Bis zu 3.000 Euro für Einäscherung

Was passiert nach dem Tod eines Pferdes? Besonderer Abschied in Schwäbisch Hall möglich

  • Daniel Hagmann
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Lange war es nur möglich, Pferde nach ihrem Tod zu Seife, Fetten und Co. zu verarbeiten. Nun ist von den Rössern auch ein feierliches Abschiednehmen möglich.

Wenn das geliebte Haustier stirbt, ist das immer eine Tragödie. Erst recht, wenn einen das Tier über Jahrzehnte begleitet hat und damit so etwas wie ein weiteres Familienmitglied geworden ist. Wie etwa bei Pferden. Denn Rösser können bis zu 40 Jahren alt werden. Da fällt die Trennung dann besonders schwer. Doch Sandra und Jochen Lutz wollen den Tierfreunden den Abschied von ihren Pferden in einem würdigen Rahmen möglich machen: Das Ehepaar aus Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg betreibt zwei Pferde-Krematorien. Neben dem in Schwäbisch Hall auch noch ein weiteres im niedersächsischen Verden.

Das Besondere dabei: Das Einäschern von Pferden ist in Deutschland erst seit 2017 erlaubt. Bis dahin gab es für die Tierfreunde nur die Möglichkeit, ihre Pferdekadaver einem so genannten Abdecker zu übergeben. Dieser verarbeitet die Pferde-Überreste zu Fetten, Leimen, Seife und Viehfutter weiter. Für Menschen, die zu Lebzeiten an ihrem Pferd hingen, sicher keine angenehme Vorstellung. Das Vergraben von Pferden ist bis heute verboten.

Schwäbisch Hall: Würdevoller Abschied im Pferde-Krematorium möglich

Im bundesweit ersten Pferde-Krematorien „dank & treu“ in Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg legt das Ehepaar Lutz Wert darauf, dem Abschied von den Rössern einen respektvollen und angemessenen Rahmen zu verleihen. Das berichten die Stuttgarter Nachrichten. Und das sieht so aus: Der Eingangsbereich zum Pferde-Krematorium „dank & treu“ ist edel gehalten, dazu ist dezente Musik zu hören. Die Überreste der Pferde nach dem Verbrennungsvorgang werden in rund 50 Zentimeter hohen, rechteckigen Holzkisten aufbewahrt. Ob der Pferde-Besitzer die Asche des Tieres dann im Anschluss verstreut oder bei sich zu Hause im Wohnzimmer aufbewahrt, bleibt ihm selbst überlassen.

Und wie läuft der Verbrennungsvorgang des Tier-Kadavers in dem Pferde-Krematorium „dank & treu“ in Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg ab? Während sich der Kadaver im Krematorium befindet, müssen die Beschäftigten Schutzanzüge tragen. Das ist streng vorgeschrieben. Während seiner letzten Reise ist das Pferd auf einem Rolltisch aufgebahrt. Die Besitzer des Pferdes müssen auf Distanz bleiben, dürfen den Weg zum Verbrennungsofen lediglich hinter einer Schutzscheibe beobachten. Aufgrund der Größe des Pferdes dauert der Verbrennungsvorgang bis zu acht Stunden. In einem Krematorium, in dem menschliche Leichname verbrannt werden, dauert die Einäscherung lediglich eine Stunde. Von den Pferdekadavern bleibt am Ende rund 25 Kilogramm Asche übrig.

Wer sein Ross im Pferde-Krematorium des Ehepaars Lutz in Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg einäschern lassen möchte, muss dafür 2.000 bis 3.000 Euro berappen. Die Kapazität reicht für bis zu fünf Pferde-Einäscherungen pro Woche. Darüber hinaus ist bei „dank & treu“ auch das Einäschern von anderen Haustiere und auch Kleintieren möglich.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt

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