Schon wieder Saharastaub? Ist das noch normal?

Saharastaub zurück in Baden-Württemberg: Jetzt wieder Blutregen 

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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  • Dominik Jahn
    Dominik Jahn
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In den nächsten paar Tagen kommt erneut Saharastaub nach Baden-Württemberg. Experten raten dazu, Autos schnell wieder zu reinigen.

Update vom 21. April: Gerade haben viele Autofahrer ihre Fahrzeuge blank gewaschen, da soll es in Baden-Württemberg erneut Saharastaub geben. Das Wetterphänomen trete besonders am Freitag (22. April) auf, nachdem die Wüstenluft in Nordafrika gut aufgewirbelt wird, wie der Meteorologe Georg Haas vom wetter.com berichtet.

Auch am Samstag (23. April) sieht die Wetterlage ähnlich aus. Dann können sogar Schauer und Gewitter entstehen, denn laut Haas können sich die Wolken dank Saharastaub stärker bilden und verdichten. Aber wie kommt es, dass Deutschland und vor allem Baden-Württemberg immer öfter vom Blutregen betroffen ist? Ist das überhaupt noch normal?

Saharastaub in Baden-Württemberg: Blutregen dank Klimawandel inzwischen normal

Meteorologe Georg Haas zufolge ist das in Zeiten des Klimawandels inzwischen normal. Aufgrund der Erderwärmung steigen auch die Temperaturen in der Arktis, wodurch die Temperaturunterschiede zwischen Norden und Süden geringer werden. 

Dadurch lässt der Westdrift nach, der von den großen Temperaturunterschieden lebt. Somit haben wir öfter Ost-, Nord- oder eben Südlagen. „Mit den häufigeren Südlagen kommt dann auch häufiger der Saharastaub zu uns nach Deutschland“, so Haas.

Saharastaub zurück in Baden-Württemberg: Jetzt wieder Blutregen 

Update vom 13. April: Wie die Experten des Deutschen Wetterdienst (DWD) melden, muss ab Mittwoch, 13. April, mit diesigem und dunstigem Wetter gerechnet werden. Grund hierfür ist der Saharastaub, der sich besonders über Baden-Württemberg und den Rest Süddeutschlands ausbreitet.

Der Wüstenstaub aus der Sahara sorgt zusammen mit der dichten Wolkendecke für einen spektakulären gelb-grauen Himmel. Bei der aktuellen Wetterlage* muss zudem gerade am Donnerstag auch wieder mit Blutregen gerechnet werden. Das Portal agrarheute.com weist ausdrücklich darauf hin, dass der Saharastaub „kleine Schäden und Kratzer am Fahrzeuglack hinterlassen“ kann.

Doch Autofahrer müssen darauf achten, den Saharastaub richtig zu entfernen. Die Fachleute erklären dazu in dem Beitrag, man solle „unbedingt auf das bloße Abwischen des Staubs mit einem Lappen oder Ähnlichem“ verzichten. Weiter heißt es: „Nach einem ‚Blutregen‘ sollte man auch nicht zu lange damit warten: Ist der Staub erstmal auf dem Lack, kann hohe Sonneneinstrahlung dafür sorgen, dass sich der Sand ‚einbrennt‘ und so schwerer zu entfernen ist“.

Saharastaub zurück in Baden-Württemberg: Mit der Wärme kommt der Blutregen

Erstmeldung vom 11. April: Erst Mitte März zeigte sich der Saharastaub im Jahr 2022 erstmals in Baden-Württemberg*. Wie echo24.de* berichtet hat, dauerte es dann nur knapp zwei Wochen und das spektakuläre Wetterphänomen war ein weiteres Mal zu bestaunen*. Wie Wetter-Experten jetzt melden, wird sich der Himmel in wenigen Tagen erneut orange färben. Und auch mit Blutregen darf gerechnet werden.

Blutregen

Laut wetter.de leitet sich die Bezeichnung Blutregen von der rötlichen Färbung des Sandes ab. Dieser ist nach dem Regen auf zahlreichen Oberflächen, wie Autos und Gartenmöbeln, deutlich zu sehen.

Laut wetter.de hängt die Staubwolke aus Afrika am Montag zunächst über Spanien fest und zieht danach über Frankreich weiter nach Deutschland. Besonders betroffen vom Saharastaub ist dann Süddeutschland. Gerade in Baden-Württemberg können sich die Menschen auf ein spezielles Naturschauspiel freuen.

Saharastaub in Baden-Württemberg: Wetter-Experten rechnen auch mit Blutregen

Los geht es mit dem Saharastaub laut den Prognosen am Dienstag, 12. April. Am stärksten wird sich der Himmel dann aber am Mittwoch und Donnerstag orange färben. Die Fachleute gehen diesmal allerdings von einer etwas geringeren Staubkonzentration aus. Verantwortlich für das Wetterphänomen ist ein Tiefdruckgebiet über Marokko und Ostspanien. Starke Winde wühlen den Staub auf und bringen ihn bis zu uns.

Gegenüber dem SWR erklärt Meteorologe Hartmut Mühlbauer, dass am Mittwoch mit „diesigem und dunstigem Wetter zu rechnen“ sei. In einem Zusammenspiel mit den Wolken ergibt sich demnach ein gelb-grauer Himmel. Ähnliches ist dann noch am Donnerstag zu sehen. Dazu kommt dann noch laut den wetter.de-Experten die hohe Wahrscheinlichkeit für Regen. Damit wird auch der sogenannte Blutregen wieder zu beobachten sein.

Ungewöhnliche Häufung von Saharastaub: Meist nur im Frühjahr oder Herbst

Als Folge der Saharastaubs kommt es laut Angaben der Wetter-Experten nicht nur zu intensiven Sonnenauf- und untergängen und zum Blutregen, die Staubmassen „schatten“ demnach auch die Erdoberfläche von der Sonneneinstrahlung ab. Die Temperaturen dürften dadurch etwas runtergehen.

Meteorologe Mühlbauer erklärt im SWR-Beitrag, dass das Phänomen Saharastaub in Deutschland meist im Frühjahr oder im Herbst auftritt. Im Sommer und Winter sei es „eher unwahrscheinlich“. Besonders ungewöhnlich ist aber die derzeitige Häufung von Saharastaub über Baden-Württemberg und dem Rest des Landes. Es sei „eher selten, dass der Staub dreimal hintereinander Baden-Württemberg heimsucht, wie es dieses Frühjahr der Fall ist“.

Saharastaub: Experten sprechen über Gefahr für die Gesundheit

Auch wenn der orange gefärbte Himmel und der Blutregen spektakulär anzuschauen sind, er ist im Grunde nichts außergewöhnliches. Wie die Fachleute erklären, weht der Saharastaub bereits seit Jahrhunderten immer wieder über unser Land. Bedenklich sei er zudem nicht.

Der SWR schreibt dazu, „es ist vor allem Fein- und Feinststaub, der bei uns ankommt“. Und dieser sei beim Saharastaub „deutlich weniger gefährlich als der aus Partikeln von Autoabgasen oder Schornsteinrauch“. Problematisch bleibt der besondere Staub aus der Sahara allerdings für Menschen mit einer Pollenallergie*. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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