Krabbeltiere können schnell zur Plage werden

Stinkwanzen-Plage: Insekten in der Wohnung? So wird man sie los! 

  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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Wanzen sind derzeit wieder eine regelrechte Plage. Zahlreiche Insekten krabbeln sogar in Haus und Wohnung. Und fallen da unter Umständen richtig unangenehm auf.

  • Wanzen können an warmen Herbsttagen regelrecht zur Plage werden.
  • Besonders Stinkwanzen können in Haus und Wohnung richtig unangenehm sein.
  • Warum derzeit wieder zahlreiche Insekten unterwegs sind und was man gegen sie tun kann.

„Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt `ne kleine Wanze“... Ja, wenn sie mal auf der Mauer bleiben würde - oder zumindest klein und allein wäre. Doch tatsächlich lauern vor allem Stinkwanzen derzeit viel lieber auf einen Platz an unserer Hauswand oder sogar in der Wohnung. Und sie sind selten allein. Stattdessen berichten wieder viele Menschen auch in Baden-Württemberg von einer regelrechten Invasion der lästigen Insekten. Warum diese dem Menschen im Moment mit Vorliebe auf die Pelle rücken und wie man die Plagegeister wieder los wird.

Invasion der Wanzen: Insekten können gerade auch in Baden-Württemberg wieder zur Plage werden

Wer derzeit nur kurz lüftet, kann schonmal einen gehörigen Schreck bekommen. Immer dann nämlich, wenn eine Wanze sich fliegenden Zutritt zu den eigenen vier Wänden verschafft. Die Insekten verursachen bei ihrem Flug ein lautes Brummen. Aber nicht nur deshalb fallen sie im Herbst besonders auf.

ArtGrüne Stinkwanze
FamilieBaumwanzen
Wissenschaftlicher NamePalomena prasina
Alternative NamenGemeine Stinkwanze, Gemeiner Grünling

Wanzen können regelrecht zur Plage werden, weil sie derzeit wieder zahlreich unterwegs sind. Besonders schlimm war die Invasion 2018 im Südwesten. „Es folgten teils hysterische Reaktionen von Betroffenen“, heißt es vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) hierzu.

Stinkwanzen: Warum die Insekten in Haus und Wohnung krabbeln

Auch in diesem Jahr finden offenbar wieder unzählige Insekten in Baden-Württemberg ihren Weg in Wohnungen oder Häuser, wie auch 24garten.de* berichtet. In den sozialen Netzwerken sprudeln die Meldungen besonders zu Stinkwanzen förmlich über. „Ich gebe jedem Geschöpf seine Berechtigung. Aber bei Stinkwanzen muss ist stets an mich halten und überlegen, was zum Geier in Gottes großem Tiergarten diese Plagegeister wirklich für eine Rolle haben“, lautet beispielsweise ein Post auf Twitter.

Die Grüne Stinkwanze ist nur eine von vielen Wanzenarten, die momentan ihr Unwesen treiben. Achtung: Im Herbst ist sie nicht grün, sondern braun gefärbt.

Ähnlich wie auch die Marienkäfer, die ebenfalls besonders an goldenen Herbsttagen zur Plage werden können, zieht es auch die Wanzen in Wohnung und Haus. Hier ist es warm und das lockt die Insekten auf der Suche nach einem Winterquartier an.

Insekten-Invasion in Baden-Württemberg: Stinkwanzen zwar ungefährlich, ABER...

Sinken die Temperaturen draußen unter zehn Grad dann ist für die Wanzen drinnen der beste Platz. Erst im Frühjahr krabbeln die Insekten dann wieder aus ihren Verstecken.

Grüne Stinkwanze (Quelle: NABU)

- Insgesamt gibt es in Deutschland rund 1.000 Wanzenarten. Die Grüne Stinkwanze ist eine von ihnen.

- In den Sommermonaten ist die Grüne Stinkwanze „leuchtend grün mit kleinen schwarzen Punkten“ gefärbt. Im Herbst färbt sie sich braun oder rötlich-braun.

- Die Grüne Stinkwanze ist etwa 14 Millimeter groß.

- Grüne Stinkwanzen saugen durch einen Rüssel Pflanzensaft auf. Den Menschen können die Insekten damit nicht stechen.

- Allerdings: Saugen Stinkwanzen an reifen Beeren, hinterlassen sie in ihnen Wanzenspeichel. Die Beeren bekommen dadurch einen unangenehmen Geschmack, den viele Menschen nicht mögen.

Gefährlich für den Menschen sind die derzeit vor allem verbreiteten Stinkwanzen aber, im Gegensatz zu ihren fiesen Verwandten , den Bettwanzen, nicht. „Sie richten keinen Schaden ein“, heißt es vom NABU. Trotzdem können sie reichlich unangenehm werden.

