Kultusministerin berichtet über Schulstart

Neues Schuljahr, neue Corona-Bedingungen: So lief der Schulstart bislang

Theresa Schopper auf einer Pressekonferenz.
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Theresa Schopper (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerin von Baden-Württemberg, hat die ersten beiden Schulwochen im Schuljahr 2021/22 bilanziert. (Archivbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Seit etwa zwei Wochen ist der Schulbetrieb in Baden-Württemberg wieder in vollem Gange. Aber wie lief der Start ins neue Schuljahr? Kultusministerin Theresa Schopper hat eine erste Zwischenbilanz gezogen.

Das Thema war bereits vor den Sommerferien, aber auch vor allem währenddessen heiß diskutiert: Wie kann und wird das neue Schuljahr aussehen? Unter welchen Corona-Bedingungen ist Präsenzunterricht möglich? Wie kann das Infektionsrisiko in den Klassenräumen möglichst gering gehalten werden? Gut zwei Wochen nach der Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in die Schulen hat Kultusministerin Theresa Schopper am Dienstag (28. September um 12.00 Uhr) über den Verlauf des Unterrichts unter Corona-Bedingungen berichtet, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt.

Die Befürchtungen, dass Rückkehrer aus dem Urlaub das Coronavirus massenweise in die Schulen tragen könnten, haben sich demnach zunächst nicht erhärtet. Allerdings müssen Schülerinnen und Schüler auch im Unterricht Maske tragen und sich mehrfach pro Woche testen lassen. Hintergrund ist, dass es für unter Zwölfjährige keine Impfempfehlung gibt, die Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren gilt zudem erst seit kurzem.

Erste Bilanz nach Schulstart 2021: Kultusministerin Theresa Schopper zufrieden?

Seit dieser Woche müssen sich Kinder und Jugendliche, die nicht geimpft oder genesen sind, dreimal die Woche einem Corona-Schnelltest unterziehen – mit PCR-Tests reichen zwei. Das Ministerium berichtete, dass derzeit an sechs Schulen insgesamt sechs Klassen oder Lerngruppen in Quarantäne sind. Darüber hinaus gebe es in etwa 770 Schulen Einzelfälle von Infektionen. Im Südwesten gibt es ungefähr 4.500 Schulen und 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler. Von ihnen sind (Stand 27. September) 1.466 positiv getestet. Das sind lediglich 0,1 Prozent.

Schulen in Baden-Württemberg:4.500
Schüler in Baden-Württemberg:ca. 1,5 Millionen
Positive Tests bei Schülern in BaWü gesamt:1.466
Positive Tests bei Schülern in BaWü in %:0,1

Alles in allem zeigten sich deshalb nicht nur Kultusministerin Theresa Schopper, sondern auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Ministerratssitzung (28. September) zufrieden mit dem Schulstart nach den Sommerferien. Das Schutz-Paket aus engmaschiger Testung, Maskenpflicht, Hygiene- und Schutzmaßnahmen, Impfung und Luftfiltern habe sich bewährt, vermeldet die Landesregierung in Stuttgart.

Die Pandemie hat verdeutlicht, wie wichtig die Präsenz an den Schulen für das soziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen ist. Unser Ziel ist deshalb ein Maximum an Normalität und ein Maximum an Schutz.

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg

Laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Pandemie verdeutlicht, „wie wichtig die Präsenz an den Schulen für das soziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen ist.“ Es bestehe Grund zur Zuversicht, doch es sei auch weiterhin Vorsicht geboten. Deshalb habe das Kultusministerium ein „umfassendes Sicherheitsnetz gespannt“, erklärte Theresa Schopper ergänzend. Das Ziel sei ein Maximum an Normalität und ein Maximum an Schutz.

Erste Bilanz nach Schulstart 2021: Masken im Unterricht auch weiterhin notwendig?

Zwar sei die Zahl der positiv getesteten Kinder und Jugendlichen an Schulen seit Schuljahresbeginn moderat gestiegen, doch die Infektionen seien nicht unbedingt auch dort entstanden, berichtet Theresa Schopper weiter. „Natürlich werden Infektionen durch die regelmäßigen Testungen vermehrt in Schulen festgestellt, aber das ist kein Hinweis darauf, dass sie auch in der Schule stattgefunden haben“, so die Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg.

Doch bei all den positiven Signalen muss leider auch herausgestellt werden, dass es vorerst keine Lockerungen der „Sicherheitszäune“ an den baden-württembergischen Schulen gibt. Das sei von verschiedenen Faktoren – wie der Entwicklung des Infektionsgeschehens oder der Impfquote – abhängig. Allerdings ist auch der Kultusministerin klar, dass „die Masken im Unterricht auch störend sein können.“

Erste Bilanz nach Schulstart 2021: Lobende Worte an die Schulfamilie

Insbesondere bei den jüngeren Kindern fehle die „in diesem Alter wichtige“ Mimik, erklärte Schopper. Deshalb tausche man sich im Kultusministerium regelmäßig zu den Entwicklungen der Pandemie und den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen in den Schulen aus. Sie stehe im ständigen Kontakt mit Fachleuten aus Wissenschaft und Medizin – außerdem erfolge eine enge Abstimmung mit den anderen Ländern.

Zum Abschluss fand Kultusministerin Theresa Schopper außerdem lobende Worte. „Es freut mich, dass man nach zwei Wochen schon wieder merkt: Alle am Schulleben Beteiligten geben ihr Bestes, um gemeinsam für die Bildung der Schülerinnen und Schüler einzutreten und – ganz wichtig – dabei auch an das sozial-emotionale Wohlbefinden unserer Kinder und Jugendlichen zu denken. Dafür ein herzliches Dankeschön“, endete die Ministerin ihre erste Zwischenbilanz.

Dennoch sollte man auch die Schattenseiten des Schuljahresbeginns nicht vergessen - an Heilbronner Schulen beispielsweise fehlen noch großflächig die Luftreinigungs-Anlagen. Das hatte der Gesamtelternbeirat Christoph Eberlein vor wenigen Tagen gegenüber echo24.de beklagt. Er rechnet erst im Frühjahr 2022 mit dem Eintreffen der Geräte.

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