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Aktuell können alle RS-Virus-Patienten behandelt werden – aber wie lange noch?

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Von: Lisa Klein

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Das RS-Virus breitet sich aus. In Baden-Württemberg erhalten derzeit noch alle einen Intensivplatz, die einen benötigen. Die Betonung liegt auf „noch“.

Die Lage in den Kinderkliniken spitzt sich zu: Das RS-Virus (RSV) sorgt für überfüllte Betten. Inzwischen müssen bereits die ersten Maßnahmen in den Krankenhäusern ergriffen werden, wie echo24.de berichtet: OPs werden verschoben, Mitarbeiter kommen zur Unterstützung aus dem Frei, um die Versorgung der kleinen Patienten zu gewährleisten. Weitere Maßnahmen könnten schon bald nötig werden.

Laut Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) können derzeit noch alle erkrankten Kinder und Jugendliche im Land behandelt werden, wie die „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ berichten. „Alle, die einen Intensivtherapieplatz brauchen, bekommen diesen derzeit auch noch“, sagte Lucha.

Übernahme von RS-Virus-Patienten aus anderen Kliniken bereits nicht mehr möglich

Die Betonung liegt dabei wohl allerdings auf dem „noch“. Zwar erklärten die Kinderkliniken in Heilbronn, Ludwigsburg und Schwäbisch Hall ebenfalls gegenüber echo24.de, dass derzeit noch alle Säuglinge und Kleinkinder versorgt werden können, doch die Belastungsgrenze sei in allen drei Kliniken so gut wie erreicht.

Eine Übernahme von Patienten aus anderen Kliniken ist bereits nicht mehr möglich. „Wir konnten bisher jedes Kind aus der Region, wenn notwendig, stationär aufnehmen. Allerdings mussten wir damit beginnen, Anfragen anderer Kinderkliniken abzulehnen“, erklärt Christin Kohler, Pressereferentin des Diaekoneo, auf echo24.de-Anfrage.

Die Kinderklinik des Diakoneo Diak Klinikums in Schwäbisch Hall zieht im Notfall sogar eine Überbelegung in Erwägung, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. echo24.de berichtet, wie sich Kliniken die derzeit steigenden Zahlen an RS-Virus-Infektionen erklären.

Kliniken und Kinderärzte wegen RS-Virus-Fälle überfüllt – Gesundheitsministerium arbeitet an Lösung

Eltern haben derzeit große Probleme, eine Kinderpraxis oder freie Termine zu finden. Denn nicht nur Kliniken, sondern auch Kinderärzte sind aufgrund der Erkältungswelle überlastet. Gesundheitsminister Manne Lucha versichert laut „Deutscher Presse-Agentur“ (dpa): Mit der Kassenärztlichen Vereinigung wolle man daher schnelle als auch langfristige Lösungen finden. Karl Lauterbach (SPD) forderte zuvor bereits rasche Hilfe für überlastete Kinderkliniken.

Auch der Deutsche Kinderschutzbund hatte angesichts der Lage im Bund ein „rasches finanzielles Notprogramm“ für Kinderkliniken gefordert. Das RS-Virus kann vor allem für Säuglinge schnell gefährlichen werden. Ein Stuttgarter Arzt klärt über die Gefahren für Kinder auf.

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