Neue Corona-Regeln für BW

Neue Quarantäne-Verordnung: Entspannung für Geimpfte und Genesene

  • Lisa Klein
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Geimpfte und Genesene dürfen sich über die neue Corona-Verordnung freuen: Sie müssen künftig generell nicht mehr in Quarantäne – nur noch Ungeimpfte.

Update vom 30. August: Seit Samstag (28. August) gelten in Baden-Württemberg neue Quarantäne-Regeln – diese sind in der „Corona-Verordnung Absonderung“ festgehalten. Vor allem für Geimpfte und Genesene gibt es Entspannung – harte Regeln gelten vor allem für Ungeimpfte.

Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg: Wer muss wann in Quarantäne?

Wer muss in Baden-Württemberg wann in Quarantäne? Generell: Wer einen positiven PCR-Test hat, muss in Isolation. Und: Wer im Verdacht steht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, muss sich sofort Absondern – ebenso beim Auftreten von Symptomen. Danach ist es ratsam, einen PCR-Test zu machen. Auch bei einem positiven Schnelltest sollte sich schnellstmöglich abgesondert werden und ein PCR-Test durchgeführt werden, da dieser mehr Aussagekraft hat.

Zudem gilt: „Haushaltsangehörige Personen müssen sich unverzüglich nach Kenntnisnahme des positiven PCR- oder Schnelltestergebnisses einer im selben Haushalt wohnenden Person in Absonderung begeben“, heißt es in der Corona-Verordnung zum Thema Absonderung. Dazu kommt: „Enge Kontaktpersonen müssen sich unverzüglich nach der Mitteilung durch die zuständige Behörde über eine im Einzelfall bestehende Absonderungspflicht in Absonderung begeben.“

Quarantäne-Regeln Baden-Württemberg: Keine Absonderung für Geimpfte und Genesene

Allerdings hat sich bei den Punkten Quarantäne für Haushaltsangehörige und Kontaktpersonen für Geimpfte und Genesene etwas erheblich geändert: Die Pflicht zur Absonderung gilt „nicht für geimpfte Personen und genesene Personen.“ Geimpfte und Genesene müssen also bei Kontakt mit Corona-Infizierten generell nicht in Quarantäne.

Eine Absonderung ist erst nötig, wenn Kontakt zu einer Person bestand, „die mit einer in Deutschland noch nicht verbreitet auftretenden Virusvariante des Coronavirus SARS-CoV-2 mit vom Robert Koch-Institut definierten besorgniserregenden Eigenschaften infiziert ist“ oder nach „der Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet“.

Baden-Württemberg: Wann und wie kann die Quarantäne aufgehoben werden?

Auf diese Weisen kann die Absonderung in Baden-Württemberg beendet werden:

  • Krankheitsverdächtige Personen mit dem Vorliegen eines negativen PCR-Testergebnisses, soweit sie nicht zugleich enge Kontaktpersonen oder haushaltsangehörige Personen einer anderen positiv getesteten Person sind, müssen nicht in Quarantäne.
  • Positiv getestete Personen, bei denen die Testung mittels eines PCR-Tests durchgeführt wurde und bei denen Symptome vorlagen, dürfen 14 Tage nach Symptombeginn die Quarantäne verlassen.
  • Positiv getestete Personen, bei denen die Testung mittels eines PCR-Tests durchgeführt wurde und die zu keinem Zeitpunkt Symptome hatten, dürfen 14 Tage nach dem Erstnachweis des Erregers die Absonderung beenden.

Quarantäne in Baden-Württemberg: Sonderegeln für Schulen

Sonderregelungen gibt es bei Corona-Infektionen in weiterführenden Schulen, in der Haupt- und Berufsschulstufe der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, in beruflichen Schulen und Einrichtungen zur Betreuung von Schulkindern: Bei Auftreten einer Infektion mit dem Coronavirus besteht für die „Schüler innerhalb der Klasse, Lern- oder Betreuungsgruppe, in der die Infektion aufgetreten ist, abweichend von § 4 Absatz 2 Satz 1 eine tägliche Testpflicht mittels Schnelltest oder PCR-Test für den Zeitraum von fünf Schultagen.“ Die Testpflicht gilt nicht für immunisierte Schüler.

