Trinkwasser in Sindelfingen

Sindelfingen: Leitungswasser mit Bakterien verunreinigt – nicht trinken!

  • Lisa Klein
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Wer in Sindelfingen wohnt, sollte aktuell auf das Trinken des Leitungswassers verzichten – denn das ist mit gefährlichen Bakterien verunreinigt.

Das Leitungswasser in Sindelfingen (Landkreis Böblingen) sollte aktuell nicht einfach so getrunken werden, wie echo24.de* berichtet. Die Stadtwerke haben eine Verunreinigung des Trinkwassers mit Milchsäurebakterien (Enterokokken) festgestellt. „Aus Vorsorgegründen muss das entnommene Trinkwasser für den Verzehr bis auf Weiteres abgekocht werden“, hieß es am Donnerstag (9. September) auf der Homepage der Stadtwerke. Dazu sollte das Wasser sprudelnd aufgekocht werden. Die Stadtteile Maichingen und Darmsheim sind demnach nicht betroffen.

Als Brauchwasser – also zum Duschen, Händewaschen, Toilettenspülung oder zur Bewässerung – könne das Leitungswasser aber weiter bedenkenlos verwendet werden. Lediglich offene Wunden sollten beim Duschen abgeklebt werden. Auch Geschirrspüler und Waschmaschinen können weiterhin benutzt werden. Zur Sicherheit werde das Wasser vorsorglich mit Chlor versetzt, gemäß den zulässigen Grenzwerten. Weitere Proben würden entnommen. „Diese Maßnahmen gelten, bis sie durch entsprechende Mitteilungen aufgehoben werden“, hieß es.

Sindelfingen: Trinkwasser mit Bakterien verunreinigt – Stadt ergreift Maßnahmen

Die Stadtwerke versorgen nach eigenen Angaben das gesamte Stadtgebiet mit rund 60.000 Einwohnern und alle Industriebetriebe mit Trinkwasser. Nun laufen Nachuntersuchungen: „Wir haben noch am Donnerstagabend Nachproben durchgeführt“, sagte ein Sprecher der Stadtwerke am Freitag. Die Ergebnisse erwarte man bis spätestens Montag, hieß es weiter.

„Weil wir nicht wissen, ob die Verunreinigung in diesem Haus oder in unserem Wassernetz stattgefunden hat, haben wir die Sindelfinger gewarnt“, sagte der Sprecher weiter. Die Untersuchungen des Gesundheitsamts sollen nun klären, ob es eine Entwarnung geben kann.

Verunreinigtes Trinkwasser in Sindelfingen: Was sind Enterokokken? Ursache, Symptome

Enterokokken sind Milchsäurebakterien. Es gibt 25 verschiedene Enterokokken-Arten – nicht alle davon sind gefährlich. Enterokokken kommen natürlicherweise in der Umwelt, beim Menschen und Tier vor. Zum Beispiel werden sie eingesetzt, damit Camembert reift. Allerdings gibt es Enterokokken-Arten, die krank machen, wenn sie in Bereiche des Körpers gelangen, in die sie nicht hingehören.

Enterokokken können schwere Infektionen auslösen, Blutvergiftungen und Herzbeutelentzündungen. Vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Babys können die Bakterien schnell gefährlich werden. Gerade, wenn sie über das Trinkwasser aufgenommen werden. Problematisch ist, dass bestimmte Enterokokken-Stämme resistent gegen Antibiotika sind. Daher sollten die Warnungen der Stadtwerke Sindelfingen unbedingt ernst genommen werden.

Verunreinigungen von Trinkwasser ist übrigens gar keine Seltenheit. Zuletzt wurden Kolibakterien und Keime im Trinkwasser in Bretzfeld* (Hohenlohekreis) festgestellt. Auch dort musste das Leitungswasser abgekocht werden – inzwischen ist es wieder trinkbar. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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