Fernunterricht für Klassen 1 bis 6

Schulen in Baden-Württemberg: Keine Öffnungen nach Osterferien – das müssen Eltern jetzt wissen

  • vonRobin Eichelsheimer
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Baden-Württemberg - Wie soll es nach den Osterferien an den Schulen im Südwesten weitergehen? Das Land hat nun einen Plan – und legt die angedachten Öffnungsschritte auf Eis.

Update vom 2. April: Jetzt kommt doch alles anders als zunächst geplant! Das Land Baden-Württemberg nimmt aufgrund der anhaltend hohen und weiterhin schnell steigenden Corona-Zahlen Öffnungsschritte an den Schulen im Südwesten nach den Osterferien zurück. Konkret: Wie das Kultusministerium Baden-Württemberg am späten Donnerstagabend (1. April) mitteilte, kehren die Grundschüler*innen sowie die Schüler*innen der Klassenstufen 5 und 6 in der ersten Woche ab dem 12. April in den Fernunterricht zurück. Bis einschließlich der 7. Klassenstufe soll es eine Notbetreuung für die Kinder geben. Grund ist die Sorge vor der britischen Corona-Variante, die sich verstärkt über Kinder und Jugendliche ausbreitet.

Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren bleiben jedoch weiterhin geöffnet, für Abschlussklassen soll es abwechselnd Präsenzunterricht geben. Corona-Test für die Schulrückkehrer*innen in der Woche vom 12. April bleiben auf freiwilliger Basis.

Schulen in Baden-Württemberg: Ab 19. April Rückkehr aller Klassen in wechselnden Präsenzunterricht

Aber: Ab dem 19. April sollen schließlich wieder alle Klassen im Wechsel an die Schulen zurückkehren – dies ist jedoch weiterhin abhängig vom Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg, wo die 7-Tage-Inzidenz aktuell laut Robert-Koch-Institut bei einem Wert von 131,0 liegt. Ab dieser Woche soll es dann auch eine Testpflicht für alle Schüler*innen geben, die am Präsenzunterricht teilnehmen.

Die neuen Maßnahmen wurden in der Folge eines erneuten Spitzengesprächs mit Vertreter*innen von Schüler-, Eltern- und Lehrerverbänden unter der Leitung von Staatsministerin Theresa Schopper am Gründonnerstag beschlossen. Um diese Pläne umsetzen zu können, müssten sich die Infektionszahlen in Baden-Württemberg wieder auf niedrigerem Niveau einpendeln und stabilisieren.

Dieser Kurs hat sich bereits beim ersten Spitzengespräch am Montag (29. März) mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann angedeutet, der - nach den Bedenken der oben genannten Vertreter*innen - seine Pläne für eine Rückkehr aller Schüler*innen an die Schulen nach den Osterferien auf Eis gelegt hatte. Im Anschluss hatte der Grünen-Politiker gesagt, dass man noch genug Zeit habe und „auf Sicht fahren“ könne – nur drei Tage später nun also die Entscheidung gegen die Öffnungsschritte. Die Landesregierung war der Meinung, dass in Hotspot-Gebieten die Schulen erst ab einer Inzidenz von über 200 geschlossen werden sollten.

Schulen in Baden-Württemberg: Wie soll es nach den Osterferien weitergehen?

Erstmeldung vom 30. März: Die rasant steigenden Infektionszahlen machen Schülern, Lehrern und Eltern einen Strich durch die Rechnung. Genauer gesagt, ist Baden-Württembergs* Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) der ‚Spielverderber‘, der seine eigenen Pläne für eine Rückkehr aller Kinder und Jugendlichen an die Schulen nach den Osterferien wieder auf Eis gelegt hat. Bei einem Spitzengespräch mit Schüler-, Eltern- und Lehrerverbänden am Montag (29. März) hat sich der Landesvater noch nicht festgelegt*, wann es mit dem geplanten Wechselunterricht für alle losgehen kann, wie HEIDELBERG24* berichtet. „Da müssen wir ein stückweit auf Sicht fahren“, so eine Regierungssprecherin am Montagabend in Stuttgart auf dpa-Anfrage.

