Dobel im Landkreis Crawl

Schwarzwald: 12 Schlittenhunde tot aufgefunden – das sagt die Halterin

Ein Hund liegt vermeintlich tot auf der Straße.
+
Im Schwarzwald wurden die Körper von 12 toten Hunden ausgegraben, weil die Polizei nun ermittelt. (Symbolbild)
  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
    schließen
  • Lisa Klein
    Lisa Klein
    schließen

Zwölf Schlittenhunde sind im Juli in Dobel (Schwarzwald) tot in ihren Boxen aufgefunden worden. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Nun äußert sich die Halterin.

Update vom 15. September: Ende Juli kam es in Dobel im Schwarzwald zu einem schlimmen Vorfall. Zwölf Schlittenhunde – Siberian Husky – wurden von der Besitzerin tot in ihren Boxen aufgefunden. Kurz darauf nahm die Polizei Pforzheim die Ermittlungen wegen möglicher Vergiftung oder Erstickung auf. Die Untersuchungen dauern derzeit noch an. Nun äußert sich die Halterin zum traurigsten Tag in ihrem Leben, wie die Stuttgarter Zeitung (Artikel hinter Bezahlschranke, Anm. d. Red.) berichtet.

Schwarzwald: 12 Schlittenhunde tot – Halterin äußert sich zum Vorfall

War es ein Unfall oder doch ein Giftanschlag? So oder so war dieser Tag, an dem die Halterin Daniela (Name der Stuttgarter Zeitung bekannt) ihre zwölf Huskys tot aufgefunden hat, einer der schlimmsten in ihrem Leben. „Mir war schlecht wie im ganzen Leben nicht“, sagte Daniela der Stuttgarter Zeitung. Die Situation sei irreal gewesen und gleichzeitig musste eine Lösung her. Es war keiner da, der ihr bei dieser Entscheidung, wie es weiter gehen soll, helfen können. Nicht einmal ihr Schwiegervater, bei dem sie zu diesem Zeitpunkt im Schwarzwald zu Besuch war.

„Daran, wie oder durch wen die Tiere zu Tode gekommen sind, eventuell die Polizei einschalten, daran hab ich zunächst überhaupt nicht gedacht“, gesteht die Tierärztin, „ich hatte die Tatsache vor Augen, dass da zwölf Hunde tot waren. Das waren am Vorabend noch Individuen gewesen. Solche, die bei mir geboren wurden und aufwuchsen. Jetzt sind da Tag für Tag nur die leeren Zwinger…“

Schlittenhunde tot aufgefunden: Wurden die Tiere im Schwarzwald vergiftet? Für Halterin damals undenkbar

Laut StZ habe Daniela nach dem schrecklichen Fund erst einmal im Freundeskreis herumtelefoniert. Denn sie hatte keine Vorstellung, wie es weitergehen soll. Sie habe zunächst überlegt, alle toten Tiere vorerst einzufrieren. Aber wo das mit zwölf Leichen bewerkstelligen? Kühltruhen anschaffen? Schließlich habe ein Freund ihr angeboten, die Tiere in der Nähe von Dobel im Schwarzwald zu begraben.

Vor dem Begräbnis hätten manche Freunde Daniela darauf hingewiesen, einzelne Hunde in die Pathologie zu bringen, sie obduzieren zu lassen, um die Todesursache herauszufinden. „An dem Tag war das zu viel für mich. Die Vorstellung, einzelne rauspicken – das hätte ich nicht übers Herz gebracht“, erklärte Daniela. Hätte sie damals schon gewusst, was auf sie zukommt, hätte sie es anders gemacht, gibt sie heute zu. Denn: Dass jemand die Tiere vorsätzlich vergiftet haben könnte, lag für die Schlittenhundesportlerin zunächst außerhalb ihrer Vorstellung.

Schwarzwald: 12 Schlittenhunde tot – schrecklicher Verdacht: Erstickt oder vergiftet

Update vom 9. September: Es war eine Schreckensnachricht, die Ende Juli durch die Medien ging: Zwölf Schlittenhunde wurden von ihrer Besitzerin morgens tot in ihren Boxen aufgefunden, zwei weitere Tiere waren schwer erkrankt. Nun ermittelt die Polizei: Die Hundeleichen wurden auf einem Grundstück im nördlichen Landkreis Calw wieder ausgegraben, um die genaue Todesursache feststellen zu können.

Die Körper der zwölf toten Schlittenhunden sind inzwischen zur Untersuchung nach Karlsruhe gebracht worden. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt CVUA sei beauftragt, der Todesursache auf den Grund zu gehen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch (8. September). Als Todesursache stehen Vergiftung oder Ersticken der Tiere im Raum.

