Nur zehn Flüge konnten am Dienstag starten

Flughafen Stuttgart: Warnstreik und die Folgen für Passagiere - massive Kritik

Warnstreiks von Sicherheitspersonal - Flughafen Stuttgart
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Warnstreiks von Sicherheitspersonal am Flughafen Stuttgart.
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Flughafen Stuttgart: Warnstreik legt fast den kompletten Flugverkehr lahm. Auch an Ostern könnte es erneute Ausfälle geben.

Update, 22. März: Wieder Warnstreik am Flughafen Stuttgart. Wieder sind am Dienstag, 22. März, zahlreiche Flüge ausgefallen. Bereits am Montagabend legte das Personal im Bereich der Warenkontrollen die Arbeit nieder, dann folgten auch die Passagierkontrollen. echo24.de hatte am späten Dienstagnachmittag beim Airport der Landeshauptstadt Stuttgart nachgefragt - eine bittere Bilanz für Passagiere und Airlines.

Nachdem schon vor einer Woche die Gewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt zum Streik aufgerufen hatte, legten alle Beteiligten jetzt eben nochmal nach, und sorgten damit für enttäuschte Passagiere und fast stillgelegte Airlines am Flughafen Stuttgart. Noch am Montagabend war nicht ganz klar, wie viele Flüge ausfallen würden. Die Ernüchterung folgte rasch.

Flughafen Stuttgart: Passagieren hart getroffen - Warnstreik legt fast alle Abflüge lahm

Gegenüber echo24.de erklärte eine Sprecherin des Flughafen Stuttgarts: „Von 50 geplanten Flügen, können nur zehn durchgeführt werden.“ Damit nochmal deutlich weniger, als in der Vorwoche. Da waren es immerhin noch 28 von 50 Flügen. 40 Abflüge mussten also gestrichen oder im besten Falle „auf Folgetage verlegt“ werden.

Aufgrund der zahlreichen Flugausfälle gab es dann allerdings geringe Wartezeiten bei den verbliebenen Abflügen am Flughafen Stuttgart. Die Airport-Sprecherin erklärt dazu: „In der Mittagszeit hatten wir ein etwas größeres Passagier-Aufkommen und Wartezeiten von knapp einer Stunde. Aber kein Vergleich mit dem ersten Streik, da waren es zum Teil 90 Minuten.“

Flughafen Stuttgart: Scharfe Kritik von der Geschäftsführung

Deutlich verärgert äußerte sich Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH zum erneuten Streik. In einem Statement stellt er die dramatischen Folgen solcher Streiks in den Vordergrund: „Der erneute Streik der Sicherheitskontrolleure an zahlreichen Flughäfen bundesweit ist absolut unangebracht. Nach zwei Jahren Pandemie kämpfen viele Airlines um ihre Existenz und Flughäfen um ihre Beschäftigungsverhältnisse.“

Und auch die besondere Situation nach Jahren der Corona-Beschränkungen für Passagiere unterstreicht er mit seiner massiven Kritik: „Viele Menschen haben lange auf Flugreisen verzichten müssen und beginnen gerade erst wieder mit dem Reisen. Zu so einem Zeitpunkt als kleine Mitarbeitergruppe den Flugbetrieb lahmzulegen, um eigene Tarifforderungen durchzudrücken, schadet dem Flugverkehr insgesamt und passt nicht in die Zeit.“

Hoffen auf Einigung: Flughafen Stuttgart droht Oster-Streik-Chaos

Im Normalfall ist am Flughafen Stuttgart gegen 23.30 Uhr Betriebsende. Für den Dienstag, 22. März wurde es deutlich kürzer. Gegen 19.40 Uhr sollte der letzte Flug rausgehen, und dann „können wir die Lichter ausmachen“ erklärte die Sprecherin zu der Situation.

Leere Abflughallen am Flughafen Stuttgart. Sollte es keine Einigung geben droht auch an Ostern ein Streik-Chaos.

