24-Stunden-Rennen mit Öko-Porsche

Härtetest am Nürburgring: Das macht Porsches Öko-Renner so besonders

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring setzte Porsche wieder mehrere 718 Cayman GT4 ein. Doch einer war ganz besonders.

Die Nordschleife des Nürburgrings zählt zu den härtesten und fordernsten Strecken der Welt - das gilt gleichermaßen für Auto und Fahrer. Nicht ohne Grund ist von der „Grünen Hölle“ die Rede. Als besonderer Härtetest gilt dabei das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, das inzwischen ein echter Klassiker ist.

Genauso wie der Porsche 718 Cayman, der sich Ende September der Herausforderung 24-Stunden-Rennen und der „Grünen Hölle“ stellte. Das Besondere dabei: Der eingesetzte 718 Cayman GT4 Clubsport MR war mit einem Karosseriekit ausgestattet, das vollständig aus Biofaser-Verbundwerkstoffen bestand.

Porsche/Stuttgart: Teile aus Holz sparen Geld und sind umweltfreundlicher

Statt aus Kohlefaser wurden einige Teile der Sportwagen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz und Flachs gefertigt. Neben Elektromotoren - für die Porsche künftig die Batterien selbst bauen könnte - setzt die Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen auch beim Karosseriebau vermehrt auf Nachhaltigkeit und spart damit sogar noch Geld. Außerdem sind Teile des Porsche 718 damit recycelbar.

In diesem Porsche steckt viel Holz.

Zudem wird für die Produktion der Karosserie aus den Biofaser-Verbundwerkstoffen deutlich weniger Energie benötigt und auch beim Gewicht oder den Sicherheits- und Qualitätsanforderungen muss Porsche im Vergleich zur Kohlefaser keine Abstriche machen.

Porsche/Stuttgart: Immer mehr Teile aus Biofaser-Verbundwerkstoffen

Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass ein Porsche mit Teilen aus Holz und Flachs zum Einsatz kommt. Bereits seit 2019 arbeitet die Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen mit den Biofaser-Verbundwerkstoffen. Bislang kamen diese aber nur bei den Türen und dem Heckflügel zum Einsatz. Am Nürburgring kamen nun die Front- und Heckschürze, die Buglippe, Front- und Heckdeckel sowie die Kotflügel und der Diffusor hinzu. Verwendet wurden dabei ein leichtes Balsaholz - das über eine extrem geringe Dichte verfügt - und als Grundlage Flachsfasern.

In der Entwicklung kooperieren die Zuffenhausener Sportwagenschmiede seit 2016 mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dem Fraunhofer WKI und dem Schweizer Unternehmen Bcomp. Beim Einsatz des „hölzernen“ 718 handelte es sich lediglich um einen Test unter extremen Bedingungen, den der Öko-Porsche auf Rang 48 beendete.

Porsche/Stuttgart: Zukunft der Biofaser-Verbundwerkstoffen offen

Ob es diese Technologie vom Motorsport in die Serienproduktion schaffen wird, verriet Porsche noch nicht. Eine weitere Verwendung im Motorsport ist jedoch denkbar. Es ist aber möglich, dass Teile aus Holz künftig auch beim beliebten Elektro-Porsche Taycan verwendet werden.

Hier überschreiten die Absatzzahlen bei Weitem die Erwartungen der Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen, um die Nachfrage bedienen zu können, musste sich Porsche gar Mitarbeiter der Schwestermarke Audi aus Neckarsulm ausleihen. Ärger droht dem Sportwagenhersteller derweil wegen einiger Benzin-Motoren.

Rubriklistenbild: © Porsche AG

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