 21 etwa 4,526 Milliarden Euro kosten. Mittlerweile hat sich diese Kalkulation fast verdoppelt. Experten gehen von 8,2 Milliarden Euro Gesamtkosten für das Bauprojekt am Stuttgarter Bahnhof aus.

Gerüchteweise waren sogar schon zehn Milliarden Euro Baukosten im Gespräch. Die Kalkulation der Deutschen Bahn stieß zwischen 2012 und 2018 auf Kritik seitens der Politik in Stuttgart und Baden-Württemberg.

JahrEntwicklung auf Stuttgart 21-Baustelle
2012Eine Neuberechnung der Kosten durch die Deutsche Bahn ergibt, dass die kalkulierten 4,5 Milliarden Euro nicht reichen. Das Bauprojekt könnte 2,3 Milliarden Euro teurer werden.
2013Die Landesregierung möchte besser informiert werden. Der Verkehrsminister Winfried Hermann verlangt vom Lenkungskreis genauere Einblicke in die Kostenrechnung des Projekts.
Auch der neue Oberbürgermeister Fritz Kuhn äußert in seiner Antrittsrede Kritik an der Informationspolitik der Deutschen Bahn. Er möchte außerdem, dass die grün-rote Landesregierung das Fällen weiterer Bäume für das Bahnprojekt erst einmal nicht weiter genehmigt.
Es gibt zunehmend Beschwerden seitens der Politiker aus unterschiedlichen Ministerien. Einer der Gründe ist die Kostenexplosion, die die Deutsche Bahn nicht ausreichend belegt.
Der Aufsichtsrat der Bahn genehmigt eine Erhöhung des Finanzierungsrahmens auf 6,5 Milliarden Euro. Diese sollen von den Projektpartnern mit getragen werden, notfalls durch ein gerichtliches Urteil.
Eine neue Projektgesellschaft wird von der Deutschen Bahn gegründet. Diese soll die Mehrkosten und den Zeitplan des Projekts im Blick behalten.
Anfang Dezember findet als symbolischer Baustart die Tunneltaufe für den ersten Tunnel von Stuttgart 21 statt.
2014Mitte März wird die Tunneltaufe für den zweiten Stuttgarter Tunnel veranstaltet.
Anfang August beginnt der Bau des Bahnhofstrogs im Schlossgarten. Der Trog des neuen Bahnhofs wird 900 Meter lang, 80 Meter breit und 16 Meter tief.
Mit den Bäumen aus dem Schlossgarten, die für die Bauarbeiten an Stuttgart 21 entfernt werden mussten und nicht umgepflanzt werden konnten, werden Kunstwerke erschaffen. Sie werden für unterschiedliche Projekte genutzt.
Mitte Juli beginnt der Bau am Fildertunnel. Er wird den Hauptbahnhof mit der Landesmesse und dem Flughafen verbinden.
Anfang August startet dann auch der Bau des Tiefbahnhofs. Laut der Deutschen Bahn soll er Ende 2021 den Betrieb aufnehmen.
Anfang Dezember findet die 250. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 statt. 7000 Menschen nehmen an der Veranstaltung teil.
2015Für den Bereich Fildern und den Flughafen werden von den Projektpartnern Anfang März viele Verbesserungen vereinbart. „Drittes Gleis“ ist eine neue Variante, die die bisherige Antragstrasse ablösen wird. Dadurch sollen mögliche Konflikte des Fernverkehrs mir der S-Bahn vermieden werden.
Diesen Dezember findet die 300. Demo der Stuttgart-21-Gegner statt.
2016Ende Januar beginnen die Betonagearbeiten für die Bodenplatten des neuen Hauptbahnhofs.
Im März ist das erste drittel aller Tunnel für das Projekt Stuttgart-Ulm fertiggestellt. 41.075 Meter von insgesamt etwa 120 Kilometern Tunnel sind damit geschafft.
Anfang Juli geraten Inhalte eines Prüfberichts des Bundesrechnungshofes zum Bahnprojekt an die Öffentlichkeit. Daraus geht hervor, dass das Bauvorhaben bis zu zehn Milliarden Euro kosten könnte.
Mitte September wird der erste Grundstein für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof gelegt. Zahlreiche Ehrengäste werden hierzu geladen.
Ende September ist auch beim Tunnelbau für Stuttgart 21 ein Drittel des Tunnels zur Neuordnung des Bahnknotens geschafft.
Die Deutsche Bahn reicht kurz vor Weihnachten Klage gegen das Land, die Landeshauptstadt, den Verband Region Stuttgart und den Flughafen Stuttgart ein. 65 % der Mehrkosten von zwei Milliarden Euro sollen von ihnen getragen werden.
2017Der Bau der ersten Kelchstützen für die zukünftige Bahnhofshalle beginnt Ende März. Fast zeitgleich ist die Hälfte aller Tunnel, 60 Kilometer, vorgetrieben und ausgehoben.
Ende November gibt die Bahn bekannt, dass der Kostenrahmen von 6,5 Milliarden Euro auf 7,6 Milliarden Euro steigen wird. Die voraussichtliche Fertigstellung verzögert sich auf Ende 2024.
2018Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn stimmt dem erneut erhöhten Finanzrahmen von 8,2 Milliarden Euro zu. Auch der Eröffnungstermin liegt nun in 2025.