Stinkwanzen loswerden: Einmal in Haus oder Wohnung können sich die Insekten rasant verbreiten

Denn einmal in Haus oder Wohnung angesiedelt, können sich die kleinen Krabbeltierchen unter Umständen rasant ausbreiten. Deshalb ist von Anfang an schnelles Handeln in Sachen Stinkwanzen angesagt. Notfalls auch mithilfe eines Kammerjägers.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, können einige Kniffe helfen, die Wanzen loszuwerden. Eines ganz wichtig vorweg: Stinkwanzen sollten auf gar keinen Fall grob angefasst oder sogar getötet werden. Denn dann machen sie ihrem Namen alle Ehre.

Stinkwanzen: Insekten los werden, aber auf keinen Fall töten - das stinkt widerlich

Stinkwanzen kommunizieren stark über Duftstoffe, die für unser menschliches Empfinden bei den meisten Arten eher Stinkstoffe sind. Sie können richtig stark stinken“, erklärt der NABU. „Denn wie viele andere Wanzen sondern sie bei Gefahr ein unangenehm riechendes Sekret aus.“

„Wanzen können richtig stark stinken. Bei Gefahr sondern sie ein unangenehm riechendes Sekret aus.“

Naturschutzbund Deutschland e.V.

Das kann sich sogar auf der Haut oder der Kleidung absetzen. Hat eine Wanze also doch mal eine Stink-Attacke gestartet, hilft nur schnelles Waschen und Duschen.

Wanzen-Plage: Wie man die Insekten wieder los wird - und wie besser nicht

Statt die Wanzen zu töten, bietet es sich an, einzelne Tiere sanft aus Haus oder Wohnung zu bugsieren. Am besten lässt man die im Herbst braun gefärbten Stinkwanzen auf ein Blatt Papier krabbeln und trägt sie dann ins Freie. Alternativ kann man auch ein Glas über die Wanzen stülpen und sie dann nach draußen bringen.

Oder die Tiere vorsichtig mit dem Handfeger aufkehren und dann aus der Wohnung bringen. Anders als bei Marienkäfern ist vom Staubsaugertrick mit der Socke oder generell vom Aufsaugen aber dringend abzuraten. Auch dann könnten die Tiere sich bedroht fühlen oder sogar sterben - und dann wieder ihr stinkendes Sekret abgeben.

Invasion der Wanzen: Eindringen der Insekten von vorneherein verhindern

Besser als die Wanzen aus dem Haus bekommen zu müssen, ist natürlich sie gar nicht erst in den Wohnräumen zu haben. Hierfür gibt es mehrere Methoden, wie sich ein Eindringen der Insekten von Vorneherein verhindern ließe.

  • Nisthilfen: Im Garten kann man Laubhaufen anlegen. Auf dem Balkon eignet sich ein Insektenhotel als Überwinterungsquartier für Wanzen.
  • Eindringen verhindern: Spalten und Löcher, durch die die Stinkwanzen in die Wohnung gelangen könnten, dichtet man am besten mit zum Beispiel Silikon ab. Wer häufiger Insekten im Haus findet, bringt am besten Fliegengitter an.
  • Essiggeruch: Aufgesprüht auf Fenster- und Türrahmen kann auch folgende Lösung die Wanzen am Hineinkrabbeln hindern: Ein Teil Spülmittel, zwei Teile Essig, vier Teile Wasser mischen und in eine Sprühflasche füllen. Der Essiggeruch schreckt die Tiere ab.
  • Im Dunkeln lüften: Wer beim abendlichen Lüften das Licht anlässt, zieht Wanzen und andere Insekten magisch an. Deshalb lieber: Licht aus.
  • Gerüche: Neben dem Essiggemisch soll auch der Geruch von Nelken, Amoniak oder Wacholder die Stinkwanzen fernhalten.
  • Nahrung wegräumen: Wer Obstteller stehen lässt, lädt Wanzen - und auch andere Insekten - praktisch zum Essen ein. Vor allem saftiges Obst wie Beeren sollten daher derzeit lieber in den Kühlschrank wandern.

Insektizide sollten dagegen nicht gegen die lästigen Stinkwanzen zum Einsatz kommen. Denn auch durch sie könnten die Wanzen ihr stinkendes Sekret aussondern. Darüber hinaus ist die Verwendung dieser chemischen Hilfsmittel besonders in der Küche, wo sich die Stinkwanzen gerne aufhalten, auch für die eigene Gesundheit keine gute Idee. *24garten.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa/Jochen Lübke

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