Nach den Sommerferien sollen Zahlen erstmal fallen

Schulstart in BaWü: Angst vor neuem Corona-Boom laut aktueller Studie unbegründet

Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt neben Büchern und Stiften auf einem Schultisch.
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Nach den Sommerferien kehren Schüler unter Pandemie-Bedingungen in den Unterricht zurück.
  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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In Baden-Württemberg hat die Schule wieder begonnen. Die Angst vor der Entwicklung von Corona-Infektionsherden scheint dort aber unbegründet.

Der Schulstart nach den Sommerferien hat vielen Eltern nicht nur in Baden-Württemberg sicher zum ersten Mal Bauchschmerzen bereitet. Sind sie sonst froh, dass der Nachwuchs wieder einige Stunden die Schulbank drücken muss, dürfte die Angst vor einer Corona-Infektion im Klassenzimmer diesmal beim ein oder anderen doch für gemischte Gefühle gesorgt haben. Laut einer aktuellen Studie des IGES-Instituts scheint die Sorge vor einem Corona-Boom in Baden-Württemberg durch die Wiedereröffnung der Schulen aber unbegründet.

Nach Schulstart in Baden-Württemberg: Corona-Zahlen werden wohl erst einmal sinken

In der vergangenen Woche hatten die Sommerferien in Baden-Württemberg als letztem der Bundesländer geendet. Seit Montag läuft der Unterricht wieder. Wenn auch mit ganz klaren Regelungen für Lehrer und Schüler. Dass die in Baden-Württemberg ohnehin zuletzt wieder gestiegenen Corona-Infektionszahlen sich aufgrund des Schulstarts verschlimmern könnten, ist laut der IGES-Studie aber unwahrscheinlich.

„Aufgrund der starken Abhängigkeit von Corona-Infektionen, die während der Schulferien in Risikogebieten erworben wurden, ist mit einem deutlichen Rückgang der Fallzahlen zu rechnen", heißt es in der Studie, die am Dienstag veröffentlicht wurde und auf Lageberichten des Robert-Koch-Instituts basiert.

Corona in Baden-Württemberg: Schulstart hat wohl keinen Einfluss auf Infektionsgeschehen

Das lässt auch für Baden-Württemberg hoffen. Hier waren die Infektionszahlen kurz nach Beginn der Sommerferien deutlich angestiegen und hatten sich zuletzt auch nicht verbessert. In den kommenden Wochen soll das laut Studie ganz anders aussehen. Der Schluss basiert auf den Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen. Dazu heißt es in der IGES-Studie: „Ein 50 %iger Rückgang hat sich bisher in NRW und Hessen bestätigt und kann kurzfristig auch in Bayern und Baden-Württemberg erwartet werden.“

Das entspräche zwar auch dann nicht dem Niveau vor den Sommerferien, wäre aber dennoch eine deutliche Verbesserung. Verschlechtern soll sich die Corona-Situation durch den Schulstart ebenfalls nicht. „Bisher kann daher nicht davon die Rede sein, dass die Schule zu einem eigenständigen Verstärker von Infektionen geworden ist“, wie die Studienergebnisse lauten.

Schulstart in Baden-Württemberg: Angst vor Corona-Boom wäre unbegründet

Auch hierfür hält Nordrhein-Westfalen als Vorbild für Baden-Württemberg her. In NRW endeten die Sommerferien etwa vier Wochen vor denen in Baden-Württemberg. Ein Anstieg von Corona-Infektionen durch den laufenden Schulbetrieb ließ sich aber offensichtlich nicht feststellen. Laut Studie seien stattdessen „vielmehr familiär geprägte Ereignisse (Reiserückkehrer) der führende Grund zu sein“, warum auch Kinder sich zunehmend mit Covid-19 infiziert hatten. Im Hohenlohekreis gab es auch noch einen anderen Grund: Hier wurden Kinder in einem Zeltlager mit dem Virus angesteckt.

Offenbar vertrauen auch viele Eltern den Hygienekonzepten der Schule und erachten einen regelmäßigen Schulbesuch besonders in der Corona-Zeit als wichtig. Der erste Schultag war beispielsweise in Heilbronn laut zweier Schulleiterinnen deutlich besser besucht, als vielleicht erwartet. Immerhin gilt derzeit noch keine Präsenzpflicht für Schüler. Nur wenige machen aber scheinbar von dieser Regelung Gebrauch. Bei bestimmten Symptomen müssen Kinder natürlich aber vorsichtshalber trotzdem zu Hause bleiben.

Baden-Württemberg: Corona-Plan sieht keine erneute flächendeckende Schulschließung vor

Damit dürfte zumindest kurzzeitig ein Aufatmen für Lehrer, Eltern und Schüler möglich sein. Doch - das macht die IGES-Studie auch deutlich - ob die Verbesserung des Corona-Infektionsgeschehens lange anhalten wird, ist unklar. Denn: „Mittelfristig muss befürchtet werden, dass das Ende des warmen Wetters zu einer wesentlichen Zunahme von Begegnungen in geschlossenen Räumen führen wird und damit zu einer erneuten Erhöhung der Fallzahlen.“

Doch auch für diese Entwicklung hat Baden-Württemberg bereits einen Plan geschmiedet. Vorerst bleibt dennoch zu hoffen, dass das Land von diesem in der Corona-Krise nicht Gebrauch machen muss. Selbst wenn soll mit diesem eine erneute flächendeckende Schulschließung aber verhindert werden.

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