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Von Benztown bis Kerlsruhe: Städte in Baden-Württemberg und ihre Spitznamen

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Von: Sina Alonso Garcia

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Kreativ und provokant: In Baden-Württemberg haben einige Bewohner ihren Heimatstädten Spitznamen verpasst, die sich über die Jahre etabliert haben. Hier erfahrt ihr, welche Scherznamen Städte im Ländle tragen.

Ob „Stadt der Liebe“ oder „Big Apple“: Spitznamen für Großstädte, wie in den Beispielen für Paris und New York, wecken Assoziationen und sind ein beliebtes Mittel, um den besonderen Charakter eines Ortes hervorzuheben. Hat sich eine Bezeichnung erstmal etabliert, ist sie aus den Köpfen der Bewohner nur schwer wegzudenken. Auch in Baden-Württemberg tragen viele Städte amüsante, aber auch provokante Spitznamen, die sich über die Jahre hinweg durchgesetzt haben, verrät BW24. Wie viele davon sind euch bereits bekannt?

Stuttgart: „Benztown“, „Kessel“, „Schduagrd“

Wer an die baden-württembergische Landeshauptstadt denkt, kommt an Assoziationen mit Mercedes-Benz, Bosch und Porsche nicht vorbei. In Stuttgart schlägt das Herz der Automobilindustrie. So verwundert es wenig, dass die Schwabenmetropole im Volksmund bevorzugt „Benztown“ gerufen wird. Ihre besondere Lage zwischen Wald und Reben brachte der Stadt zudem den Spitznamen „Kesselstadt“ – kurz: Kessel – ein. Verfechter des schwäbischen Dialekts nennen ihre Heimatstadt liebevoll „Schduagrd“ (umgangssprachlich). Auf der Internetplattform Reddit nennen Nutzer für Stuttgart auch den wenig schmeichelhaften Namen „Kaputtgart“.

Technokonzert auf dem Schlossplatz Stuttgart mit Sven Väth und und einer Fassadeninstallation von Tobias Rehberger, vera
Die Stadt Stuttgart wird aufgrund ihrer besonderen Lage gerne auch einfach als „Kessel“ bezeichnet. © IMAGO / Wilhelm Mierendorf

Heilbronn wird zu „Heilbronx“: Wird die Stadt ihrem Ghetto-Image gerecht?

Zugegeben: Der erste Eindruck von Heilbronn erscheint wohl den meisten wenig glamourös. Das Image von „Heilbronx“, wie vor allem junge Menschen die Stadt in Anlehnung an den New Yorker Problembezirk Bronx nennen, hat sich über die Jahre hinweg stark gefestigt. Wer heute durch Heilbronn schlendert, wird allerdings überrascht sein, was sich hier in den vergangenen Jahren alles getan hat. Lidl-Multimilliardär Dieter Schwarz baut die ganze Stadt nach seinen Vorstellungen um und macht Heilbronn zu einem gefragten Hochschulstandort. Auch die Bundesgartenschau 2019 hat ihre Spuren hinterlassen: Eine weitläufige, grüne Parkanlage mitten in der Stadt lädt zum Spazierengehen und Entspannen ein. Ein richtiges „Ghetto“ sucht man hier vergeblich.

Karlsruhe: Als Frau in „Kerlsruhe“ studieren – wie die Henne im Korb

Es ist Tatsache: In Karlsruhe herrscht ein erheblicher Männerüberschuss – und zwar vor allem unter den jüngeren Leuten. Die technischen Studiengänge am KIT und an den anderen Karlsruher Hochschulen sind mit Sicherheit ein Grund, warum es so viele junge Männer nach Karlsruhe zieht. Schon lange trägt die Stadt daher den Spitznamen „Kerlsruhe“. Wie Berechnungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg zeigen, wird der Männerüberschuss in den kommenden Jahren sogar noch ansteigen. Im Jahr 2025 soll die Differenz besonders groß sein: Dann kommen nach den Berechnungen zum Beispiel 4.070 26-jährige Männer auf nur 2.767 gleichaltrige Frauen.

