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Mädchen-Prügelattacke in Karlsruhe – Polizei äußert sich zu Schock-Video

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Von: Anna-Maureen Bremer

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Ein Video aus Karlsruhe erschüttert das Netz. Ein Mädchen wird offenbar ohne jede Gewalthemmung zusammengeschlagen.
Ein Video aus Karlsruhe erschüttert das Netz. Ein Mädchen wird offenbar ohne jede Gewalthemmung zusammengeschlagen. © Christophe Gateau/dpa/Symbolbild/ Screenshot: Twitter/ Collage: Bremer/ echo24.de

Ein Video aus einer Karlsruher U-Bahn zeigt, wie eine junge Frau aufs Heftigste verprügelt und gegen den Kopf getreten wird. Die Polizei kennt den Fall und veröffentlicht nun Informationen.

Update, 12:36 Uhr: Zum Vorfall einer schweren Prügel-Attacke in Karlsruhe äußert sich nun die Polizei in einer offiziellen Pressemitteilung. Im Video werden „offenbar im Bereich der Karlsruher U-Haltestelle Marktplatz-Kaiserstraße - eine am Boden liegende Jugendliche gezeigt, die von einer Jugendlichen getreten und geschlagen wurde“, heißt es in der Mitteilung.

Neu ist die Information, dass es sich wohl nicht um aktuelle Aufnahmen handelt. „Vielmehr ist der Kriminalpolizei Karlsruhe dieses Ereignis bereits seit dem 5. November bekannt. Das besagte Video war an jenem Tag im Rahmen einer Anzeigenaufnahme von einer Zeugin wegen gefährlicher Körperverletzung dem Haus des Jugendrechts übersandt worden.“

Aber warum werden junge Menschen derart gewaltbereit? Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei kam es Ende Oktober beziehungsweise Anfang November zwischen Angehörigen zweier Familien zu wiederholten wechselseitigen körperlichen Auseinandersetzungen.

Hinsichtlich des Tattages aus dem Video gebe es von den Beteiligten widersprüchliche Angaben. Die am Boden liegende 14-Jährige sei bei dem Angriff leicht verletzt worden. Die genauen Hintergründe dieser Streitigkeiten sind nicht bekannt. Die Ermittlungen hierzu durch das Haus des Jugendrechts dauern aktuell noch an.

Mädchen-Prügelattacke in Karlsruhe – schockierendes Video kursiert im Netz

Erstmeldung, 21. November, 7 Uhr: Was sich ersten Informationen zufolge in der Karlsruher U-Bahn abgespielt hat, lässt einen fassungslos. Die Szene: erschreckend. Die Tatsache, dass Menschen daneben stehen und filmen: nicht zu fassen. Zu sehen ist, wie eine weibliche Person eine andere bereits am Boden liegende an den Haaren hochzieht, während eine zweite Person zunächst auf dem Rücken des Opfers sitzt und ihm dann mit dem Fuß gegen den Kopf tritt. Dann folgen Schläge mit der Faust. Das Opfer versucht, seinen Kopf mit den Händen zu schützen.

Prügelattacke in Karlsruhe: Mädchen wird brutal geschlagen und getreten

Als eine junge Frau dazwischen geht und sagt „Hört doch auf, es reicht“ ruft im Hintergrund ein Mann „Härter, Mann!“. Die gepeinigte junge Frau kann in dieser Zeit aufstehen und läuft davon. Einige folgen ihr noch, auch die Person, die das fürchterliche Szenario filmt. Die prügelnde weibliche Person geht dem Opfer ebenfalls erneut nach. Jemand sagt: „Sie ist nur krank.“ Es scheint womöglich die Ursache für die Auseinandersetzung genannt zu werden „Junge, die beleidigt jeden.“ Dann wieder „Ja, die hat eine Psycho-Krankheit.“

Erneut muss die gewaltbereite Person davon abgehalten werden, auf das Opfer loszugehen. Dieses fährt mittlerweile mit einer Rolltreppe davon. „Don‘t fuck with me!“, wird ihm hinterher gebrüllt. Die Frau, die dazwischen gegangen ist, sagt nochmal: „Sie hat eine Krankheit.“ Das Video endet nach 40 Sekunden. Wie lang die Prügel-Attacke bereits vor der Aufnahme andauerte, ist nicht zu erkennen.

Polizei Karlsruhe kennt den Fall – wenig Details

Auf Twitter schreibt jemand „Karlsruhe, Mädchen mit Tourettesyndrom wird zusammengetreten. Gott sei Dank war wenigstens ein Mädchen dabei, das gerafft hat, dass es sich um eine psychische Störung handelt und mehr nicht.“ Bestätigt ist diese Information allerdings bisher nicht. Der Fall ist bekannt, das bestätigt die Polizei Karlsruhe am Morgen auf echo24.de-Anfrage. Eine Anzeige aus der Bevölkerung gebe es bislang nicht. Weiter teilen die Beamten mit, dass die Ermittlungsarbeiten aufgenommen wurde.

Der Fall werde gemeinsam mit dem Haus des Judenrechts, einer Kooperationseinrichtung von Polizei und Stadt, bearbeitet, da davon ausgegangen wird, dass es sich bei den Beteiligten um Jugendliche handelt. Dort gebe es speziell geschulte Jugendsachbearbeiter. Im Jugendstrafrecht habe auch der Erziehungsgedanke eine große Priorität, weshalb auch versucht werde, derartige Fälle zu beschleunigen.

Seit dem Wochenende kursiert das Video im Netz. Wann sich der Vorfall allerdings tatsächlich ereignet hat, ist daraus nicht ersichtlich. Kritisch ist laut Polizei, dass durch die Verbreitung des Videos strafrechtlich Relevantes öffentlich diskutiert und kommentiert werde, was in erster Linie Aufgabe der Justiz sei. Womöglich könne das Video zur Identifizierung von Tätern beitragen, heißt es weiter. Das Verbreiten durch Dritte ohne einen Zeugenaufruf der Polizei sei allerdings wenig sinnvoll.

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