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Schüsse, Terror und Geiselnahmen: Wann das SEK gerufen wird

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Von: Kathrin Kuna

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Wenn von einem SEK-Einsatz die Rede ist, weiß man, dass es ernst ist. Wann die Spezialeinheit der Polizei gerufen wird.

Wenn in den Nachrichten von einem Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) die Rede ist, sorgt das regelmäßig für großes Aufsehen in Bevölkerung und Medien. Die schwer bewaffneten und maskierten Polizisten stellen ein unheimliches Bild dar. So auch jüngst bei einem SEK-Einsatz in der Innenstadt von Heilbronn.

Einsatz des SEK: Vielfältige Einsatzgebiete der speziell geschulten Polizisten

Doch wann kommt es zu einem Einsatz des SEK? Grundsätzlich gilt: Die Spezialkräfte kommen immer dann zum Zug, wenn die Möglichkeiten des normalen Streifendienstes ausgeschöpft sind. Dann sind Polizisten mit einer speziellen Ausbildung gefragt, die auf das Gefahrenpotential rasch reagieren können.

Zu den vielfältigen Einsatzgebieten des SEK gehören Geiselnahmen und Entführungen, die Begleitung von Gefangenentransporten von Schwerverbrechern oder die Festnahme besonders gefährlicher Täter (beispielsweise Mitglieder der Mafia oder der organisierten Kriminalität). Doch die speziell geschulten Polizisten werden auch gerufen, wenn Menschenleben in Gefahr sind, etwa bei einem Suizidversuch. Zudem dienen sie dem Schutz der Identität von Personen und Zeugen.

SEK-Beamte: Die meisten Einsätze bleiben im Verborgenen

SEK-Beamte agieren immer dann, wenn der Kriminalpolizei Informationen über eine schwerwiegende Straftat vorliegen. In den Medien sind SEK-Einsätze vor allem dann sichtbar, wenn es um die Festnahme von bewaffneten Straftätern geht. Doch der überwiegende Teil der Arbeit der Spezialkräfte gelangt nicht an die Öffentlichkeit.

So gibt es auch Einsätze im Privaten. „Besonders oft werden Spezialeinsatzkommandos auch zu sogenannten ‚Bedrohungslagen‘ (z. B. eskalierende Familienstreitigkeiten) hinzugezogen. Dabei handelt es sich um die wohl heikelsten SEK-Einsätze, da der Täter meist in einer sehr angespannten Emotionslage ist und so ziemlich unkalkulierbar in seiner Handlungsweise. Bei derartigen Einsätzen kommen größtenteils mehr Personen zu Schaden, als bei Geiselnahmen“, heißt es auf sek-einsatz.de.

SEK-Beamte: Spezielle Ausbildung notwendig

Direkt bewerben beim SEK kann man sich nicht. Nur Polizisten, die eine Ausbildung im mittleren Dienst absolviert haben und bereits eine gewisse Zeit im Dienst sind, können die Laufbahn bestreiten. Die Ausbildung dauert meist zwei Jahre. Interessierte müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen physisch und psychisch in bester Verfassung sein und einen Eignungstest bestehen.

Zudem gibt es eine Altersvorgabe für SEK-Beamte, die je nach Bundesland unterschiedlich ist. In Baden-Württemberg liegt das Mindestalter bei 23 Jahren. Meist sind die Spezialkräfte der Polizei zwischen 23 und 34 Jahre alt und verlassen die Position im Alter von etwa 45 Jahren wieder.

SEK in Baden-Württemberg: Einsatz-Schwerpunkte in Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen und Freiburg

Jedes Bundesland in Deutschland verfügt über ein eigenes SEK. In Baden-Württemberg ist das Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen für die Einheit zuständig. Die Entstehung der Spezialkräfte geht auf das Jahr 1974 zurück und war eine Reaktion auf das Terror-Attentat bei den Olympischen Spielen in München im Jahr 1972.

In Baden-Württemberg erfolgte die Gründung des SEK im Jahr 1976. Die Zuständigkeit der Spezialkräfte erstreckt sich auf das gesamte Bundesland, allerdings ergeben sich laut sek-einsatz.de „deutliche regionale Einsatzschwerpunkte“ in Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen und Freiburg.

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