Pforzheim: „Pforzelona“ als Internetphänomen

Wer genau Urheber der Wortschöpfung „Pforzelona“ ist, ist unklar. Vermutungen zufolge deutet aber vieles auf das studentische Umfeld der Hochschule Pforzheim, insbesondere die Fachrichtung Marketing und Kommunikation der Fakultät für Wirtschaft, hin. Ein erster Hashtag mit der Bezeichnung #Pforzelona lässt sich auf Ende 2009 datieren. Der Verfasser dürfte hier mit einem Augenzwinkern auf die spanische Stadt Barcelona angespielt haben. Ob Pforzelona mit dem südländischen Flair mithalten kann - das müssen die Bewohner selbst entscheiden. Inzwischen wird der Hashtag Pforzelona jedenfalls häufig in sozialen Netzwerken benutzt und enthält sowohl Fotos schöner Ansichten der Stadt als auch ironische Postings.

Mannheim: mundartlich „Monnem“ oder „Mannem“

Da Einheimische aus der Quadratestadt „Monnemisch“ sprechen (kurpfälzischer Dialekt), liegt es nahe, dass sie ihre Heimatstadt „Monnem“ nennen. In Mannheims Vororten werden unterschiedliche Wendungen benutzt. So wird die Stadt im stärker odenwäldisch beeinflussten Norden „Monnem“ genannt, im eher badischen Süden, etwa in Rheinau und Neckarau, hingegen „Mannem“.

Friedrichshafen: Bürger schimpfen die Stadt als „Friedhofshafen“

„Friedhofshafen“, „Friedlichschlafen“, „Friedrichshafen, die langweiligste Stadt am See“, „Rentnerstadt“ – fiese Bezeichnungen wie diese hat sich die Zeppelinstadt in den vergangenen Jahren vermehrt eingehandelt. Der Grund: Es wurden beispielsweise Open-Air-Konzerte nach drinnen verlagert. „Zu viele Freizeit- und Kulturangebote sterben unter dem Bürokratismus ab“, formuliert es etwa ein Bürger auf Twitter. „Friedrichshafen tut sich schwer, jung und innovativ zu sein.“ Stattdessen sei die Stadt „stock-konservativ und ausgebremst“.

Konstanz: „Das letzte deutsche Zipfele“ unten am Bodensee

Mit etwa 78.000 Einwohnern ist Konstanz die größte Stadt am Bodensee und erstreckt sich auf dem schmalen Landrücken zwischen Ober- und Untersee sowie einem kleinen Zipfel auf dem Südufer des Bodensees, das ansonsten zur Schweiz gehört. Daher kommt auch der Spitzname: „Das letzte deutsche Zipfele“. In einem Beitrag auf Reddit nennen Nutzer die Stadt zudem scherzhaft „Konstanzinopel“.

Konstanz
Konstanz wird liebevoll auch „das letzte deutsche Zipfele“ genannt, da die Bodensee-Stadt im Süden direkt an die Schweiz grenzt. © Felix Kästle/dpa

Ludwigsburg: „Lubu“ oder „Lombaburg“

In der Liste auf Reddit, die Städte und ihre „Verkleinerungsformen“ sowie „Necknamen“ aufzählt, ist auch Ludwigsburg aufgeführt. Neben der geläufigen Abkürzung „Lubu“ taucht dort „Lombaburg“ als Bezeichnung auf.

Lörrach: Sonne tanken in der „Toskana Deutschlands“

Im bundesweiten Vergleich verzeichnet Lörrach überdurchschnittlich viele Sonnenstunden. Während der deutsche Durchschnitt bei 1.541 Stunden im Jahr liegt, liegt er in Lörrach bei 1.700 Stunden. Dieser Umstand hat der südwestlichen Region den Spitznamen „Toskana Deutschlands“ eingebracht.

Ihr vermisst in der Aufzählung eure Lieblingsstadt im Ländle? Wenn ihr weitere Spitznamen in petto habt, die hier unbedingt auftauchen sollten, schreibt sie unserer Redaktion!

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