Verkehrschaos trotz Lockdown

Schnee-Touristen im Schwarzwald: Polizei rechnet erneut mit Chaos - und ergreift schon Maßnahmen

Nicht nur im Schwarzwald herrscht derzeit immer wieder Chaos. Viele Schnee-Touristen sorgen für Gedränge. Die Polizei greift durch.

Update, 6. Januar: Schluss mit lustig im Schwarzwald? Nach mehrmaligem Verkehrschaos und Gedränge auf Loipen und Parkplätzen wächst in den betroffenen Orten die Wut auf Ausflügler und Schnee-Touristen. Am heutigen 6. Januar, dem Dreikönigstag, soll es nicht noch einmal so weit kommen, wie am vergangenen Wochenende oder etwa zu Weihnachten. Und doch stellt sich die Polizei auf eine erneute Eskalation der Situation ein. Die Landespolitiker in Baden-Württemberg belassen es vorerst dennoch bei einem Appell an die Vernunft, wie echo24.de* berichtet.

Schwarzwald: Wieder Eskalation wegen Schnee-Touristen? Polizei ergreift schon Maßnahmen

„Ich würde mir wünschen, dass die Menschen - trotz der Sehnsucht nach Freiheit, Freizeit und Vergnügen - sich an die Regeln halten und ihren Aktionsradius einschränken“, erklärte beispielsweise Innenminister Thomas Strobl. Mit Blick auf die hohen Corona-Infektionszahlen in Baden-Württemberg* sei der Massenanlauf an den Ausflugsorten, wie zuletzt beispielsweise im Schwarzwald, weder hilfreich noch sinnvoll. Das Sozialministerium werde die Situation am Feiertag mit Blick auf mögliche Verschärfungen genau beobachten, hieß es von einer Sprecherin.

Vor allem um Weihnachten gab es im Schwarzwald einen riesigen Ansturm. Stellenweise kam es zu einem Verkehrschaos.

Bislang hatten alle Appelle jedenfalls nicht geholfen. Mehrfach musste die Polizei überfüllte Zufahrtsstraßen im Nordschwarzwald sperren. Wegen des Mega-Andrangs kam es zu chaotischen Szenen auf Straßen und Parkplätzen. Der durch die Corona-Verordnung geregelte Mindestabstand wurde vielerorts nicht eingehalten. Laut einem Sprecher der Offenburger Polizei wurden allein zwischen 31. Dezember und 3. Januar mehr als 1450 Verwarnungen wegen Falschparkens ausgesprochen.

Schwarzwald: Ausflügler unerwünscht - Polizei ergreift Maßnahmen gegen Verkehrs-Chaos

„Alle stürmen hier hoch“, beschrieb Hans-Jürgen Decker, Bürgermeister der Gemeinde Ottenhöfen nahe der regelmäßig besonders überfüllten Schwarzwaldhochstraße (B500) die Situation vor Ort. „Es ist ein Auto nach dem anderen!“ Sogar bei schlechterem Winter-Wetter in Baden-Württemberg* herrsche Chaos. Er plädiert deshalb für strengere Maßnahmen, als zuletzt ergriffen wurden. Vorerst sollten demnach nur noch Anlieger der Straße Richtung Berge benutzen dürfen.

Die Schwarzwaldhochstraße

Die Schwarzwaldhochstraße ist eine der ältesten und bekanntesten Ferienstraßen in Deutschland. Sie ist ein rund 60 Kilometer langer Teil der Bundesstraße 500 und führt von Freudenstadt nach Baden-Baden. Die Strecke ist ein attraktives Ausflugsziel für Touristen und Einheimische.

Entlang der gesamten Strecke bieten sich tolle Ausblicke in die Schwarzwaldtäler, ins Rheintal und ins Elsaß bis in die Vogesen. Die Schwarzwaldhochstraße ist vor allem im Winter sehr beliebt, dank einer Höhenlage zwischen 700 und 1164 Metern ist die Landschaft in der kalten Jahreszeit meistens mit Schnee bedeckt.

Mehrere Landkreise im Schwarzwald hatten sich am Dienstag, 5. Januar, mit der Polizei zusammengesetzt und gemeinsame Maßnahmen gegen das Chaos beschlossen. Die Behörden legten sich auf Straßensperrungen fest und kündigten an, Falschparker etwa auf Rettungswegen abzuschleppen. „Meiden Sie die stark frequentierten Ausflugsziele und halten Sie sich an die geltenden Regeln“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Schwarzwald: Polizei rechnet erneut mit Mega-Andrang - Schnee-Touristen sorgen für Chaos

Und trotzdem: Auch heute wird es wohl wieder voll auf den Straßen im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb. Auch am Königstuhl bei Heidelberg und am Stocksberg im Landkreis Heilbronn* gab es zuletzt Probleme. Bei letzterem ergriff die Polizei bereits Maßnahmen und will im Fall des Falles hart durchgreifen. Auch die Polizei in Mannheim hat ein Auge auf die Ausflügler. Bei Bedarf soll es Sperrungen geben, um Rettungswege frei und den Busverkehr aufrecht zu erhalten.

Die Gemeinde Sonnenbühl auf der Alb hat nach dem großen Ansturm der vergangenen Wochenenden erstmal genug. Tagesgäste sind gebeten, bis zum Ende des nun verlängerten Lockdowns* nicht mehr anzureisen. Neben überfüllten Parkplätzen wie auch im Schwarzwald seien achtlos weggeworfener Müll und zerstörte Loipen die Folge der vielen Winterausflügler gewesen, heißt es von der Gemeinde.

