Benzinmotoren manipuliert?

Abgas-Skandal 2.0: Porsche droht neuer Ärger aus den USA

Zwei Porsche 911 vor dem Stammsitz in Stuttgart Zuffenhausen.
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Porsche soll die Benzinmotoren beim 911 und Panamera manipuliert haben.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Porsche soll Benzinmotoren manipuliert haben. In den USA droht jetzt neuer Ärger vor Gericht.

Fünf Jahre ist es her, seit der Dieselskandal bekannt geworden ist. Bis heute hängt dem Diesel das Image an, besonders schmutzig zu sein. In immer mehr Städten in Deutschland wurden seither Fahrverbote für Autos mit älteren Dieselmotoren verhängt. Auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart müssen Dieselfahrer jetzt draußen bleiben.

Im Zentrum des Dieselskandals stand damals die Volkswagen-Tochter Audi. Deren ehemaliger Chef Rupert Stadler muss sich seit einigen Wochen in München vor Gericht verantworten. Während sich die deutschen Gerichte weiter mit dem Dieselskandal beschäftigen, droht in den USA schon neuer Ärger.

Porsche/Stuttgart: Benzinmotoren wohl auch manipuliert

Dieses Mal ist aber nicht Audi, sondern die Konzernschwester Porsche betroffen. Denn die soll umfangreiche illegale Veränderungen an der Soft- und Hardware der Benzinmotoren vorgenommen haben. Einen entsprechenden Verdacht hatte die Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen den Behörden selber mitgeteilt. Auch Audi sieht sich einem ähnlichen Vorwurf ausgesetzt.

In den USA haben nun die Anwaltsfirmen Hagens Berman und Lieff Cabraser Klage gegen Porsche eingereicht. Auch weitere Kanzleien sollen auf Schadensersatz geklagt haben, wie der Spiegel berichtet. Diese Klage wurden von dem kalifornischen Richter Charles Breyer inzwischen angenommen und dürften in den kommenden Monaten zu einer Sammelklage gebündelt werden.

Porsche/Stuttgart: 100.000 Autos in den USA betorffen

Die auf Sammelklagen spezialisierten Kanzleien Hagens Berman und Lieff Cabraser - die laut dpa auch die treibenden Kräfte im Dieselskandal-Vergleich waren - gehen davon aus, dass in den USA etwa 100.000 Porsche-Autos der Modelle Panamera und 911 von den möglichen Manipulationen betroffen sind.

Die Erfolgsaussichten der Sammelklage gegen Porsche sind im aktuellen Stadium jedoch nur schwer einzuschätzen. Die ersten Gerichtsanhörungen in San Francisco sollen im Januar stattfinden. Derweil dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter der Sportwagenschmiede noch an.

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