Die bittere Bilanz für Passagiere und Fluggesellschaften droht sich auch auf die Osterferien auszuweiten. Doch noch bleibt am Flughafen Stuttgart die Hoffnung auf eine Einigung im Tarifstreit, wie die Sprecherin deutlich machte: „Bis Ostern sind es noch fast drei Wochen, wir rechnen mit erfolgreichen Verhandlungen.“ Zuvor hatte sich der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Rainer Friebertshäuser geäußert und von einer „Verzögerungstaktik“ gesprochen.

Flughafen Stuttgart: Wieder Warnstreik - was Passagiere jetzt erwartet

Update, 21. März: Am Flughafen Stuttgart müssen sich Passagiere erneut auf deutlich längere Wartezeiten einstellen. Wie der Airport der baden-württembergischen Landeshauptstadt am Montag mitteilt, hat die Gewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt um die Bezahlung des Personals an den Passagierkontrollen der deutschen Flughäfen wieder zum Streik aufgerufen.

Erst am 15. März wurden in Deutschland Flughäfen bestreikt. Wie vor einer Woche, so rechnet man beim Flughafen Stuttgart auch jetzt wieder mit massiven Verzögerungen und Flugausfällen. Auf Nachfrage von echo24.de gab eine Sprecherin des Flughafens am Abend an, dass man noch bis 20 Uhr auf Rückmeldungen der Airlines warten müsse.

Flughafen Stuttgart: Passagieren müssen viel Zeit einplanen

Laut der Sprecherin geht man aber von zahlreichen Ausfällen aus: „Es ist jetzt ziemlich spät bekannt geworden, dass wieder gestreikt wird, daher müssen wir erst noch abwarten. Wir haben wie schon beim letzten Streik etwa 50 Abflüge und gehen davon aus, dass erneut rund die Hälfte ausfallen wird.“

Der Warnstreik ist für Dienstag, 22. März ganztägig geplant. In der Mitteilung des Flughafens heißt es: „Passagieren wird dringend empfohlen, unbedingt vor der Fahrt zum Flughafen den Status ihres Fluges zu checken. Viele Airlines werden infolge der Streikankündigung Flüge verlegen oder streichen“

Reisende sollten demnach „mehr Zeit vor dem Abflug einplanen und so wenig Handgepäck wie möglich mitnehmen“. Der Flughafen Stuttgart bietet auf seiner Website die Möglichkeit die Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen in allen Terminals abzufragen. Weiterhin muss das Terminal 1 wegen Umbau geschlossen bleiben. Fluggäste können laut Airport-Angaben „die Kontrollstelle in Terminal 3 nutzen“.

Streiks am Flughafen Stuttgart: Einschränkungen für Passagiere bereits am Montagabend?

Der Warnstreik von Verdi teilt sich laut Stuttgarter Zeitung auf: Personal- und Warenkontrolle sollen am Montag (21. März) ab 21.30 Uhr bis Dienstag um 21.30 Uhr bestreikt werden. Der Bereich Fluggastkontrolle folgt dann am Dienstag von 3 bis 24 Uhr.

Für Passagiere wird es am Montagabend allerdings noch keine Einschränkungen an den Kontrollen geben, wie echo24.de erfahren hat. Die Sprecherin des Flughafen Stuttgart macht deutlich, dass die erste Streikmaßnahme die Warenkontrolle betrifft - zum Beispiel bei Anlieferungen.

Flughafen Stuttgart: Es drohen Streiks in den Osterferien

Noch scheint eine Einigung nicht in Sicht. So schreibt die Stuttgarter Nachrichten über ein erstes unzureichendes Angebot der Arbeitgeberseite. Dazu heißt es: „Die Arbeitgeber hätten es aber versäumt, endlich ein Angebot vorzulegen, das die hohe Inflation berücksichtigt und die Arbeit für qualifizierte Fachkräfte im Luftsicherheitsbereich attraktiv hält“.