Wie die dpa aus Teilnehmerkreisen erfahren konnte, hat der Grünen-Politiker bei der Videokonferenz erklärt, man habe wegen der Ferien bis zum 11. April noch Zeit. Dies stieß vor allem bei Lehrerverbänden auf Unmut, da Schulleitungen und Lehrkräfte dadurch keine Planungssicherheit hätten.

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Fläche35.751,46 km²
Einwohnerzahl11.100.394 (Stand: 31. Dezember 2019)
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Erst am vergangenen Mittwoch ist es Winfried Kretschmann* selbst gewesen, der im Landtag angekündigt hat, dass nach den Osterferien alle Schüler*innen perspektivisch wieder in die Schulen zurückkehren sollen – allerdings nur abwechselnd und getestet. Wegen der schnellen Verbreitung der Corona-Mutante, die auch durch Kinder und Jugendliche weitergetragen wird, wurden diese Pläne aber wieder gebremst. „Zunächst muss sich die pandemische Lage wieder stabilisieren“, erklärt die Sprecherin.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) legt Schulöffnungen nach Osterferien zunächst auf Eis.

Baden-Württemberg: Wenn kommt der Wechselunterricht für die Schüler im Ländle?

Dem Vernehmen nach waren sich alle Vertreter von Schülern, Eltern und Lehrkräften einig, dass es Wechselunterricht nur geben kann, wenn die Zahl der Neuinfektionen zwischen 50 und 100 auf 100.000 Einwohner in einer Woche liegt. Liegt die Inzidenz drüber, müssten die Schulen geschlossen und Fernunterricht angeboten werden. Dies entspreche den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Dagegen habe die Regierung den Standpunkt vertreten, dass in Hotspots erst mit einer Inzidenz von über 200 die Schulen geschlossen werden müssten. Der Verband der Realschullehrer forderte das Land nach dem Treffen auf, endlich transparente Grenzwerte herauszugeben.

Bei dem Treffen sei man sich einig gewesen, dass Wechselunterricht nur möglich ist, wenn sich alle Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal die Woche testen lassen, erklärte die Regierungssprecherin. Das bedeute, dass nur Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen, die sich testen lassen. Für alle andere könne es nur Fernunterricht geben. Noch in dieser Woche will die Regierung entsprechende Pläne für eine „Testpflicht“ - wie es sie schon in Sachsen gibt - auf den Weg bringen.

Präsenzunterricht in Baden-Württemberg oder nicht? Daran scheiden sich derzeit die Geister. (Symbolfoto)

Selbsttests an Schulen: 21 Pilotschulen in Hessen nehmen teil und erhalten Tests vom Land

Währenddessen startet eine Frankfurter Schule den Probelauf mit den in Mannheim* produzierten Antigen-Selbsttests von Roche*. So seien am Freitag (26. März) und Montag erfreulicherweise alle 300 Schüler-Tests am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium negativ ausgefallen, wie die FAZ berichtet. Und dass, obwohl Schulleiter Gerhard Köhler eigentlich mit positiven Ergebnissen gerechnet hat. Da die Benutzung hervorragend geklappt habe, geht der Schulleiter laut FAZ davon aus, dass es nach den Osterferien direkt so weitergeht – jedoch nicht als Pilotschule, sondern als reguläres und regelmäßiges Prozedere.

Da auch in Hessen das Land mit der Auslieferung der Tests nicht vorankommt, wollte Gerhard Köhler bereits die Sache (und Geld) selbst in die Hand nehmen, um Tests zu besorgen. Doch dann hat ihn die freue Kunde erreicht, dass man eine von 21 hessischen Pilotschulen sei. Somit konnte er die Roche-Tests beim Land ordern. Und nach erfolgter Einverständniserklärungen sämtlicher Eltern konnte es schließlich losgehen.

Nach den Osterferien sollen Schnelltests an Schulen in Hessen verfügbar sein.

Nach Ostern will und muss die Landesregierung in Wiesbaden dann jeder Schule genug Tests für mindestens einen Durchgang wöchentlich liefern. Nach seinen Erfahrungen stellt Schulleiter Köhler, der die Kinder bei den Tests schrittweise anleitete, fest, dass diese durchaus gut von Fünftklässlern durchführbar seien – und vermutlich auch bereits von Grundschülern. (dpa/pek) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von Ippen.Media.

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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