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Schneekanonen am Feldberg? Klare Ansage vom Oberbürgermeister mit Mallorca-Vergleich

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Von: Dominik Jahn

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Coronavirus - Skifahrer Feldberg
Am Feldberg wird in der Saison 2022/2023 Energie gespart. Die Schneekanonen sollen aber dennoch im Einsatz sein. © picture alliance/dpa | Patrick Seeger

Für die Skisaison 2022/2023 wird es in den Skigebieten in Baden-Württemberg einige Sparmaßnahmen geben. An Schnee soll es am Feldberg aber nicht mangeln. Für Umweltschützer liegt das Problem ohnehin nicht bei den Schneekanonen.

Die Energiekrise geht auch an den zahlreichen Skigebieten in Baden-Württemberg nicht vorbei. Wie echo24.de bereits berichtete, will auch der Liftverbund Feldberg sparen. Die Folge: Weniger Liftanlagen für Skifahrer. Doch wie sieht es mit der Beschneiung aus? Wird es in der Pisten-Saison 2022/2023 keine Schneekanonen geben?

Geht es nach Liftbetreiber Julian Probst ist ein Skibetrieb ohne die Schneekanonen am Feldberg nicht möglich. Und auch von Johannes Albrecht, Bürgermeister der Gemeinde Feldberg, gab es gegenüber dem SWR eine ziemlich klare Ansage dazu.

Feldbergs Oberbürgermeister vergleicht Schneekanonen mit Flug nach Mallorca

Albrecht sieht in der Verwendung der künstlichen Beschneiung kein Problem in der Energiekrise: „Am Feldberg brauchen wir für die Beschneiung des gesamten Winters weniger Energie als ein Flug von Deutschland nach Mallorca.“ Für ihn ist die Energiebilanz mit dem Mallorca-Vergleich total in Ordnung.

Feldberg (Schwarzwald)Gemeinde in Baden-Württemberg
Höhe1.277 Meter
Liftverbund Feldberg10 Skigebiete
Lifte43
Pistenlänge insgesamt68 Kilometer

Unterstützung bekommt er dabei überraschender Weise vonseiten der Umweltschützer. Die sehen laut SWR-Bericht in den Schneekanonen auch nicht das ganz große Energie-Problem. Das lauert für Stefan Auchter vom Bund für Umwelt und Naturschutz Südlicher Oberrhein eher in der „Masse an Menschen, die aus dem ganzen Land auf den Berg stürmt“.

Die Schneekanonen bräuchten demnach laut Auchter „zwar viel Energie“, aber problematischer sei die Tatsache, dass sie die Skisaison künstlich verlängern: „Und das bedeutet, dass viel, viel mehr Leute auf den Berg fahren, in der Regel mit eigenen Pkw.“

Skifahren am Feldberg wird teurer

Was die Vorfreude der Pisten-Fans auf die neue Saison etwas trüben dürfte, ist die Tatsache, dass das Skifahren am Feldberg definitiv teurer wird. Dem Bericht zufolge wird das Ticket gerade am Wochenende, wenn mehr los, auch mehr kosten. Doch können damit die drohenden Mehrkosten gedeckt werden?

Liftbetreiber Probst bleibt skeptisch: „Es ist schon ein Teil der Kosten, der durch Energie bei uns entsteht. Wenn der natürlich ins Unermessliche wandert, werden wir uns auch irgendwann die Frage stellen, wann die ganze Geschichte überhaupt noch wirtschaftlich ist.“

Eine Frage, die sich auch die Verantwortlichen in den zahlreichen Skigebieten in Österreich stellen müssen und auch die Liftbetreiber der Skigebiete in der Schweiz werden im kommenden Winter vor großen Herausforderungen stehen.

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