„Punktuell wird es extrem schwierig“

Omikron kommt mehr und mehr: Stuttgarter Mathematikerin mit klarer Prognose

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Die Corona-Zahlen steigen erneut, Experten befürchten eine Omikron-Welle. Eine Stuttgarter Mathematikerin der Schweizer Corona-Taskforce gibt nun eine eindeutige Prognose ab.

Andere Länder, andere Sitten – oder in der Pandemie eher: andere Länder, andere Corona-Lage. Während zu Beginn der Pandemie die erste Welle viele Länder zeitgleich getroffen hat, befinden sich einige Länder inzwischen an unterschiedlichen Punkten in der Corona-Pandemie. Um besser einschätzen zu können, wie sich die Corona-Situation in Deutschland zeitnah verändert, wie sich eine Welle entwickelt und welche Maßnahmen nützen, hilft manchmal ein Blick auf die aktuelle Lage in anderen Ländern.

In Deutschland und Baden-Württemberg steigen die Corona-Zahlen derzeit erneut, nachdem sie kurzzeitig gesunken sind. Vor allem die Corona-Variante Omikron B.1.1.529 breitet sich deutschlandweit immer weiter aus und bereitet den Experten Sorgen. Es wird eine regelrechte Omikron-Welle erwartet. Auch in der Schweiz steigen die Corona-Zahlen rapide und es wird eine Omikron-Welle erwartet – mit heftigem Ausmaß.

Tanja Stadler ist eine Stuttgarter Mathematikerin sowie Biostatistikerin und die Vorsitzende einer wissenschaftlichen Corona-Taskforce in der Schweiz, welche die Regierung berät. Die Taskforce hat nun eine Prognose für die Omikron-Welle in der Schweiz abgegeben. Das Szenario ist durchaus auch denkbar für Deutschland und hat es in sich.

Omikron-Welle: Stuttgarterin mit eindeutiger Prognose – es wird „extrem schwierig“

Die Biostatistikerin Tanja Stadler rechnet damit, dass zum noch bevorstehenden Höhepunkt der Omikron-Welle sich binnen einer Woche 10 bis 30 Prozent der Bevölkerung mit dem Coronavirus anstecken werden. Dieser Höhepunkt soll laut der Taskforce-Vorsitzenden bereits in ein bis drei Wochen erreicht sein. Nach dem Abklingen der Welle sollen dann 65 bis 85 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz immun oder durch Auffrischungsimpfungen geschützt sein, wie der Tagesspiegel berichtet.

Laut den Prognosen der Taskforce werden also die Neuinfektionen schon bald noch weiter in die Höhe schießen – und auch die Zahl der Corona-Patienten und den intensivpflichtigen Covid-19-Patienten steigen. Die Omikron-Welle wird die Krankenhäuser noch weiter an ihre Belastungsgrenzen treiben. Die Lage soll sich laut Stadler weiter zuspitzen: „Punktuell wird es extrem schwierig“, sagte die Stuttgarterin am Dienstag (11. Januar) in Bern.

Coronavirus: Angst vor der Omikron-Welle – Ausfälle „an allen Ecken und Enden“

Auch für die kritische Infrastruktur könnte die Omikron-Welle ein großes Problem werden. „Wir müssen uns darauf gefasst machen, dass es an allen Ecken und Enden zu Ausfällen kommt“, sagt Tanja Stadler laut der Aargauer Zeitung. Beim letzten Corona-Gipfel wurden bereits neue Corona-Regeln beschlossen, welche die kritische Infrastruktur schützen soll.

Trotz der aktuell verhältnismäßig niedrigen Hospitalisierungsinzidenz sollen die Corona-Regeln in Baden-Württemberg mit der neuen Corona-Verordnung nicht gelockert und an der Alarmstufe II festgehalten werden. Der Grund bleibt die Sorge vor der Virusvariante und stetig steigenden Zahlen: Die Omikron-Welle dürfte Deutschland wohl etwas später treffen als die Schweiz.

Denn in Deutschland hat es kürzlich erst eine Abflachung der Zahlen gegeben, die Corona-Zahlen steigen jetzt erst langsam wieder an. In der Schweiz hingegen sind sie bereits regelrecht in die Höhe geschossen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 387,9 – in der Schweiz hingegen bei 2.017,3 pro 100.000 Einwohner (Stand: 11. Januar 2022). Ob die Omikron-Welle in Deutschland genauso hart einschlagen wird wie – laut Prognosen – in der Schweiz, wird sich zeigen.

Rubriklistenbild: © PETER KLAUNZER

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