Etwas andere Regeln gelten bei Auftreten einer Infektion mit dem Coronavirus in Grundschulen, in Grundschulförderklassen, in der Grundstufe der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, in Schulkindergärten, Kindertageseinrichtungen und der Einrichtungen der Kindertagespflege sowie Betreuungseinrichtungen für Kinder unter acht Jahren innerhalb der Klasse, Lern- oder Betreuungsgruppe: Hier ist eine einmalige Testpflicht mittels Schnelltest oder PCR-Test vor dem Wiederbetreten der Einrichtung nötig. Auch hier gilt die Testpflicht nicht für immunisierte – also geimpft oder genesene – Kinder.

Neue Corona-Verordnung: Bald nächste Lockerungen in BW – aber nicht für alle

Erstmeldung vom 26. August: Die Inzidenzen in Baden-Württemberg steigen immer weiter an*, doch statt die Corona-Maßnahmen wieder zu verschärfen, plant die Landesregierung weitere Lockerungen. Jedoch nicht für alle, wie echo24.de* berichtet. Lediglich Genesene und Geimpfte kommen in den Genuss der entschärften Regeln der neuen Corona-Verordnung.

Die Landesregierung will künftig wegen der gestiegenen Zahl der Geimpften und Genesenen auf die massenhafte Kontaktverfolgung bei Corona-Fällen verzichten. Heißt: Die Gesundheitsämter müssen nicht mehr bei jeder Corona-Erkrankung die Kontakte nachvollziehen.

Neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg: Weniger Einschränkungen für Geimpfte und Genesene

Einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung bestätigte das Gesundheitsministerium am Mittwoch. Auch der Landkreistag mahnte eine schnelle Entlastung der Gesundheitsämter an, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. „Unseres Erachtens muss die Kontaktpersonen-Nachverfolgung herkömmlicher Prägung sehr kurzfristig beendet werden, damit die Gesundheitsämter wieder verstärkt ihren in den letzten Monaten zurückgestellten Aufgaben etwa im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit, der medizinischen Begutachtungen und der Trinkwasserüberwachung nachgehen können“, sagte Alexis von Komorowski vom Landkreistag.

Die Lage habe sich insofern geändert, „als dass es eine zunehmende Zahl von Geimpften und Genesenen gibt“, betonte ein Sprecher des Ministeriums laut dpa. „Wer geimpft oder genesen ist, muss in aller Regel – auch wenn er oder sie Kontaktperson ist – nicht in Quarantäne.“

Baden-Württemberg plante neue Corona-Verordnung - immer mehr Kreise über 50er-Inzidenz

Stattdessen wolle man „die Kräfte auf eine intelligente Schwerpunktnachverfolgung von herausragenden Ereignissen konzentrieren“. Aufgrund der steigenden Inzidenzen in Baden-Württemberg wäre eine Kontaktnachverfolgung für jede Einzelperson mit den vorhandenen personellen Ressourcen bald ohnehin nicht mehr umsetzbar.

Bereits in über der Hälfte der 44  Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg hat die Inzidenz die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Allerdings ist die 7-Tage-Inzidenz inzwischen nicht mehr das ausschlaggebende Kriterium für die Corona-Maßnahmen*. Sofern die Krankenhäuser noch genug Platz für Corona-Patienten haben, sind keine größeren Beschränkungen mehr geplant. Auch im Bund soll die 50er-Inzidenz bald wegfallen*, wie Gesundheitsminister Jens Spahn ankündigte.

Trotz geplanter Lockerungen in Baden-Württemberg - Kontaktdaten müssen weiter hinterlegt werden

In Baden-Württemberg soll nun die Corona-Verordnung angepasst werden, um die Lockerungen bei der Kontaktverfolgung zu ermöglichen. Sobald das Konzept fertig sei, werde sich die Landesregierung in einer ihrer nächsten Sitzungen in den kommenden Wochen damit beschäftigen. Unterm Strich wolle man „die Pandemie gezielt eindämmen und gleichzeitig besonders vulnerable Gruppen schützen“.

Allerdings sei aber auch klar: „Eine Absonderungspflicht ist weiterhin vorgesehen für nicht geimpfte oder genesene Haushaltsangehörige.“ Anders als in Nordrhein-Westfalen will Baden-Württemberg dennoch daran festhalten, dass die Besucher von Gaststätten, Kinos oder Museen ihre persönlichen Daten hinterlegen müssen. Das kann mithilfe der Luca-App oder handschriftlich erfolgen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Zacharie Scheurer/dpa-tmn

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