Mobiles Arbeiten bei Porsche

Porsche überrascht mit Homeoffice-Offensive auch nach der Pandemie

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsalltag drastisch verändert. Porsche reagiert darauf mit einem überraschenden Home-Office-Plan. 

Die Corona-Pandemie hat den Alltag vieler Deutscher auf den Kopf gestellt. Das gilt auch für den Arbeitsalltag, statt mit den Kollegen im Großraumbüro zu arbeiten, ging es für viele Arbeitnehmer ins Homeoffice. Ein gesetzliches Recht darauf, von zu Hause zu arbeiten, gibt es bis heute nicht, bei Porsche ändert sich das nun aber.

Die Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen ermöglicht es ihren Mitarbeitern, künftig pro Monat zwölf Tage mobil zu arbeiten. Darauf haben sich der Betriebsrat und die Porsche-Geschäftsführung laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) geeinigt. „Uns ist wichtig, dass wir hochmotivierte Mitarbeiter haben“, begründet Porsche-Personalvorstand Andreas Haffner den Schritt. Nötig wäre das jedoch nicht, denn schon jetzt glänzt Porsche in einem Arbeitgeber-Ranking.

Porsche: Mitarbeiter können arbeiten, wo sie wollen - Homeoffice kein Dauerzustand

Die Begrenzung auf zwölf Tage hängt dabei mit einer Forderung des Betriebsrats zusammen, dieser hatte einen ständigen Wechsel zwischen der Arbeit im Büro und der im Homeoffice gefordert. „Wir wollen nicht, dass man sich monatelang gar nicht sieht“, betonte der Porsche-Betriebsratschef Werner Weresch in der FAZ.

Um seinen Mitarbeitern die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen, stellt Porsche - zusätzlich zu einem üppigen Gehalt - ein Technik-Paket zur Verfügung. Dazu gehört unter anderem auch ein großer Bildschirm. Wer ein Attest vorlegt, bekommt auch einen ergonomischen Stuhl. „Jeder Mitarbeiter kann arbeiten, wann, wo und wie er will – immer im Rahmen der betrieblichen und gesetzlichen Vereinbarungen und solange das Arbeitsergebnis stimmt. Er kann im Ferienhäusle in Oberbayern sitzen oder im Café, das ist uns letztlich egal“, betont Personalvorstand Haffner.

Porsche: Wegen Homeoffice-Recht für Mitarbeiter - Bürofläche soll reduziert werden

Der Porsche-Vorstand stellt zudem klar, dass das Homeoffice nicht zur Pflicht wird: „Jeder kann täglich kommen.“ Einen Anspruch auf einen eigenen Schreibtisch werde es in Zukunft aber nicht mehr geben. „Im ersten Schritt werden wir die Bürofläche um 20 Prozent reduzieren“, sagte Häffner der FAZ.

Doch wie wissen die Porsche-Mitarbeiter dann, ob es einen freien Platz in der Firma gibt? Dabei soll ein digitaler Plan helfen, mit dessen Hilfe die Mitarbeiter einen passenden Arbeitsplatz finden können. Haffner rechnet allerdings damit, dass im Schnitt jeder Dritte mobil arbeiten wird. Daher soll die Kapazität so weit reduziert werden, dass bis 2025 nur noch für 60 Prozent der Angestellten ein klassischer Schreibtisch bereitsteht. Zusätzlich will Porsche temporäre Arbeitsplätze schaffen. Allerdings gilt die Homeoffice-Regelung erst mal nur für die Mitarbeiter der Porsche AG, bei den Tochterfirmen werde noch verhandelt.

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

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