Jetzt droht sogar den Osterferien ein Streik-Szenario am Flughafen der Landeshauptstadt Stuttgart und an den anderen großen deutschen Airports. Kritik kommt dem Bericht zur Folge vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Demnach befürchtet der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Rainer Friebertshäuser, „dass die Verzögerungstaktik darauf abzielt, erneute Streiks in die Osterferienzeit zu ziehen, um den Luftverkehr noch massiver zu stören“. 

Flughafen Stuttgart: Warnstreik trifft Passagiere hart - extreme Wartezeiten

Erstmeldung am 15. März: Am Dienstag gab es am Flughafen Stuttgart einen Warnstreik des Sicherheitspersonals. Laut Mitteilung der Airport-Verantwortlichen ging es im Tarifkonflikt um die Bezahlung des Personals an den Passagierkontrollen. Die Gewerkschaft ver.di hat demnach an zahlreichen deutschen Flughäfen zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Die Folgen für die Passagieren waren weitreichend.

Noch im Vorfeld des Streiks hatte man am Flughafen der Landeshauptstadt Stuttgart versucht die Reisenden zu informieren. So wurde den Passagieren „empfohlen, bereits vor der Fahrt zum Flughafen den Status ihres Fluges zu checken und auch mehr Zeit vor dem Abflug einzuplanen“. Zusätzlich zum Warnstreik ist derzeit auch der Terminal 1 wegen Umbau geschlossen. Wartezeiten konnten über die Website des Flughafen abgerufen werden. Um 16 Uhr lag diese im Terminal 3 noch bei etwa 90 Minuten.

Streik am Flughafen Stuttgart: So äußern sich die Verantwortlichen

Laut Angaben des Flughafens Stuttgart gab es bereits ab 9 Uhr „deutlich längere Wartezeiten“. Es wurden 28 von 50 Abflügen für Dienstag gestrichen. Dazu hieß es: „Passagiere sollten den Status ihres Fluges überprüfen, bevor sie sich auf den Weg zum Flughafen machen.“ Der SWR berichtet zudem von zahlreichen Ankünften, die annulliert werden mussten.

Auf Nachfrage von echo24.de am Dienstagnachmittag äußerte sich eine Sprecherin des Flughafen Stuttgarts zum Verlauf des Streiks: „Gegen Mittag lag die Wartezeit für die Passagiere bei teilweise über einer Stunde. Es war schon viel Geduld gefragt.“ Gerade mit Blick auf die zuletzt eingeschränkte Reisefreiheit durch Corona, ist dieser Tag besonders bitter für viele Reisende, wie die Sprecherin erklärt: „Wenn es dann für viele Urlauber so wieder losgeht, dann ist es natürlich nicht so schön.“

Die Streiks waren bis 24 Uhr angekündigt worden. Ganz so lange wird es am Flughafen Stuttgart nicht gehen, wie die Sprecherin erläutert: „Grundsätzlich haben wir um 23.30 Uhr Betriebsende. Heute geht unser letzter Flug aber gegen 20.40 Uhr raus.“ Morgen soll es dann weitere Verhandlungen geben und dann, so hofft man in Stuttgart, „wird man sich hoffentlich einigen“.

Flughafen Stuttgart: Darum streiken die Mitarbeiter

Neben Stuttgart wurden am Dienstag auch die Flughäfen in Frankfurt, München, Hamburg und Karlsruhe/Baden-Baden bestreikt. In Karlsruhe/Baden-Baden mussten die Passagiere laut einem Sprecher etwa „doppelt so lang wie sonst“ warten.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, zeigt man sich bei Verdi zufrieden mit der Aktion. Ein Sprecher der Gewerkschaft erklärte, es hätten sich rund  150 Mitarbeiter daran beteiligt. Aktuell laufen Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für bundesweit rund 25.000 Sicherheitskräfte. Drei Verhandlungsrunden waren bisher ohne Ergebnis geblieben.

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