In Sindelfingen, Reutlingen und Esslingen

Folgen für Geimpfte? Abgelaufener Impfstoff über 800-mal verimpft

Eine Ampulle mit Covid-19-Impfstoff von Moderna.
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In Sindelfingen, Reutlingen und Esslingen wurde abgelaufener Moderna-Impfstoff verimpft (Symbolbild).
  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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In Sindelfingen, Reutlingen und Esslingen wurden über 800 abgelaufene Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna verabreicht. Folgen für Betroffene?

Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg* steigen seit einiger Zeit wieder stark an. Was nur langsam steigt, ist die Impfquote in Baden-Württemberg, die Stand 17. September noch immer unter 80 Prozent liegt. Mit diversen Impfaktionen versucht die Politik, die noch nicht oder nicht vollständig Geimpften zu erreichen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann veröffentlichte sogar eine Videobotschaft an alle Impf-Gegner*, in der eindringlich für die Corona-Impfung wirbt.

Was auf jeden Fall nicht hilft, noch unentschlossene Ungeimpfte zu überzeugen, ist die Meldung aus Sindelfingen, Reutlingen und Esslingen, wo insgesamt 840 abgelaufene Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna* verabreicht wurden. Der Corona-Impfstoff wurde vorschriftsmäßig in Kühlboxen transportiert. Doch Berichten der Deutschen-Presse-Agentur zufolge war auf den Paketen eine längere Ablaufzeit notiert, weshalb der Moderna-Impfstoff teilweise noch verabreicht wurde.

Abgelaufener Moderna-Impfstoff verimpft: Wirksamkeit deshalb beeinträchtigt?

Das Datum habe sich erst später als falsch herausgestellt, heißt es aus den drei Landkreisen. Aber: Die Verantwortlichen erwarteten wegen des Fehlers zunächst keine Folgen für die betroffenen Personen. Der Grund: „Es gibt bisher keine Rückschlüsse, dass sich aus der längeren Aufbewahrungszeit Auswirkungen auf die Wirksamkeit ergeben hätten“, erklärte die ärztliche Leiterin des Sindelfinger Kreisimpfzentrums, Martina Burchert-Graeve, der Deutschen-Presse-Agentur (DPA).

Einer neuen Studie des Herstellers Moderna zufolge sei der Corona-Impfstoff so stabil, dass er drei Monate lang bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden könne, sagte Burchert-Graeve. In Europa gelte aber derzeit noch die Vorgabe der Europäische Arzneimittel-Agentur, nach der die Lagerung eine Dauer von 30 Tagen nicht überschreiten soll. Die Impfdosen in Sindelfingen wurden den Angaben nach zwischen dem 8. August und 14. September und in Reutlingen und Esslingen ab dem 9. September verabreicht.

Abgelaufener Moderna-Impfstoff verimpft: Wichtige Information für Betroffene

All die Menschen, welche eine Dosis des abgelaufenen Corona-Impfstoffs von Moderna erhalten haben, können Berichten der DPA zufolge vier Wochen nach der Zweitimpfung einen Test machen, um die Wirksamkeit ihres Impfschutzes zu überprüfen. In solchen Fällen kommen in der Regel Antikörper-Tests zum Einsatz, welche die Zahl der vorhandenen Antikörper im Blut messen. Für die Art von Test wird meist eine Blutprobe benötigt. Betroffene Impflinge sollen hierzu einen Brief erhalten. An ihrem Status als Geimpfter ändere sich nichts.

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