Schwarzwald: 12 Schlittenhunde tot aufgefunden – Tiere qualvoll erstickt?

Die Tierschutzorganisation Peta hatte zuvor Strafanzeige wegen der Vorfälle gestellt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Ihren Recherchen zufolge sind die Hunde in einem Transportfahrzeug erstickt. Dass die Hunde vergiftet wurden, sei abwegig. Dies hatte der Verband Deutscher Schlittenhundesport Vereine (VDSV) in einem Internetbeitrag angedeutet und aufgrund dessen ein für den Winter in Dobel geplantes Schlittenhunderennen wegen Sicherheitsbedenken abgesagt.

Die Polizei ermittelt in dem Fall wegen des Verdachts auf Tierquälerei. Die für die Region zuständige Staatsanwaltschaft Tübingen führt seit 17. August dazu ein Strafermittlungsverfahren, wie ein Sprecher der Anklagebehörde am Mittwoch sagte.

Wann die CVUA-Experten ein Ergebnis vorlegen, ist dem Polizeisprecher zufolge unklar. Sollten toxikologische Untersuchungen notwendig sein, könne dies Wochen dauern. Die Hunde sollen nach Peta-Angaben in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli gestorben sein. Anschließend seien sie vergraben worden, um weitere Untersuchungen zu vermeiden. Nach Darstellung des VDSV hingegen hatte die Besitzerin der Schlittenhunde ihre Tiere ordnungsgemäß nachts in Boxen untergebracht und am nächsten Morgen 12 von 26 Hunden tot gefunden.

Schwarzwald/Dobel: 12 Hundeleichen exhumiert - Polizei hat schrecklichen Verdacht

Erstmeldung vom 7. September: Ende Juli gab es im Schwarzwald in Dobel (Landkreis Crawl) einen schrecklichen Vorfall: Gleich zwölf Schlittenhunde auf einmal lagen morgens tot in ihren Boxen. Zwei weitere Tiere hatten Glück im Unglück – sie wurden schwerstkrank aufgefunden, konnten in einer Tierklinik aber noch gerettet werden. Es wird vermutet, dass die Tiere vergiftet worden sind. Die Polizei ermittelt nun in dem Fall wegen des Verdachts auf Tierquälerei, wie die Bild berichtet.

Die Tierkörper seien am Dienstag (7. September) „auf einem Grundstück im nördlichen Landkreis Calw“ ausgegraben worden, um die genaue Todesursache feststellen zu können, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Mutmaßlich vergiftet wurden die Schlittenhunde im Alter von zehn Monaten bis 13 Jahren in Dobel bereits im Juli. Was genau sich zugetragen haben soll, wer Anzeige erstattet hat und gegen wen sie sich richtet, wollte der Sprecher aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen.

Dobel/Schwarzwald: 12 Hunde exhumiert - Polizei hat schrecklichen Verdacht

Dem Zeitungsbericht der Bild zufolge sagte der Verband Deutscher Schlittenhundesport Vereine (VDSV) ein für Dezember in Dobel geplantes Schlittenhunderennen ab. Am 2. September hatte der Verein auf seiner Facebook-Seite die Absage mitgeteilt und Stellung zu den Vorfällen genommen: Da die Tiere augenscheinlich vergiftet worden seien, könne die Sicherheit von Schlittenhunden im Rennort Dobel nicht gewährleistet werden, hieß es darin. Gift-Anschläge auf Hunde sind leider keine Seltenheit. Auch in der Region Heilbronn werden immer wieder Giftköder gefunden*.

Laut dem Facebook-Post hatte eine Schlittenhunde-Besitzerin die Tiere gemeinsam mit weiteren Hunden nach Dobel gebracht, dort vorschriftsmäßig versorgt, auf dem Gelände herumlaufen lassen und für die Nacht wie immer in Boxen untergebracht. Am nächsten Morgen habe sie zwölf der insgesamt 26 Hunde tot vorgefunden.

Schwarzwald: Hunde mutmaßlich vergiftet - Schlittenrennen abgesagt

Von den Ermittlungen der Polizei und der Absage des Rennens habe die Schwarzwald-Stadt erst aus der Presse erfahren, sagte der Bürgermeister von Dobel, Christoph Schaack. Eigentlich war das Rennen für das Wochenende des 11. und 12. Dezember geplant gewesen.

Die Gemeinde Dobel im Landkreis Cawl im Nordschwarzwald ist eigentlich bekannt für ihre Landschaft, welche vor allem im Winter atemberaubend schön aussieht und jährlich zahlreiche Schnee-Touristen anzieht. Im vergangenen Winter 2020/2021 gab es in Dobel deshalb mitten in der Corona-Pandemie ein totales Chaos*.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema