Lockdown in Baden-Württemberg

Schul-Chaos in BaWü: So hart sind die Forderungen – Elternbeirat rechnet mit Eisenmann ab

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Wie geht es an den Schulen in Baden-Württemberg weiter? Kultusministerin Eisenmann will trotz Lockdown Präsenzunterricht. Dafür gibt es harsche Kritik vom Landeselternbeirat – und eine klare Forderung.

Aktuell gibt es mächtig Zoff in der Politik. Der Grund: die Frage nach den Schulen in der Corona-Pandemie. Wie soll es am 11. Januar weitergehen? Eine Verlängerung des Lockdowns* gilt als sicher, auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder das beim Corona-Gipfel am Dienstag noch final beschließen müssen.

Aber was bedeutet das für die Schüler und Lehrer? Bleiben die Schulen dicht oder öffnen sie trotz Lockdown? Und was passiert an den Grundschulen? Viele sprechen sich für eine Verlängerung der Schulschließungen aus, doch aus Baden-Württemberg gibt es Gegenwind, wie echo24.de* berichtet.

Schulen in Baden-Württemberg: Eisenmann für Präsenzunterricht trotz Lockdown

Hintergrund ist, dass sich Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann früh dafür ausgesprochen hatte, Grundschulen und Kitas ab dem 11. Januar wieder für Präsenzunterricht zu öffnen – auch wenn der Lockdown verlängert würde und unabhängig von den Inzidenz-Zahlen. „In diesen Altersklassen ist es unerlässlich, dass Kinder in Kitas gehen und in Schulen lernen“, sagte die CDU-Politikerin gegenüber der Bild-Zeitung kurz vor Silvester.

Für diesen Vorstoß erntete die baden-württembergische Kultusministerin viel Kritik. Gegenwind kam auch vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, der eine Öffnung der Schulen ab dem 11. Januar* scharf kritisierte und hingegen kürzere Sommerferien ins Gespräch brachte. Grundsätzlich waren die Kultusminister Deutschlands meist dafür, die Schulen schnellstmöglich wieder zu öffnen, um Nachteile der Schüler zu vermeiden. Besonders die Grundschulen und Abschlussklassen sind dabei im Fokus. Doch angesichts der derzeitigen Infektionslage sind Schulöffnungen stark umstritten.

Schulen in Baden-Württemberg: Landeselternbeirat rechnet mit Eisenmann ab

Auch der Landeselternbeirat in Baden-Württemberg spricht sich klar gegen eine schnelle Rückkehr in den regulären Schulbetrieb aus. Aus Infektionsschutzgründen sei es nicht zu verantworten, dass Grundschüler ab dem 11. Januar wieder regulär zur Schule gingen, sagte Silke Pantel der Deutschen Presse-Agentur. Ein Schulbetrieb könne nur mit Maskenpflicht auch in den unteren Klassen und im Wechselunterricht möglich sein. Bislang galt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erst ab Klasse 5.

In einem offenen Brief an Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann kritisiert der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Michael Mittelstaedt, Susanne Eisenmann scharf, nennt sie eine „Kultusverhinderungsministerin“. Man wende sich hinsichtlich der Schulen nach dem Lockdown direkt an den Landeschef, da sich Eisenmann „offensichtlich unzulänglich um schulpolitische Belange kümmert“ und sich stattdessen „im Wahlkampfmodus“ befinde. „Kein verantwortungsvoller Entscheidungsträger darf Präsenzunterricht unabhängig vom Infektionsgeschehen anordnen“, schreibt der Landeselternbeirat.

Chaos um Schulen in Baden-Württemberg: Elternbeirat fordert Wechselunterricht

Schüler würden vermutlich nicht mehr oder weniger zum Infektionsgeschehen als andere Bevölkerungsgruppen beitragen, allerdings könnten sie sich selbst infizieren und eine Infektion weitergeben, heißt es in dem Brief des Landeselternbeirats an Winfried Kretschmann. In den Schulen würden Kinder und Jugendliche auf engstem Raum zusammentreffen. „Vermutlich existieren kaum Arbeitsstätten, an denen sich 20 und mehr Menschen stundenlang so dicht gedrängt aufhalten wie in Schulgebäuden und insbesondere Klassenräumen“, erklärt Mittelstaedt.

Der Landeselternbeirat in Baden-Württemberg fordert statt Präsenzunterricht oder kompletten Schulschließungen ein Wechsel-Präsenz-Modell. Dieses sieht Wechselunterricht mit „täglichem Wechsel zwischen Präsenz und (betreuter) Aufgabenerledigung“ vor. Höhere Klassen könnten an den Tagen ohne Präsenzunterricht zu Hause arbeiten, Grundschüler sollten dabei in der Schule betreut werden. Die Betreuungspräsenz sollte von den Präsenzunterrichtzeiten entzerrt werden, um volle Schulbusse und Flure zu vermeiden. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa/Symbolbild

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