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Energiekrise droht: Öhringen beschließt Sparmaßnahmen für den Winter

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Von: Julia Cuprakowa

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Angesichts der Energiekrise bereitet sich die Stadt Öhringen auf einen möglichen Gasnotstand im Winter vor. Hallenbad und Sauna sollen geschlossen und Raumtemperatur gesenkt werden.

Die Stadt Öhringen rüstet sich für die kalte Jahreszeit, sollte es kein Gas mehr aus Russland geben. Während das Land Baden-Württemberg bei einem Gasgipfel einen 5-Punkte-Plan erarbeitet hat, beschießt die Stadt eigene Spaßmaßnahmen für den Winter. In der Öhringer Gemeinderatssitzung am 26. Juli wurden die Auswirkungen der möglichen Energiekrise im Winter 2022/23 sowie Energieeinsparpotenziale der Stadt diskutiert und ein umfassendes Paket zur Energieeinsparung beschlossen. Von welchen Maßnahmen ist konkret die Rede?

Energiesparplan der Stadt Öhringen: Hallenbad und Sauna geschlossen – Straßenbeleuchtung ausgeschaltet

Das Hallenbad und die Sauna sollen geschlossen werden, teilte die Stadt Öhringen in einem Schreiben mit. Außerdem soll die Raumtemperatur in allen städtischen Einrichtungen auf das gesetzlich erforderliche Minimum reduziert werden. Dazu wird die Warmwasserbereitung in Sport- und Turnhallen abgeschaltet.

So sollen unter anderem auch der Anteil der mit LED-Lampen betriebenen Leuchten erhöht und die Straßenbeleuchtung im Nachtzeitraum von 0:00 Uhr bis 5:00 Uhr dort ausgeschaltet werden, wo es die öffentliche und die Verkehrssicherheit zulässt. Neben Öhringen hat auch die Stadt Neckarsulm ähnliche Sparmaßnahmen beschlossen, wie echo24.de berichtet.

Energiekrise: Öhringen richtet „Wärmezentrum“ für die Bürger ein

Es soll aber auch Hilfsmaßnahmen für die Bürger geben, wie die Stadt weiter berichtet. So soll die Alte Turnhalle, die für Ukraine-Flüchtlinge umgerüstet wurde, als Wärmezentrum für die Unterbringung von Bürgern dienen, die sogenannte „Opfer der Energiekrise“ geworden sind. Zudem sollen, laut Gemeinderat, Gebäudenutzer über städtische Medienkanäle für das Thema Energiesparen sensibilisiert werden.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat auch auf den Energiesektor weitreichende Auswirkungen. Sollten Engpässe bei der Gasversorgung kommen, muss sich die Stadt Öhringen auf die möglicherweise drohende Energieknappheit im kommenden Winter und auf die steigenden Energiekosten vorbereiten. Rund zweidrittel der städtischen Gebäude werden aktuell mit Erdgas beheizt“, sagt Oberbürgermeister Thilo Michler. „Die Faustformel zur Kosteneinsparung lautet: Ein Grad Celsius weniger Raumtemperatur spart etwa sechs Prozent der eingesetzten Energie und Energiekosten.“

Energiekrise: Stadt Öhringen sorgt für den Winter vor

Insgesamt lag der Gasverbrauch aller städtischen Gebäude im Jahr 2021 bei 11.672.624 kWh und der Stromverbrauch bei 4.311.683 kWh. Experten gehen davon aus, dass die Strompreise um 20 bis 50 Prozent ansteigen können. Der Gaspreis kann sich möglicherweise sogar vervielfachen. Die Gesamtenergiekosten der Stadt Öhringen lagen im Jahr 2021 bei ca. 2,3 Millionen Euro. Das Hallenbad war in diesem Jahr coronabedingt allerdings nur eingeschränkt im Betrieb.

Um die Versorgungssicherheit im städtischen Nahwärmenetz zu gewährleisten, wurde der bestehende Öltank bei der Nahwärmezentrale bei der Feuerwache in Öhringen bereits aufgefüllt. Hierdurch kann ungefähr eine 2,5-monatige Versorgungssicherheit der angeschlossenen Gebäude mit Wärme gewährleistet werden. Mit beschlossenen Sparmaßnahmen steht Öhringen allerdings nicht alleine da. Auch Heilbronn und die Region machen sich offensichtlich Gedanken. Denn die Diskussion um die Laufzeiten von Atomkraftwerken wie dem AKW Neckarwestheim wird wieder lauter.

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