Schulen sollen wieder öffnen

Schulen in Baden-Württemberg sollen öffnen! Eisenmann mit karer Forderung

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Wegen des Coronavirus bleiben die Schulen in Baden-Württemberg vorerst geschlossen. Bildungsministerin Susanne Eisenmann und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterstützen die Pläne zur Öffnung.

Update, 6. Januar: Die Corona-Pandemie legt das öffentliche Leben auch im neuen Jahr weitestgehend lahm. Auch die Schulen in Baden-Württemberg bleiben vorerst geschlossen. Allerdings nur bis zum 18. Januar - sofern die Corona-Lage dies zulässt - so der Plan der Landesregierung.

Bildungsministerin Susanne Eisenmann und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützen diesen Beschluss der Landesregierung, der für die Grundschulen und Abschlussklassen der weiterführenden Schulen im Land gilt. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte Eisenmann am Mittwoch, es sei ein Fehler, alle Schulen - auch die Grundschulen - weiterhin komplett zu schließen.

Schulen in Baden-Württemberg: Schüler können selber entscheiden

„Dies würde dem Bildungsanspruch nicht gerecht werden und soziale und psychische Folgen bei einer anhaltenden Isolation von Kindern völlig ausblenden“, sagte die CDU-Politikerin. „Wir arbeiten deshalb darauf hin, dass wir Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg ab dem 18. Januar wieder flächendeckend öffnen können.“

Die Schüler können dann laut Eisenmann selbst entscheiden, ob sie zur Schule kommen oder den Stoff zu Hause abarbeiten. Zudem verteidigte die baden-württembergische Bildungsministerin die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns nach dem Bund-Länder-Gipfel.

Schulen in Baden-Württemberg: Gewerkschaft mit neuen Forderungen für Schulen und Kitas

Die Entscheidung, die Schulen und Kitas nach dem Ende der Weihnachtsferien am Wochenende für eine weitere Woche geschlossen zu halten, stößt auch bei der GEW auf Gegenliebe. Danach sei es aber unumgänglich, an allen Schularten Wechselunterricht anzubieten.

Darüber hinaus fordert die GEW laut dem SWR, dass mehr getan wird, um die Beschäftigten und Kinder in den Schulen und Kitas vor dem Coronavirus zu schützen. Für die Lehrer und Mitarbeiter der Kitas müssten zertifizierte FFP-2-Schutzmasken bereitgestellt werden sowie Luftreinigungssystem installiert werden. Für Erwachsene fordert die Gewerkschaft eine Maskenpflicht in Teilen der Kitas und Grundschulen.

Schulöffnungen in Baden-Württemberg: Grundschulen bald wieder offen? Mögliches Datum veröffentlicht

Update, 5. Januar 20.45 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will Grundschulen und Kitas im Land vom 18. Januar an unter Umständen wieder öffnen. Die Öffnung sei das Ziel, wenn es mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen vertretbar sei, sagte der Grünen-Politiker am Dienstagabend in Stuttgart. Für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen werde es im Januar nur Fernunterricht geben.

Knallharte Entscheidung: Schulen in Baden-Württemberg bleiben zu - So soll Unterricht im Januar aussehen

Update, 5. Januar 20 Uhr: Schon im Vorfeld fast sicher: die Lockdown-Verlängerung. Die im Dezember beschlossen Maßnahmen werden bis zum 31. Januar verlängert. Das gilt auch für Schulen und Kitas. Sie bleiben zu! Am Sonntag enden in Baden-Württemberg die Weihnachtsferien für etwa 1,5 Millionen Schüler und rund 130.000 Lehrkräfte. Doch auch nach dem Ferienende wird es zunächst keinen Präsenzunterricht geben. Die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Dienstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Verlängerung des Lockdowns an Schulen und Kitas, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte gefordert, dass Kitas und Grundschulen am 11. Januar in jedem Fall wieder in Präsenz öffnen sollten - „unabhängig von den Inzidenz-Zahlen“. Dies wurde von den Ministerpräsidenten aber mit Blick auf die Corona-Zahlen abgelehnt. Eisenmann hatte jüngst erklärt, sie sei gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien. Dem Vernehmen nach sollen Schülerinnen und Schüler in weiterführenden Schulen Fernunterricht erhalten. Grundschüler sollen wie im ersten Lockdown im Frühjahr mit Materialien zu Hause lernen. Zudem soll es eine Notbetreuung für kleinere Kinder geben.

Nach Streit um Schulöffnungen: Einigung auf Stufenplan - geplanter Start überrascht

Am Dienstag, 5. Januar, beraten Angela Merkel und die Ministerpräsidenten einmal mehr über die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Dass der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert wird, gilt als sicher. Unklar war bislang jedoch, welche Folgen das für die Schulen haben wird.

Baden-Württembergs Bildungsministerin Susanne Eisenmann war bereits mit der Forderung vorgeprescht, die Schule wieder für den Unterricht zu öffnen und sorgte damit beim Landeselternbeirat für Unmut. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte eine Öffnung der Schulen ab dem 11. Januar und forderte dafür verkürzte Sommerferien. Unmittelbar vor dem nächsten Corona-Gipfel von Bund und Ländern haben sich die Bildungsminister nun auf einen Plan zur Öffnung der Schulen geeinigt.

Baden-Württemberg: Schule trotz Coronavirus? Einigung auf Stufenplan für Öffnung

Demnach bleibt der Fernunterricht auch weiterhin für viele Schüler in Deutschland und Baden-Württemberg erhalten. Grund dafür seien die weiterhin hohen Inzidenzwerte und die nicht sichere Einschätzung des Infektionsgeschehens. Daher sollen die Schulen stufenweise wieder geöffnet werden. Eine Ausnahme gilt derweil für die Schüler der Abschlussklassen, damit sich diese angemessen auf die Prüfungen vorbereiten können.

Stufenweise Öffnung der Schulen

Stufe 1: Zunächst sollen die Schüler der Jahrgänge 1 bis 6 wieder Präsenzunterricht erhalten. Auch die Schüler der Klassen 10 und 12 werden vor Ort unterrichtet. In den weiteren Jahrgängen der weiterführenden Schulen wird weiterhin auf Fernunterricht gesetzt.

Stufe 2: In der nächsten Stufe soll durch eine Halbierung der Klassen ein ergänzender Wechselunterricht für Schüler höherer Klassen ermöglicht werden.

Stufe 3: In der letzten Phase sollen dann alle Schüler der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen wieder in den Klassenräumen unterrichtet werden.

Schule trotz Coronavirus: Öffnung schon nächste Woche in Baden-Württemberg denkbar?

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Kreisen der Kultusminister erfahren hat, soll durch diesen Beschluss eine Öffnung der Schulen für die Klassen 1 bis 6, 10 und 12 bereits in der kommenden Woche möglich sein. Überraschend früh, wurde zuvor doch immer wieder auf die Wichtigkeit der Inzidenzzahlen verwiesen. Zudem heben die Bildungsminister die Bedeutung der Schule hervor: „Sollte es zu Lockerungen der im Dezember 2020 beschlossenen Maßnahmen kommen, müssen die Schulen von Anfang an dabei sein.“

Baden-Württembergs Bildungsministerin Eisenmann begrüßte den Beschluss der Kultusminister Konferenz (KMK): „Der Präsenzunterricht ist und bleibt die beste Option für den Lernerfolg. Ich hoffe, dass die Ministerpräsidentenkonferenz und die Bundeskanzlerin bei der bevorstehenden Entscheidung dies ebenfalls berücksichtigen.“ Ähnlich äußerte sich auch die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, gegenüber RTL: „Wechselunterricht ist, denke ich, das Gebot der Stunde. Wir haben in Sachsen festgestellt, dass die Lehrkräfte dreimal so häufig betroffen sind von Infektionen wie andere.“

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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