„Papier-Affäre“: Kretschmann weist Vorwürfe zurück!

Kretschmann vs. Eisenmann im TV-Duell: Mega-Zoff um Impulspapier

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Susanne Eisenmann, Kollage.
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit klarem Statement: Herausforderin Susanne Eisenmann hat die E-Mail definitiv erhalten.
  • vonChristina Rosenberger
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Eklat beim TV-Duell: Ministerpräsident Winfried Kretschmann weist üble Vorwürfe von Herausforderin Susanne Eisenmann zurück.

Für Baden-Württemberg steht in nicht mal zwei Wochen (14. März 2021) die Landtagswahl an. Eine Wahl unter besonderen Umständen. Schließlich ist eins der beherrschenden Themen nach wie vor: Corona! Und genau um dieses Thema dreht sich ein riesiger Zoff, den die CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann live im Fernsehen losgetreten hat.

„Papier-Affäre“: Kretschmann weist Vorwürfe von Herausforderin Eisenmann zurück

Es war der Aufreger beim TV-Duell zwischen Eisenmann und Kretschmann am Montagabend: Live im Fernsehen behauptete die Herausforderin, sie hätte ein wichtiges Konzept mit Lockerungen des Lockdowns nie bekommen - und erhebt damit schwere Vorwürfe gegen das Staatsministerium. Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellt deshalb jetzt klar: Die Info wurde schon Ende vergangener Woche per Mail verschickt, und sei auch definitiv durchgegangen, denn es habe keine Fehlermeldung gegeben. Wieso Eisenmann das Papier also nicht habe - dafür gebe es laut Kretschmann keinerlei Gründe.

Außerdem wollte der Ministerpräsident die Vorwürfe auf keinen Fall so stehen lassen. Deshalb verschickte Kretschmanns Sprecher noch am Montagabend Beweisfotos, dass die E-Mail noch am selben Abend an Eisenmanns Büroleiter gegangen sei.

Ich würde gern einen Wahlkampf führen, wo es um die Zukunft dieses Landes geht und nicht darum, ob jemand eine Mail bekommen hat.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Eisenmanns Sprecher dagegen bekräftigte am Dienstag, das Impulspapier sei tatsächlich nie eingegangen. Es empfehle sich grundsätzlich, „Schreiben an eine Ministerin oder einen Minister auch an diese zu schicken - per Mail wie auch auf dem Postweg.“. Außerdem sagte der Sprecher, der Inhalt des Papiers müsse dringend diskutiert werden.

„Papier-Affäre“: Grüne fordern Entschuldigung von Eisenmann

Derweil verlangt die Grünen-Landesvorsitzende Sandra Detzer von Eisenmann eine Entschuldigung. Es sei keine Lappalie, wenn Frau Eisenmann vor Hunderttausenden Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern die Unwahrheit sage, um den Ministerpräsidenten in ein schlechtes Licht zu rücken. Sie forderte die Koalitionspartnerin auf, den Sachverhalt richtigzustellen und sich für ihre „Falschaussage“ bei Bürgern und Kretschmann zu entschuldigen.

„Papier-Affäre“: Worum geht‘s in dem Impulspapier?

Das Papier, um das es in dem Streit geht, beinhaltet Infos zu einer Lockerung des Lockdowns. Darin spricht das Staatsministerium von der schrittweisen Öffnung von Geschäften, Restaurants und Museen - um das zu ermöglichen soll es massenhafte Schnelltests geben.

Heute (3. März) ist Winfried Kretschmann erst mal beim nächsten Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel dabei. Auch hier wird die Frage nach möglichen Lockerungen ein großes Thema sein. Kretschmann hat bereits bekanntgegeben, mit welchem Konzept Baden-Württemberg in die Konferenz geht.

„Papier-Affäre“: klare Tendenz für die Landtagswahl

Wenn am 14. März ein neuer Landtag gewählt wird, dann sieht es für die Grünen und Winfried Kretschmann nach aktuellen Prognosen gut aus. Die Umfragen zeigen eine klare Tendenz und legen eine Fortsetzung der bisherigen Koalition für Baden-Württemberg nahe. Andere Koalitionen im Landtag sind zwar möglich, aber weit weniger wahrscheinlich.

SpitzenkandidatPartei
Winfried Kretschmann MdLBündnis 90/Die Grünen
Dr. Susanne EisenmannCDU
Andreas Stoch MdLSPD
Dr. Hans-Ulrich Rülke MdLFDP
Bernd Gögel MdLAfD
Sahra MirowDIE LINKE

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