Landwirte und Naturschützer warnen

Naherholung in der Corona-Zeit: Achtung, hier drohen Mega-Strafen

In Coronazeiten zieht es die Menschen noch stärker in die Natur - doch wer nicht achtsam mit Wald und Flur umgeht, dem drohen hohe Strafen. (Symbolbild)
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In Coronazeiten zieht es die Menschen noch stärker in die Natur - doch wer nicht achtsam mit Wald und Flur umgeht, dem drohen hohe Strafen. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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„Raus ins Grüne“ – der Sonntagsspaziergang hat in Coronazeiten an Bedeutung gewonnen und auch generell zieht es die Menschen in die Natur. Doch was ist überhaupt erlaubt?

In Corona-Zeiten ist Spazieren in der freien Natur gefühlt noch wichtiger geworden, als es vor der Pandemie war. Bei Corona-Regeln in Baden-Württemberg, mit geschlossenen Restaurants, Zoos, Parks und Kinos, waren Ausflüge in Naherholungsgebiete in den letzten Monaten oft die einzige Möglichkeit, mal herauszukommen und etwas anderes zu sehen als die eigenen vier Wände. Doch nicht immer gehen Ausflügler auch pfleglich und sorgsam mit der Natur um. Und das kann im Zweifel auch zu hohen Strafen führen – zu Recht, findet der baden-württembergische Landesbauernverband.

Denn die Natur ist im Stress. Und um sie zu schützen, hat der LBV jetzt gemeinsam mit dem Landesnaturschutzverband alle Spaziergänger, Sportler und Hundehalter dazu aufgerufen, in Wald und Flur Rücksicht zu nehmen – um Wildtiere zu schützen und möglichst auch keine Schäden anzurichten.

Corona und der Waldspaziergang: Betretungsverbot kann teuer werden

Bauernpräsident Joachim Rukwied ist sauer: „Es häufen sich die Beschwerden aus der Landwirtschaft, dass immer mehr Menschen beispielsweise Gras und aufwachsendes Getreide zertreten, Hundekot und sonstigen Müll zurücklassen. Vielen scheint nicht bewusst zu sein, dass es sich dabei um Lebens- und Futtermittel handelt“, erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gelte auf landwirtschaftlichen Nutzflächen wie Wiesen und Äckern von März bis November ein Betretungsverbot – nicht nur für Menschen, sondern auch für Hunde.

Wird man dennoch dabei erwischt, wird das richtig teuer. Bis zu 15.000 Euro Bußgeld werden fällig. Gerhard Bronner, der Vorsitzende des Landesnaturschutzbundes, warnt außerdem vor Querfeldein-Spaziergängen. Im Moment gibt es nämlich viele Jungtiere und wenn man angelegte Wege verlässt und einfach durch die unberührte Natur spaziert, könnte man diese in Lebensgefahr bringen. Vogeleltern könnten beispielsweise ihre Gelege zurücklassen, wenn sie sich gestört fühlen.

Corona und der Waldspaziergang: Diese Regeln muss man beachten

Um die Wildtiere aber nicht zu stören, reicht es nicht, wenn man selbst auf den vorgesehenen Wegen bleibt. Auch Hunde sollten zur aktuellen Zeit dringend angeleint bleiben und die Wege nicht verlassen, meinen Verbandsvertreter. Zusätzlich ist es wichtig, Müll wie Taschentücher, Flaschen, Dosen oder Scherben nicht einfach rumliegen zu lassen, sondern in Mülleimern zu entsorgen oder mitzunehmen.

Eine bewirtschaftete Wiese ist kein Ort für ein sommerliches Picknick und ein Feldweg ist kein Parkplatz.

Peter Hauk, Landwirtschaftsminister Baden-Württemberg (CDU)

Auch Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) mahnte respektvolles Verhalten in der Natur an. Der Wald sei kein großer Freizeitpark, erklärte er gegenüber der dpa, und auch keine Kulisse für einen schönen Ausflug, sondern ein komplexes Ökosystem. Äcker, Weiden und Wiesen seien außerdem Grundlage heimischer Lebensmittelerzeugung und wichtiger Rückzugsort für wilde Tiere wie Feldhasen oder Rebhühner.

Doch bald schon könnten die großen Besucheranstürme in Wald und Wiesen zumindest etwas abflauen, denn wenn sich die Corona-Inzidenzen weiter auf ihrem aktuellen Abwärtstrend bewegen, dann gibt es auch hier in Baden-Württemberg – unter strengen Bedingungen – erste Öffnungen von Außengastronomie, Einzelhandel und Hotels. Dadurch wird die Natur vielleicht endlich wieder etwas entlastet.

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