Kooperation mit Geely

SUV statt City-Flitzer: Smart steht vor Mega-Veränderung

Ein silberner Smart Fortwo der Daimler AG.
+
Der neue Smart-SUV der Daimler AG soll deutlich länger werden als das klassische Modell.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
    schließen

Der Smart fortwo ist der perfekte Stadtwagen - und doch ist sein Ende nah. Jetzt steht eine große Veränderung kurz bevor.

Mit dem Smart fortwo hat Daimler im Jahr 1994 den perfekten Stadtwagen auf den Markt gebracht. Die erste Generation des Zweisitzers war grade einmal 2,5 Meter lang und 1,5 Meter breit. Somit passte der Smart auch quer in fast jede Parklücke. Seit her ist der kompakte City-Flitzer kaum gewachsen, die aktuelle Generation miss etwa 2,74 Meter in der Länge und 1,66 Meter in der Breite.

Auch das Design hat Daimler nur behutsam weiterentwickelt, unter der Haube kam es jedoch zur Revolution. Während die dritte Generation anfangs noch mit Benzinmotoren verkauft wurde, ist der Smart seit April 2019 nur noch als Elektroauto bestellbar. Wie focus.de berichtet, könnte ein weiterer Traditionsbruch unmittelbar bevorstehen.

Smart: Mini-SUV statt Stadtwagen - Daimler folgt dem Trend

Bekanntermaßen wird die nächste Generation des Smart zusammen mit Daimlers-Großaktionär Geely in China produziert, ab 2022 soll dort der „New Smart“ entstehen. Das bisherige Werk im französischen Hambach hat Daimler bereits an Ineos verkauft. Und auch der kleine Smart könnte bald Geschichte sein, denn dieser soll keinen direkt Nachfolger mehr erhalten.

Stattdessen greift Daimler ein Konzept auf, das bereits 2005 unter dem Namen Smart formore auf den Tischen der Smart-Ingenieur lag: ein Mini-SUV. Natürlich rein elektrisch! Seiner Zeit entschied sich Daimler jedoch für den Smart forfour, der zunächst auf der Basis des Mitsubishi Colt aufbaute, spätere Generationen nutzen die Plattform des Renault Twingo. Ein besonderer Erfolg war das Modell jedoch nicht.

Smart: Umsatzrückgang für Stadtauto - teures Elektroauto mit zu wenig Reichweite

Im vergangenen Jahr hatte Smart mit einem enormen Absatzrückgang von 67 Prozent zu kämpfen. So viel wie keine andere Automarke in Deutschland. Auf Anfrage von focus.de erklärte Daimler: „Seit 2020 ist Smart eine rein elektrische Marke. In 2019 wurden im Auslaufjahr der Verbrenner entsprechend sowohl Verbrenner als auch elektrische Fahrzeuge verkauft. Daher kann man die Daten 2020 nicht mit 2019 vergleichen.“ Zudem dürfte auch das Coronavirus seinen Teil dazu beigetragen haben.

Auf Instagram spricht Lena Meyer-Landrut mit verschieden Gästen über Nachhaltigkeit.

Allerdings waren die Verkaufsargumente des Smart nach dem Aus der Benziner-Motoren auch nicht mehr die Besten. Im Winter soll das kleine Elektroauto grade einmal 100 Kilometer weit kommen. Verglichen mit den modernen Elektroautos ist diese Reichweite kaum der Redewert. Hinzu kommt das der Smart fortwo mit 18.370 Euro - mit Förderung - alles andere als preiswert ist. Auch eine Werbekampagne mit der Sängerin Lena Meyer-Landrut half nicht, die Verkaufszahlen zu steigern.

Smart: Aus für Stadtwagen - das soll der Mini-SUV können

Jetzt soll also ein Mini-SUV retten, was noch zu retten ist. Allerdings soll der „New Smart“ erst einmal nur in China auf den Markt kommen. Als Basis für den Smart-SUV dient dabei eine Technik-Plattform von Geely beziehungsweise Volvo. Preislich soll der neue Smart deutlich unter dem aktuellen fortwo liegen, angepeilt ist ein Preis von etwa 15.000 Euro.

Zudem wird der Mini-SUV deutlich größer ausfallen als die aktuellen Smart-Modelle fortwo und forfour. Der SUV von Smart soll wohl etwa vier Meter lang werden. Obwohl es sich um einen SUV handelt, soll der neue Smart keinen Allrad-Antrieb bekommen, da es sich um ein für China konzipiertes Stadtfahrzeug handelt. Am wahrscheinlichsten ist ein Heckantrieb, es könnte aber auch ein Frontantrieb kommen. Auch die Reichweite wird nicht wesentlich steigen und wohl zwischen 200 und 300 Kilometer liegen.

Smart: Aus für Stadtwagen - Experte lobt Daimler-Entscheidung

Neben dem Smart von Daimler sollen auch noch weitere kleine Elektroautos auf Geelys Elektroauto-Plattform SEA (Sustainable Experience Architecture) aufbauen. Dass der neue Smart-SUV auch nach Europa und somit nach Deutschland kommen wird, gilt als sicher.

Smart
GründerNicolas Hayek
Gründung1994, Biel Schweiz
InhaberMercedes-Benz
HauptsitzBöblingen

Für den Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer ist die Entscheidung von Daimler, mit Smart einen Neustart in China zu wagen, mehr als nachvollziehbar: „Mit dem bisherigen Smart-Konzept war es nicht möglich, die Marke langfristig ertragreich zu gestalten. Der Markt für reine Zweisitzer ist zu eng, wie man auch am Toyota iQ gesehen hat. Daher war es nicht möglich, mit Smart in seiner heutigen Form in die Zukunft zu gehen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema