1. echo24
  2. Baden-Württemberg

Gasgipfel in Baden-Württemberg: 5-Punkte-Plan – diese Maßnahmen sind fix

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lisa Klein

Kommentare

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, blättert in einer Landtagssitzung in einer Zeitung.
Ein 5-Punkte-Plan des Landes Baden-Württemberg soll angesichts der Gaskrise beim Energiesparen helfen. (Symbolbild) © Bernd Weißbrod/dpa

Baden-Württemberg bereitet sich auf einen Gasmangel vor. Nach dem Gaskrisengipfel am Montag stellt Winfried Kretschmann einen 5-Punkte-Plan mit Maßnahmen zum Energiesparen vor.

Die Sorge vor einer Gasknappheit ist groß. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann für diesen Montag (25. Juli) einen „Gaskrisengipfel“ einberufen. Analysten haben bereits verschiedene Szenarien durchgespielt, was uns angesichts der aktuellen Gaskrise im Winter drohen könnte. Eine der Gas-Prognosen ist sehr düster, wie echo24.de berichtet.

Als Vorbereitung auf den Krisengipfel wurde bereits ein Katalog mit Maßnahmen zum Energiesparen erarbeitet. Das Land präsentierte nach dem Gasgipfel am Montag einen 5-Punkte-Plan mit Empfehlungen und konkreten Maßnahmen, die den Wärme- und Stromverbrauch deutlich senken sollen. Der 5-Punkte Plan soll von den Behörden und Einrichtungen des Landes schnellstmöglich umgesetzt werden. Kretschmann appelliert außerdem an alle Bürger, selbstverantwortlich einen persönlichen Beitrag zu leisten. Jede Kilowattstunde zählt, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes.

Gasgipfel in Baden-Württemberg: 5-Punkte-Plan – so will das Land Energie sparen

Baden-Württemberg bereitet sich auf den Fall vor, dass Russland seine Gaslieferungen an Deutschland weiter drosselt. Rund vierzig Vertreter aus Landesregierung und Kommunen, Arbeitgebern und Gewerkschaften, Handwerk und Energieversorgern sowie Verbraucher nahmen an dem Krisengipfel am Montag teil und verständigte sich in einer gemeinsamen Erklärung zum Energiesparen.

„Als Landesregierung müssen auch wir unseren Beitrag leisten. Dazu haben wir ein kurzfristig wirksames Sparprogramm beschlossen, um kluge Vorsorge zu betreiben, öffentliche Gebäude winterfest zu machen und die Nutzung erneuerbarer Energien zu beschleunigen. Wir wollen damit den Kostendruck für private Haushalte, Kommunen und Wirtschaft reduzieren“, erklärt der Ministerpräsident.

Gaskrisengipfel in Baden-Württemberg: Der 5-Punkte-Plan des Landes zum Energiesparen

Gasgipfel in Baden-Württemberg: Diese Maßnahmen enthält der 5-Punkte-Plan

In der Pressemitteilung des Landes wird auf die einzelnen Punkte ausführlich eingegangen. So soll unter anderem Wärme gespart werden, indem die „die maximale beheizte Raumtemperatur in den Büros der Landesverwaltung grundsätzlich auf das gesetzliche Minimum“ gesenkt wird. Warmwasser soll nur dort verwendet werden, wo es notwendig ist. Energiesparende Wasserboiler, wassersparende Duschköpfe und „smarte Heizungssteuerungen“ sollen eingesetzt werden. Vor allem das Heizen soll optimiert werden.

Vorgesorgt soll – kurz zusammengefasst – werden, indem Energieverbräuche genau unter die Lupe genommen und optimiert werden. Um Strom zu sparen, sollen Klimaanlagen grundsätzlich abgestellt werden, auf Aufzüge, Heizlüfter und Ventilatoren wird, wenn möglich, verzichtet. LED-Leuten sollen Glühbirnen und Neonröhren ersetzen. Kühlgeräte mit schlechter Energiebilanz sollen ausgeschaltet oder ausgetauscht werden.

Auch Maßnahmen zum Stromsparen wie wir „lassen das Licht nicht länger an als nötig an“ und „wir schalten Stand-by-Geräte richtig ab“, werden erwähnt. Etwas, das auch jeder von uns zu Hause umsetzen kann und sollte. echo24.de berichtete bereits, wie Verbraucher bei Strom und Gas sparen können und welchen extrem hohen Stromverbrauch Geräte im Stand-by-Modus haben können.

Gaskrise: „Alles, was wir jetzt sparen, hilft uns, durch den Winter zu kommen“

Das Land setzt zudem auf Desksharing und Homeoffice, sodass Gebäude möglichst effektiv genutzt werden und Räume nicht unnötig beheizt werden müssen. Mitarbeiter werden angehalten, die Bahn zu nutzen und Fahrgemeinschaften zu bilden. Als weitere Maßnahme soll zum Thema Energiesparen informiert werden, Mitarbeiter sollen Schulungen erhalten.

Im Innenministerium wurden die „entsprechenden Stäbe hochgefahren, Energiesparhinweise erarbeitet“ und die „Koordinierungsstelle Kritische Infrastrukturen“ behält mögliche kritische Entwicklungen genau im Blick, „um rechtzeitig entsprechend reagieren zu können.“

„Wir stellen ein ,Energiesparbüchle´ bereit und lassen es durch Bezirksschornsteinfegermeister, Sanitär-, Heizungs- und Klima-Betriebe an die Bürgerinnen und Bürger verteilen“, heißt es. Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl betont: „Alles, was wir jetzt sparen, hilft uns, durch den Winter zu kommen.“

Auch interessant

Kommentare