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Nebeliges Gruselwetter an Halloween: Darum wird Nebel immer seltener

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Von: Michaela Ebert

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Herbstmorgen
In Baden-Württemberg nehmen die jährlichen Nebelstunden ab. © Patrick Pleul/dpa/Symbolbild

Das Halloween-Fest startet in Baden-Württemberg mit einer dicken Nebelsuppe. Doch Sichtweiten von unter 100 Meter könnten in Zukunft zunehmend unwahrscheinlicher werden.

Wenn eine richtig dicke Suppe übers Land zieht und die Sichtweiten kaum mehr als 100 Meter betragen, gilt vor allem eins: Vorsicht im Straßenverkehr. Doch dieses Phänomen könnte schon bald immer seltener werden. Am Bodensee stellten Experten bereits fest, dass eine vernebelte Kulisse immer mehr dem Klischee entspricht als der Wirklichkeit.

Wie der Südkurier am Montag berichtet, nimmt die Zahl der jährlichen Nebelstunden immer mehr ab. Während in den 1980er Jahren nach Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 400 oder gar 600 Nebelstunden im Jahr die Normalität gewesen seien, würden diese Werte seit 2000 kaum noch erreicht. Fünfmal habe es seither sogar weniger als 200 Nebelstunden im Jahr am Bodensee gegeben.

Wie entsteht Nebel?

Damit sich Nebel bilden kann, brauche es auch sogenannte Kondensationskerne – also Partikel in der Luft. Wenn viele Kondensationskerne vorhanden sind, bilden sich viele kleine Nebeltropfen, die das Licht stärker streuen, wodurch die Sichtweite stark eingeschränkt ist.

Weniger Luftverschmutzung einer der Gründe für geringere Nebelbildung

Als Gründe für die abnehmenden Nebelstunden nannte Otto Klemm, Professor für Klimatologie an der Universität in Münster, die Klimaerwärmung und weniger Luftverschmutzung. „Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte“, sagte er der Zeitung. Erst bei sinkenden Temperaturen nehme die relative Luftfeuchte zu, bis sich bei einer Luftfeuchte von etwa 100 Prozent Nebel bilden kann. Hohe Temperaturen hingegen bedeuteten weniger relative Luftfeuchte und dadurch auch weniger Nebel.

„Wenn weniger Partikel in der Luft sind, da sie sauberer ist, entsteht weniger dichter Nebel“, sagte Klemm. Dass es weniger Nebel gibt, sei ein weltweites Phänomen. „Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, nimmt der Nebel seit Jahrzehnten ab.“

Halloween-Fans jedoch können aufatmen – und das trotz der für diese Jahreszeit zu hohen Temperaturen. Das diesjährige Gruselfest startete bereits mit schaurig-mystischen Bedingungen am Morgen und auch in der Nacht auf Dienstag (1. November) soll es wieder dunstig werden.

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