Luftfilter an Schulen

Tausende Luftfilter in BaWü beantragt – kommen sie pünktlich zum Schulstart? 

Hausmeister Jörg Schulz schiebt einen Luftfilter der Firma Miele in einen Klassenraum der Integrierten Gesamtschule IGS Lehrte in Niedersachsen.
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Bis die Luftfilter in den Klassenzimmern in Baden-Württemberg angekommen sind, könnte es noch etwas dauern. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Tausende Luftfilter wurden in Baden-Württemberg für die Klassenräume beantragt. Doch kommen sie pünktlich zum Schulstart nach den Sommerferien an?

Was die Sommerferien in Baden-Württemberg angeht, ist aktuell die Halbzeit erreicht. Die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten und ganz Deutschland steigt derzeit rasant. Doch laut den Plänen der Regierung sollen Schulen nach den Sommerferien unabhängig der Inzidenz öffnen und offen bleiben dürfen. Zu lange waren Kinder die Leidtragenden in der Corona-Pandemie – was sich auch auf die Psyche der Kinder ausgewirkt hat.

Ein wichtiges Mittel zur Eindämmung des Coronavirus in Schulen sind Luftfilter. Doch an diese zu gelangen, ist bereits seit Monaten ein umstrittener Kampf. Drei Wochen vor Schulbeginn haben knapp 900 Träger von Schulen und Kitas in einer ersten Runde die Förderung für mobile Luftfilter und CO2-Ampeln beim Land Baden-Württemberg beantragt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Ausgeliefert wurden davon bislang noch keine.

Corona und Schule: Tausende Luftfilter zum Schulstart in Baden-Württemberg beantragt

Dazu kommt: Zuerst sollen Kommunen Luftfilter für Schulen erhalten, die Filtergeräte vor allem für schwer belüftbare Klassenzimmer und Kitaräume haben wollten. Für diese Kategorie gingen Anträge in Höhe von 13,4 Millionen Euro ein, teilte das Kultusministerium am Dienstag (24. August) in Stuttgart mit. Das heißt, es können nun für 26,8 Millionen Euro Filter angeschafft werden, da das Land den Kauf zur Hälfte bezuschusst. Für die CO2-Sensoren, die anzeigen, wenn zu wenig Sauerstoff im Raum ist, geben Land und Kommunen zunächst 9,2 Millionen Euro aus.

Die meisten Anträge der 877 Träger gab es schon in der ersten Runde für Räume, die über genügend Fenster zum Lüften verfügen und die von Kindern unter zwölf Jahren genutzt werden. Allerdings will das Ministerium diese Anträge erst berücksichtigen, wenn es bis zum 16. September nicht noch weitere Anfragen für schwer belüftbare Räume gibt.

Erst in der dritten und letzten Antragsrunde, die bis Mitte Dezember läuft, werden die Anfragen nicht mehr priorisiert. Das bedeutet aber auch: Pünktlich zum Schulstart nach den Sommerferien werden in vielen Kommunen noch keine Luftfilter in den Klassenräumen bereitstehen.

Schulstart in Baden-Württemberg: Wann kommen die Luftfilter in den Klassenräumen an?

Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) zeigte sich dennoch zufrieden: „Dass sich viele Träger so früh gemeldet haben, zeigt, dass sie schon aktiv geworden sind und dass es auch ihr Anliegen ist, rasch Filtergeräte an die Schulen zu bringen.“

Unterm Strich liegen nun Anträge in Höhe von 41,5 Millionen Euro vor, damit könnten am Ende 83 Millionen Euro für solche Geräte investiert werden. Das Land stellt 70 Millionen Euro zur Verfügung, 60 Millionen Euro für Schulen und zehn Millionen Euro für Kitas. Es kommt aber bald noch ein weiterer Geldtopf dazu: Der Bund will 200 Millionen Euro bereitstellen, wovon etwa 26 Millionen Euro im Südwesten ankommen sollen.

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