Chaos im Schwarzwald: Polizei muss bei Mega-Andrang von Schnee-Touristen durchgreifen

Update, 3. Januar: Schon wieder haben Schnee-Touristen im Schwarzwald für chaotische Verhältnisse gesorgt. Doch nicht nur da. An mehreren Orten musste die Polizei durchgreifen, weil die geltenden Corona-Regelungen nicht mehr eingehalten werden konnten. Bereits zuvor hatte die Polizei in den winterlichen Gebieten in Baden-Württemberg teils drastisch eingreifen müssen. Das berichtet echo24.de*.

Wie die Polizei Mannheim mitteilt, wurden die Zufahrtswege zum Königstuhl in Heidelberg bereits gegen Mittag gesperrt. Offenbar waren auch an dem kleinen Berg wieder zahlreiche Menschen unterwegs. Es habe „Gedränge auf Parkplätzen und Wegen“ gegeben.

Ähnlich sah es auch in der Gemeinde Dobel im Landkreis Calw im Nordschwarzwald aus. Wie pz-news.de berichtet, musste die Polizei auch hier erneut wegen vieler Schnee-Touristen die Reißleine ziehen und Zufahrtsstraßen sperren.

Polizeikontrollen im Schwarzwald: Harte Maßnahme gegen Corona-Verstöße

Erstmeldung, 28. Dezember: In ganz Deutschland* herrscht Lockdown, in vielen Regionen in Baden-Württemberg gelten aufgrund der aktuellen Corona-Lage Ausgangsbeschränkungen. Davon war am Wochenende im Schwarzwald allerdings wenig zu spüren. Zahlreiche Menschen zog es über die Feiertage in die beliebte Ausflugsregion.

Hunderte Menschen strömten am Wochenende in den schneebedeckten Schwarzwald. Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag kam es in der Gemeinde Dobel im Kreis Calw im Nordschwarzwald zu einem totalen Verkehrschaos, auch am Sonntagmorgen waren bereits alle Parkplätze im Ort belegt.

Am Wochenende fanden in Dobel Menschenansammlungen statt, der Mindestabstand wurde nicht eingehalten und etliche Falschparker behinderten den Verkehr. Über 180 Falschparker seien rund um die Gemeinde Dobel am Samstag laut Polizei registriert worden.

Manche Besucher stellten ihr Auto einfach auf privaten Grundstücken ab, blockierten Einfahrten und Rettungswege. Die Polizei kontrollierte allerdings nicht nur Falschparker, sondern auch, ob die aktuell geltenden Corona-Regeln eingehalten werden.

Das Polizeipräsidium Pforzheim teilte mit, dass Verstöße gegen die aktuelle Corona-Regelung* konsequent geahndet wurde. Die Polizei sah sich durch das unachtsame und rücksichtslose Verhalten zudem dazu gezwungen, harte Maßnahmen zu ergreifen. Am Sonntag wurden die Zufahrten zur baden-württembergischen Gemeinde Dobel im Kreis Calw gesperrt. Der Verkehr wurde an den beiden Zufahrten zur Gemeinde abgeleitet. Nur noch Anlieger und Busse durften die Polizeikontrollen passieren. 

Polizeikontrollen im Schwarzwald: Zu viele Tagesausflügler unterwegs

Auch im Neuenbürger Ortsteil Dennach im Enzkreis in Baden-Württemberg hatte der Schnee die Ausflügler angelockt. Dort musste die Polizei ebenfalls eingreifen. Über die Schwanner Warter blieb die Zufahrt nach Dennach jedoch geöffnet, so die Polizei. Mehrere Beamte waren allerdings vor Ort, um die Lage zu kontrollieren. Menschenansammlungen und ein Verkehrschaos wie in Dobel sollten somit verhindert werden.

Ebenfalls zu riesigen Ansammlungen an Tagesausflüglern kam es laut Polizei Offenburg an der Schwarzwaldhochstraße . Vor allem an den Weihnachtsfeiertagen gab es jede Menge Staus und überfüllte Parkplätze in der beliebten Ausflugsregion. Entlang der Schwarzwaldhochstraße lagen 10 bis 20 Zentimeter Schnee, welche wie ein Magnet auf die Menschen wirkten. Auch in Winterberg im Sauerland kam es zu einem Touristen-Chaos*, wie wa.de* berichtet.

Polizei will Kontrollen im Schwarzwald verstärken

Die Polizei bittet die Bürger, nicht mehr mit dem Auto zu den überfüllten Ausflugszielen rund um die Schwarzwaldhochstraße zu fahren. Wer einen Schneeausflug machen möchte, sollte öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Die Polizei hatte angekündigt, an allen Ausflugs-Hotspots in der Region verstärkte Kontrollen durchzuführen. Seit Sonntag gelten nach den Lockerungen an Weihnachten* wieder strengere Corona-Regeln in Baden-Württemberg. An Silvester* wird weniger erlaubt sein als an den Weihnachtsfeiertagen.

Aber nicht nur der Schwarzwald hat momentan mit Menschenmassen zu kämpfen. Fast jedes Gebiet in dem momentan etwas mehr Schnee liegt, ist beliebt. Und auch in Österreich trotz Lockdown* und in der Schweiz war am Wochenende in den Skigebieten jede Menge los. Wenn an dieser Stelle schon nicht die Vernunft siegt, dann hoffentlich der Impfstoff. Seit Sonntag ist die Vergabe von Impfterminen in Baden-Württemberg möglich*. *echo24.de und wa.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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