Stuttgart 21: 2021 sollen erste Probefahrten auf der Neubaustrecke stattfinden

Stuttgart 21 bleibt auch im Endspurt eines der wohl umstrittensten Bauprojekte Deutschlands. Immer noch finden bei den sogenannten Montagsdemonstrationen Proteste gegen die Milliarden-Baustelle rund um den Hauptbahnhof in Stuttgart statt. Wegen der Corona-Pandemie sogar online.

Parallel geht der Baufortschritt von Stuttgart 21 aber unaufhaltsam weiter. Erste Probefahrten soll es 2021 geben.

JahrEntwicklung auf Stuttgart 21-Baustelle
2018Das Land Baden-Württemberg weist die Klage mit den Forderungen der Deutschen Bahn aus 2016 zurück. Eine Klageerwiderung wird beim Verwaltungsgericht Stuttgart eingelegt.
2019An den Tagen der offenen Baustelle Anfang Januar nehmen etwa 35.000 Besucherinnen und Besucher teil. Sie haben die Möglichkeit, sich umfassend informieren zu lassen und mit Ingenieuren sowie Fachleuten zu sprechen.
Mitte April ist die erste Kelchreihe des Tiefbahnhofs in Beton gegossen. Somit stehen drei von insgesamt 28 Kelchen.
Im Baubereich steigen die Preise. Die Deutsche Bahn will daher einen finanziellen Puffer von etwa einer halben Milliarde Euro. Die Gesamtkosten würden die kalkulierten 8,2 Milliarden Euro aber nicht übersteigen.
Im September werden die Bohrarbeiten des Fildertunnels abgeschlossen. Er ist mit 9,5 Kilometern der längste Tunnel des Bahnprojekts Stuttgart 21. Er verbindet in Zukunft den Tiefbahnhof mit der Filderebene.
Im selben Monat beginnen Enteignungsverfahren beim Regierungspräsidium Stuttgart. Der Tunnel für Stuttgart 21 diene dem Gemeinwohl, daher können die Grundstücksbesitzer nicht gegen den Bau angehen.
Nach über 21 Jahren schließt das Turmforum zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm die Tore. Die Schließung hängt mit den Umbauarbeiten des Bonatzgebäudes zusammen.
2020Anfang des Jahres finden wieder die „Tage der offenen Baustelle“ des Vereins Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e. V. statt. Das Event hat einen Besucher-Rekord zu verzeichnen: 64.000 Besucherinnen und Besucher machen sich vor Ort ein Bild der Baustelle.
Die 500. Montagsdemonstration findet Anfang Februar statt. Etwa 4.000 Menschen nehmen an der Demonstration vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof teil.
Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Demo im März ins Internet verlegt: Um 18 Uhr, die übliche Demo-Zeit, wird „Oben Bleiben TV“ online gestartet.
Ende Juni wird der neue Infoturm am Hauptbahnhof zu den Bauarbeiten an Stuttgart 21 eingeweiht. Ab jetzt gibt es dort alle Informationen rund um Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm.
Mitte Oktober ist die Hälfte der Gleise auf der Neubaustrecke verlegt; 60 von 120 Kilometern sind geschafft. Die Probefahrten sollten Ende 2021 beginnen.

Von Katharina Röder

Rubriklistenbild: ©  Uli Deck/dpa

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