Vereinssport, Fitnessstudios, Schwimmbäder

Neue Corona-Verordnung: Diese Regeln gelten jetzt für Sport in Baden-Württemberg

Ein Schild mit der Aufschrift „Sportanlage gesperrt“ hängt an einem Geländer.
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Ab dem 2. November gilt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung. Was ist jetzt im Sport erlaubt?
  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Seit dem 2. November gilt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung – ein Lockdown 2.0. Wie sieht es jetzt mit Sport aus: Was ist erlaubt und was nicht?

Das Coronavirus hat das Leben der Menschen in Baden-Württemberg, in Deutschland und auf der ganzen Welt auf den Kopf gestellt. Aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung wurde bereits im März bundesweit ein Lockdown verhängt. Über die Sommermonate sah es so aus, als wäre die Eindämmung des Coronavirus möglich – doch weit gefehlt. Kaum wird es im Herbst kühler und die Menschen sind wieder vorwiegend in geschlossenen Räumen, steigt die Zahl der Neuinfektionen in Baden-Württemberg* rasant an.

Corona-Verordnung Baden-Württemberg: Erhöhtes Infektionsrisiko beim Sport

Aufgrund der exponentiellen Ausbreitung des Coronavirus haben sich Bund und Länder auf verschärfte Corona-Maßnahmen* verständigt – quasi ein Lockdown 2.0. Diese Regeln gelten seit dem 2. November und bestehen vorerst bis Ende des Monats. Sie haben Auswirkungen auf private und öffentliche Treffen mit Familie und Freunde, aber auch auf Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Besonders im Bereich Sport sorgt die neue Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg aber für Verwirrung – denn manche Sportler dürfen weiterhin trainieren und manche nicht. echo24.de* erklärt die Sport-Regeln in der Corona-Zeit im Überblick.

Grundsätzlich gilt: Es wird „die Ausübung sportlicher Aktivitäten, an denen zeitgleich mehr als zwei Personen beteiligt sind, die nicht zu einem Haushalt gehören, in allen hierfür vorgesehenen Anlagen und Einrichtungen – unabhängig ob öffentlich oder privat – untersagt“. So heißt es in der Begründung zur neuen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg. Sport führe zu erhöhter Atemfrequenz mit der Folge einer stärkeren Bildung von Aerosolen. Diese gilt neben der Tröpfcheninfektion als Hauptübertragungsweg für Sars-CoV-2-Viren. Deswegen gilt laut Landesregierung beim Sport ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Sport in Corona-Zeiten: Was in Baden-Württemberg verboten und geschlossen ist

Prinzipiell ist für den „normalen“ Menschen aktuell kein Sport im Verein oder im Fitnessstudio möglich. Der Amateursportbetrieb wird größtenteils eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Öffentliche und private Sportanlagen und Sportstätten sind geschlossen. Auch Einrichtungen wie Fitnessstudios, Yoga-Studios und Tanzschulen sind ab dem 2. November laut Corona-Verordnung dicht. Das Gleiche gilt für Kletterparks (indoor und outdoor). Die Definition orientiert sich dabei an der Nutzung und nicht an der Räumlichkeit. Es kann also zum Beispiel kein Yoga-Kurs statt in der Sporthalle in den Räumen einer Volkshochschule stattfinden.

Schwimmbäder und Hallenbäder sind geschlossen. Sie dürfen lediglich für den Spitzen- und Profisport, den Schulunterricht und Studienbetrieb genutzt werden. Thermalbäder und Spaßbäder sowie Saunen und Badeseen müssen komplett dicht machen. Sportboothäfen und Sportflugplätze zählen nicht zu den geschlossenen Anlagen.

Sport trotz Corona: Das ist in Baden-Württemberg aktuell erlaubt

Erlaubt bleibt Individualsport, also etwa joggen, walken oder inlineskaten. Konkret heißt es: „Öffentliche und private Sportanlagen oder Sportstätten können im Freizeit- und Amateurindividualsport allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts genutzt werden.“ Das gilt beispielsweise auch für den Bolzplatz. Hundesport (bzw. die Hundeschule) fällt unter Individualsport und ist gestattet. Personal Training ist als Einzelunterricht im Freien möglich. Schwangerschafts- und Geburtsvorbereitungskurse können stattfinden. Auch Reha-Sport sowie Physiotherapie sind weiterhin erlaubt.

Nur im Freien dürfen weitläufige Sportanlagen wie zum Beispiel Golfplätze, Tennisplatzanlagen oder Reitplätze auch zeitgleich von mehreren aktiven Personen genutzt werden – allerdings individualsportlich unter Einhaltung der Abstandsregeln. Das bedeutet, es können mehrere Personen auf dem Golfplatz sein, solange sie verteilt sind und alleine/zu zweit/nur Personen aus einem Haushalt ihrem Sport nachgehen. Voraussetzung für die Nutzung ist aber, dass keine Umkleiden, Toiletten und Duschen geteilt werden und Personen, die nicht gemeinsam Sport machen, sich nicht begegnen.

Corona-Verordnung Baden-Württemberg: Spitzen- und Profi-Sport erlaubt – was bedeutet das?

Aber was fällt unter Spitzen- und Profisport, denn dieser ist ja erlaubt? Profi- und Spitzensportler sind Sportler, die einen Arbeitsvertrag haben, durch den sie Sport gegen ein Entgelt ausführen und dieses Entgelt überwiegend zur Sicherung ihres Lebensunterhalts dient. Dazu zählen (paralympische) Athleten im Bundes- und Landeskader, selbständige, vereins- oder verbandsungebundene Sportler (Vollzeittätigkeit), Mannschaften, die in länderübergreifenden Ligen spielen oder in der 1. bis 3. Bundesliga aller Sportarten, vereins- oder verbandsungebundene Profisportlerinnen und -sportler ohne Bundeskaderstatus sowie professionelle Ballett-Tänzer.

Beim Schalke-Heimspiel gegen Stuttgart durften keine Zuschauer ins Stadion.

Demnach sind auch Spiele der Bundesligen weiterhin erlaubt. Diese werden „unter Berücksichtigung der besonderen wirtschaftlichen Bedeutung für den Profi- und Spitzensport“ nicht untersagt. Zuschauer dürfen aber nicht vor Ort sein und die Hygienekonzepte müssen eingehalten werden – das gilt auch fürs Training. Auch Sport zu dienstlichen Zwecken, zum Beispiel bei der Polizei oder der Feuerwehr, ist erlaubt. Eine Ausnahme gibt es auch für den Schulsport und den Studienbetrieb (Hochschulen), der weiterhin stattfinden kann. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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