Neue Vorgehensweise erwünscht - auch bei leichten Symptomen

Mit Schnupfen in Quarantäne? Das empfiehlt die Bundesregierung

  • Julia Thielen
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Muss ich mit Husten oder Schnupfen in Quarantäne? Nach dem Corona-Gipfel gibt es eine eindeutige Antwort auf diese Frage.

Kratzen im Hals, laufende Nase - bei vielen schrillen bei solchen oder ähnlichen ersten Symptomen derzeit verständlicherweise die Alarmglocken. Das Coronavirus sorgt auch angesichts langsam sich stabilisierenden Zahlen unter anderem in Baden-Württemberg für Unsicherheit. Dabei bringt die kalte Jahreszeit traditionell natürlich auch immer Erkältungen oder Grippewellen mit sich. Normalerweise sind leichte Symptome kein Grund zur Sorge. In diesem Winter, für den Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein trauriges Szenario zeichnete, empfiehlt die Bundesregierung aber, in jedem Fall Vorsicht walten zu lassen. Nur: Muss man eigentlich mit Schnupfen auch in Quarantäne?

Muss ich mit Schnupfen in Quarantäne? Bundesregierung empfiehlt diese Verhaltensregeln

Auch wenn der Bund beim gestrigen Corona-Gipfel genau das sowie weitere strenge Regeln durchsetzen wollte - eine Pflicht, sich auch mit einem einfachen Schnupfen in Quarantäne zu begeben, besteht derzeit nicht. Der „Lockdown light“ bleibt mit den bislang geltenden strengen Regeln bestehen. Das Problem aber: „Es ist nicht möglich, allein anhand der Symptome zu unterscheiden, ob es sich um eine Erkältung oder Covid-19 handelt“, heißt es in einem Video der Bundesregierung zu diesem Thema, das beim Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet wurde.

Coronavirus - häufigste SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit
Coronavirus - seltenere SymptomeGliederschmerzen, Halsschmerzen, Durchfall, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, Verfärbungen an Fingern oder Zehen oder Hautausschlag

Wenn sich Menschen mit einer vermeintlichen Erkältung also nicht isolieren und tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert sind können sie Covid-19 auch weitertragen, ohne es zu wissen. Deshalb empfiehlt die Bundesregierung, eine sogenannte Schnupfen-Quarantäne. Schließlich gibt es aktuell noch keinen Impfstoff gegen das Coronavirus, auch wenn fieberhaft daran gearbeitet wird. Wer Kontakt mit einem positiv Getesteten hatte oder selbst mit Corona infiziert ist, sollte sich an andere Regeln für Quarantäne und Isolierung halten.

Mit Erkältung in Quarantäne: Das empfiehlt die Bundesregierung

Die Schnupfen-Quarantäne sollte gestern laut Beschlussvorlage des Bundes auch mit den Länderchefs abgestimmt werden. Diese hatten aber einiges dagegen.

Statt einer festen Regelung gibt es nun also lediglich dringende Empfehlungen. Ob es zu weiteren Einschränkungen kommen wird, entscheiden Bund und Länder beim nächsten Treffen am 25. November.

Erkältung, Grippe oder Corona: Quarantäne in jedem Fall empfohlen

Bis dahin könnten Menschen mit leichten Erkältungssymptomen sich an die Empfehlungen der Bundesregierung halten, um das Infektionsgeschehen des Coronavirus im Fall des Falles einzudämmen.

„Wer Erkältungssymptome hat, sollte soziale Kontakte vermeiden und sich zuhause auskurieren“, heißt es im Video der Bundesregierung.

Coronavirus: Auch bei diesen Symptomen in Quarantäne begeben

Mit leichten Atemwegsinfektionen wie Schnupfen und Husten sollte man sich also zur Vorsicht selbst in Quarantäne begeben. Auch zum Arzt müssen Patienten nicht zwingend. Die Bundesregierung empfiehlt: „Rufen sie schnellstmöglich ihren Hausarzt an, um sich medizinischen Rat einzuholen.“

Die Hust- und Niesettikette gilt ohnehin. Menschen mit Erkältungssymptomen sollen sich lautEmpfehlung der Bundesregierung aber auch freiwillig in Quarantäne begeben.

Der Arzt entscheide dann anhand der Schwere der Erkrankung, ob ein Corona-Test erforderlich sei. Doch auch wenn dieser nicht erfolge, empfiehlt die Bundesregierung eine Schnupfen-Quarantäne.

Schnupfen-Quarantäne: Bundesregierung empfiehlt telefonische Krankschreibung

Dann sollen Kranke sich fünf bis sieben Tage selbstständig isolieren. Eine telefonische Krankschreibung ist in diesem Fall momentan wieder möglich. Auch zuhause isolieren sich Erkrankte mit Schnupfen oder anderen Erkältungssymptomen demnach am besten von allen anderen im Haushalt lebenden Personen.

Darüber hinaus bleiben die allgemeinen Empfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus natürlich auch weiterhin bestehen: Sich an die AHA-Regeln halten, die Corona-Warn-App nutzen und Kontakte weitestgehend reduzieren. Zuletzt hatte es zum Beispiel in Stuttgart eine illegale Corona-Party gegeben.

Rubriklistenbild: © Maurizio Gambarini/dpa/Archivbild

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