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Neue Studie: Lehrkräftemangel in Baden-Württemberg wird bald noch viel schlimmer

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Von: Julia Cuprakowa

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Es geht Schlag auf Schlag: Gerade erst hieß es, viele Schulen in Baden-Württemberg arbeiteten schon im „Notbetrieb“. Nun kommt eine neue Studie zu einem weiteren alarmierenden Befund. Bis 2035 fehlen im Südwesten angesichts steigender Schülerzahlen tausende Lehrkräfte.

Der Mangel an Lehrkräften in Baden-Württemberg wird sich nach einer neuen Studie bis zum Jahr 2035 nochmals massiv verschärfen. Der Bildungswissenschaftler Klaus Klemm hat im Auftrag der Bildungsgewerkschaft GEW die steigenden Schülerzahlen geprüft und errechnet, dass in den nächsten 13 Jahren mehrere tausend Lehrerinnen und Lehrer fehlen werden. Die Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Monika Stein, will die Studie am Freitag, 7. Oktober, in Stuttgart vorstellen und Vorschläge machen, wie das Land noch besser gegensteuern kann.

Erst am Dienstag, 4. Oktober, hatte eine Studie des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) ergeben, dass viele Schulen in Baden-Württemberg schon wenige Wochen nach dem Start des Schuljahres teils dramatische Probleme haben, die planmäßigen Unterrichtsstunden abzudecken.

Lehrkräftemangel in Baden-Württemberg wird sich massiv verschärfen – Gegenmaßnahmen bereits ergriffen

Allerdings sehen nicht alle Politiker einen Grund zu Sorge. Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) zeigte sich unbeeindruckt von diesem Ergebnis der Studie und verwies auf bereits ergriffene Maßnahmen des Landes. „Der zusätzliche Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern ist uns bekannt“, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wir haben die Studienkapazitäten in den Lehrämtern erhöht, die von dem Mangel an Lehrkräften besonders betroffen sind, und wir nehmen auch über die Kapazitätsgrenzen hinaus Studienanfänger in den Lehrämtern auf.“

So seien die Studienplätze für angehende Grundschul-Lehrkräfte fast verdoppelt worden. In der Sonderpädagogik werde ein neuer Studiengang in Freiburg hinzukommen, wodurch weitere 175 Plätze geschaffen werden. „Die Ausbildung mit Studium und Referendariat dauert aber“, räumte Schopper ein. Man werde sich daher kurzfristig auch um Quereinsteiger mit einschlägiger Berufserfahrung, wie etwa Sozialpädagogen bemühen.

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