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Schüsse auf Mann mit falscher Waffe: Vorerst keine Folgen für Polizisten

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Von: Juliane Reyle, Michaela Ebert

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Ein Familienstreit eskaliert in Hockenheim: Bei dem Polizeieinsatz fallen Schüsse, ein Mann wird verletzt. Doch war der Einsatz der Dienstwaffen rechtens?

Update, 6. Januar: Zwei Polizisten werden in Hockenheim zu einem Fall von häuslicher Gewalt gerufen. Dort geht ein bewaffneter Mann auf die Beamten los, die ihn mit sieben Schüssen stoppen. Klar, dass dann geprüft wird, ob der Einsatz der Schusswaffen notwendig war. Jetzt gibt es die Antwort: Es wird kein Disziplinarverfahren eingeleitet! Heißt: Der Einsatz der Waffen war nicht rechtswidrig oder unverhältnismäßig. Allerdings laufen noch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim, ob es sich um Notwehr gehandelt hat.

Die Polizisten wurden am Dienstag von der Ex-Partnerin des Angeschossenen zu Hilfe gerufen. Infolge eines Streits hatte sich der 37-Jährige im Flur des Hauses seiner Ex-Freundin verschanzt. Nach etwa 40-minütigem Verhandeln ging der Mann mit der Waffe in der Hand auf die Beamten zu. Dann fielen sind sieben Schüsse. Der Mann wurde verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert, die Waffe entpuppte sich als Replikat.

Wegen falscher Pistole: Polizei feuert Schüsse nach Familienstreit ab – Bodycam-Auswertung

Update, 4. Januar 2023, 9:00 Uhr: Am Montagabend (2. Januar) eskaliert in Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis) ein Familienstreit. Als die Polizei gerufen wird, tritt ihnen ein Mann mit einer echt aussehenden Waffe entgegen. Um ihn zu stoppen, feuern die Beamten insgesamt sieben Schüsse aus ihren Dienstwaffen ab. Wie sich später herausstellt, handelt es sich um die Nachbildung einer Pistole.

Schüsse in Hockenheim: Nach einem Familienstreit kam es zu einem großen Polizeieinsatz.
Schüsse in Hockenheim: Nach einem Familienstreit tritt ein Mann der Polizei mit einer Waffennachbildung entgegen. © Marvin Riess / Einsatz-Report24

Der Mann wird verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Sein Zustand sei nach Angaben der Polizei aktuell stabil. Der genaue Ablauf es Einsatzes wird derzeit von den Ermittlern das Landeskriminalamts (LKA) geprüft. Dies könne anhand von Bodycams untersucht werden, die die Beamten während des Geschehens getragen hatten. Die Aufnahmen werden derzeit ausgewertet. Erste kriminaltechnische Untersuchungen ergaben zudem, dass die Waffen-Nachbildung einer echten Schusswaffe täuschend ähnlich sehe.

Häusliche Gewalt: Polizei schießt auf bewaffneten 37-Jährigen in Hockenheim

Update, 3. Januar 2023, 19:00 Uhr: Ein Streit zwischen einem Mann und seiner Ex-Freundin eskaliert. Die Polizei muss einschreiten und sieht sich vom dem mit einer Schusswaffe ausgestatteten 37-Jährigen bedroht, sodass sie schießt. Die Polizei gibt an, dass ihrem Einsatz am Montag (2. Januar) in Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis) häusliche Gewalt vorausgegangen ist.

Mann verschanzt sich im Haus ehemaliger Freundin – Frau ruft Hilfe

Der 37-jährige hat sich mit einer Waffe im Flur des Hauses seiner ehemaligen Freundin verschanzt. Die Frau ruft Hilfe bei der Polizei. Diese trifft gegen 16.37 Uhr an ihrem Wohnsitz ein. Doch auch nach 40 Minuten Verhandlung lässt sich der Mann nicht dazu bewegen die Waffe wegzulegen und das Haus zu verlassen, erklären Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag.

Während Verhandlungszeit: Spezialkräfte und Rettungsdienst alarmiert

Während der Verhandlungszeit werden weitere Polizei- und Spezialkräfte alarmiert, auch der Rettungsdienst steht vorsorglich bereit. Doch als der Mann mit einer Waffe in der Hand auf die Polizeibeamten zugeht, kommt zum Einsatz vom polizeilichen Schusswaffen. Zwei Polizisten geben insgesamt sieben Schüsse auf den 37-Jährigen ab, um ihn zu stoppen.

Mann polizeibekannt – Ex-Partnerin bereits mehrfach Opfer häuslicher Gewalt

Es stellt sich heraus, dass der Mann unter anderem wegen Drogendelikten bereits polizeibekannt ist. Durch die abgefeuerten Schüsse wird er mehrfach getroffen und verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand wird jedoch als stabil eingeschätzt, so heißt es am Dienstag.

Der Streit zwischen dem Mann und seiner Ex-Partnerin ist ein wiederholter Vorfall von häuslicher Gewalt. Die Frau ist bereits mehrfach durch das Polizeipräsidium Mannheim im Rahmen von Opferschutzmaßnahmen in Fällen von häuslicher Gewalt betreut worden. Die Staatsanwaltschaft Mannheim und das Landeskriminalamt führen die Ermittlungen nun fort.

Erstmeldung, 3. Januar 2023, 7:00 Uhr: Es passiert gegen 18 Uhr am Montagnachmittag (2. Januar) in Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis): Ein Familienstreit eskaliert – die Polizei wird in den Bereich der Jahnstraße gerufen. Beim Einsatz fällt mindestens ein Schuss aus einer Dienstwaffe. Der Ablauf des Einsatzes ist zunächst unklar. Wie wurden die Beamten bedroht?

Derzeit seien nach Angaben der „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) noch viele Fragen offen, auch das Landeskriminalamt (LKA) ermittelt. Wie ein Polizeisprecher berichtete, sei ein 37-jähriger Mann, der mit einer Pistole bewaffnet war, bei dem Vorfall verletzt worden.

Nach Schüssen in Hockenheim: LKA ermittelt

Die Polizei war zu einem Familienstreit gerufen worden, wie das LKA und die Staatsanwaltschaft berichteten. „Im Verlauf des Einsatzgeschehens mussten die eingesetzten Polizeikräfte von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Montagabend.

Unklar blieb zunächst, ob der 37-Jährige die Beamten mit seiner Waffe bedroht hatte. Auch zu dem detaillierten Verlauf des Einsatzes gab es zunächst keine Angaben. Das LKA übernahm in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Mannheim die Ermittlungen.

Familienstreit eskaliert: Verletzte Person in medizinischer Versorgung

Der 37-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Wie schwer er verletzt wurde, war ebenfalls offen geblieben. Die medizinische Versorgung des Mannes dauere an, hieß es lediglich am Montagabend. Weitere Menschen wurden demnach nicht verletzt.

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